Tjalf 443 eingeschläfert

Traurige Nachrichten erreichen uns aus dem fernen Südafrika. Der dort stationierte Tjalf 443 Sport (Heinse 354 P x Tjimme 275) musste im Alter von 22 Jahren eingeschläfert werden, wie seine Besitzerin Marlise Botes auf Facebook mitgeteilt hat.

Das erfolgreiche Menpaard wurde 1998 geboren und erst im Alter von 10 Jahren über den Verkorte Onderzoek als Deckhengst zugelassen. Aufgrund nur weniger Nachkommen musste seine für 2013 geplante Abstammungskörung um ein Jahr verlängert werden, 2014 wurde er schließlich auf Nachkommen gutgekört.

Lediglich 54 Töchter von Tjalf 443 sind im Stammbuch des KFPS registriert, darunter aber 5 Kroonstuten (9,3%) und 26 Sterstuten, was einem sehr hohen Gesamt-Sterprozentsatz von 58,5% entspricht.
10 seiner Söhne erhielten ein Vb Ster, zwei weitere sind Rb Ster eingetragen.
In ABFP und IBOP-Tests lieferten die Nachkommen von Tjalf 443 regelmäßig hervorragende Ergebnisse, in der Zusammenschau liegen sie sowohl als Reit- als auch als Fahrpferde im oberen Mittelfeld.
Davon zeugen auch die recht hoch geschätzten Zuchtwerte des schönen “Tjalfie”.
Leider wurde dieser sehr gut vererbende Hengst nur wenig in der zucht eingesetzt – insgesamt bringt er es in seiner gesamten Deckkarriere nur auf etwas über 200 Bedeckungen, was seinen durchaus positiven Einfluss auf die Friesenzucht begrenzt. Dies dürfte auch daran liegen, dass er bereits im Dezember 2009 seinen Weg nach Südafrika antrat, wo er bis heute als Deckhengst im Einsatz war.

CO-Endbeurteilung um eine Woche verschoben

Die für kommenden Samstag, 14.11.2020 angesetzte Endbeurteilung der Deckhengstanwärter im diesjährigen CO wurde laut Meldung des KFPS-Portals phryso.com um eine Woche verschoben.
Als neuer Termin wurde der 21.11.2020 genannt.

An der Endbeurteilung werden aller Voraussicht nach 4 Hengste teilnehmen. Zuletzt hatte sich der verspätet angelieferte Hessel 480-Sohn Beant fan de Lege Geaen für die Teilnahme qualifiziert.

Die kurzfristige Verschiebung des Termins dürfte wohl auch mit den seit Jahren immer wieder aufkochenden Unstimmigkeiten im KFPS-Vorstand hinsichtlich der Besetzung der Hengstkörungs-Jury zusammenhängen. Kürzlich hatten aufgrund dieser Querelen zwei Vorstandsmitglieder ihren Rücktritt verkündet.

Weltzuchtverband für Sportpferde erkennt KFPS-Friesen als Sportpferde an

Haut gab die WBFSH (World Breeding Federation for Sport Horses) bekannt, dass der KFPS-Friese künftig offiziell als Sportpferderasse anerkannt wird.
Für die Züchter, Besitzer und Reiter von KFPS-Friesen bedeutet dies einen großen Schritt, eröffnet diese Anerkennung doch viele neue Möglichkeiten für das Friesenpferd im internationalen Turniersport.

Seit Jahren bereits bemüht sich das KFPS darum, die Rasse stärker in Richtung Dressursport zu selektieren und insbesondere im Laufe der letzten 10 Jahre gelangten auch einige Friesen in dieser Disziplin zu Ehren. Eine besondere Rolle kommt dabei den Reitern Chere Burger und Marc Peter Spahn zu.

Die Südafrikanerin Chere Burger erregte internationale Aufmerksamkeit, als sie 2014 im französischen Caen mit dem ersten Friesen im Dressurwettstreit der Weltreiterspiele teilnahm. Es handelte sich dabei um den KFPS-Deckhengst Anders 451 Sport-Elite (*2000, Adel 357 x Ouke 313).

Peter Spahn, in der Friesenszene seit langer Zeit eine Institution, trug mit seinen regelmäßigen Turniererfolgen in den letzten Jahren ebenfalls stark zur Anerkennung des Friesen als Sportpferd bei. Insbesondere auf dem 2016 gekörten Elias 494 Sport-Elite (*2009, Jorn 430 x Maiko 373) erreicht er immer wieder beachtliche Punktzahlen auf großen Dressurturnieren.

Darüber hinaus stellen auch immer mehr junge Reiter Friesen in der Dressur vor, die durchaus mit ihren Warmblut-Konkurrenten mithalten können. In den letzten Monaten machte z.B. Lisanne Veenje von sich reden, die mit Friesen Exklusiv Wirdmer Vb Ster Sport-Elite (Stb.-Name Wirdmer fan ‘e Boppellannen, *2007, Beart 411 P x Jillis 301) große Erfolge feiert.
Auch Leonie Evink fährt immer wieder beachtliche Erfolge auf dem jungen, imposanten Deckhengst Mees 497 Sport-Elite (*2012, Tymon 456 x Dries 421) ein und mit dem in Deutschland gezogenen LimiTed Edition Vb Sport-Elite (Stb.-Name Kanjer ter Meer Vb Sport, *2011, Uldrik 457 x Tsjalke 397) wurde 2017 ein erfolgreiches Dressurpferd zum KFPS-paard van het jaar ausgerufen.

Drei Hengste aus dem CO entlassen

Die gestern über die Bühne gegangene erste Begutachtung der CO-Hengste in Exloo brachte ein jähes Ende für gleich drei junge Deckhengstanwärter.

Drys út de Westereen (Omer 493 x Arjen 417) und Frederik fan Marksate (Jehannes 484 x Anders 451) mussten den CO vorzeitig verlassen, Faust B (Maurits 437 x Haitse 425) wurde aufgrund einer leichten Lahmheit ebenfalls aus dem Rennen genommen, darf aber am nächstjährigen CO als Instromer teilnehmen.

Im Zuge der Begutachtung wurde auch die Nachlieferung von Foppe van de Pole Vb Ster (Hessel 480 x Jisse 433) organisiert, der 3-jährige Hengst darf sich nun in das reguläre Teilnehmerfeld einreihen. Der ebenfalls zur Nachlieferung eingetroffene Dietmer fan ‘e Ridderdijk (Omer 493 x Doaitsen 420) wurde auf das nächste Jahr verwiesen, für Doede van de Marne (Jehannes 484 x Jasper 366P) reichte es leider nicht, der Hengst wurde abgewiesen.

Das Teilnehmerfeld im CO 2020 besteht somit nunmehr aus nur noch 13 Hengsten, nähere Informationen zu diesen sind auf der FPI-CO2020-Seite zu finden.

15 Hengste starten in die Hengstleistungsprüfung

Am vergangenen Dienstag startete im niederländischen Exloo die diesjährige Hengstleistungsprüfung mit 15 jungen KFPS-Hengsten.

Unter der Leitung von Koos Naber werden die Köranwärter in den nächsten Wochen von Stephanie Berends, Marrit Reusien, Margot Arkema und Joyce van der Leest-Dekker unter dem Sattel trainiert und beurteilt, die Disziplinen vor dem Wagen werden wie bereits im Vorjahr von Udo de Haan und Ito Werkmann abgedeckt.

Die geringe Anzahl von Startern ist einer Änderung im Reglement zu verdanken – die jungen Hengste mussten sich in diesem Jahr in einigen Vorausscheidungen (den sogenannten Vorrijdagen) beweisen – somit begann die strenge Selektion bereits vor dem eigentlichen Start des CO.

Folgende Hengste konnten sich für eine Teilnahme am Centraal Onderzoek qualifizieren:

Dedmer fan Klaeiterp Vb Ster
*2017, Alwin 469 x Teeuwis 389 x Jasper 366 P

Dedmer ist ein Sohn der Alt-CK-Kampioene Wealtsje A. Model AA aus dem Stamm 110. Die bekannte Stute brachte bereits zwei Stertöchter (Väter Tsjalle 454 P & Hessel 480), ihr ältester Sohn (von Stendert 447) trägt darüber hinaus das Sportprädikat. Wealtsje A. erreicht 2014 im Tuigen einen IBOP-Score von ansehnlichen 80,0 Punkten. Die weitere Mutterlinie erweist sich als recht zuchtsicher und prädikatreich, darin findet sich u.a. die dubbelpreferente Liesbeth Model Pref (1975-2002, Mark 232 P x Hindrik 222).
Dedmer erhielt als Fohlen eine 2. Prämie.

Doede H Vb Ster
*2017, Alwin 469 x Meinse 439 x Anne 340

Der 165 cm große Doede H. kommt aus dem Stamm 111, seine Mutter ist die 11-jährige Meinse 439-Tochter Dietske Ster. Diese Stute legte im 2012 eine ABFP-Prüfung ab und erreichte dabei unter dem Sattel 68,5 Punkte sowie 73 Punkte in der Menproef. Bisher brachte sie 5 Fohlen zur Welt, von denen bis dato nur Doede H vorgestellt wurde. Die Großmutter Rita Ster Pref brachte neben 3 Stertöchtern auch die Model AA-Stute Hendrikje (*2010, Jerke 434). Ansonsten erweist sich die Mutterfamilie als mäßig prädikatreich.

Frodo fan de Oenemawei Vb Ster
*2017, Beart 411 P x Mintse 384 x Jurjen 303

Mit Frodo hat dieses Jahr ein weiterer Sohn des Stempelhengstes Beart 411 P (Jasper 366 P x Feitse 293 P) die Chance, in die Reihen der Deckhengste aufgenommen zu werden. Sollte er diese Hürde nehmen, wäre Frodo fan de Oenemawei bereits der 8. Beart-Sohn im Deckdienst.
Der Hengst stammt aus der Kroon AA-Stute Rixt fan de Oenemawei (*2005) aus Stam 001, die 2009 mit einer IBOP von 78 Punkten unter dem Sattel ihr Kroonprädikat befestigte. Bisher brachte die Stute 8 Nachkommen, darunter einen Ster-Vollschwester von Frodo, die leider Anfang 2020 verstorben ist. Davor steht die nur 156 cm kleine Betty Ster (1992-2012), unter deren 12 Fohlen sich nur 2 Prädikatspferde finden. Die Mutterlinie verläuft weiter auf die ebenfalls recht kleine (158 cm) Stammbuch-Stute Oleta Stb Pref (1988-2012, Frans 289 x Ygram 240). Diese Stute brachte 13 Fohlen zur Welt, unter diesen finden sich 4 Sterren sowie eine Sport-Stute.

Foppe van Gorsveld Vb Ster
*2017, Hessel 480 x Beart 411 P x Sape 381

Der 3-jährige Foppe van Gorsveld ist einer von zwei Hessel 480-Söhnen, die zur CO angewiesen wurden. Er stammt aus dem Stamm 025, seine Mutter ist die
12-jährige 1.Prämie-Stute Amber van Gorsveld Ster. Diese Stute kann bereits eine recht ansehnliche Zuchtkarriere vorweisen – bisher brachte sie 8 Fohlen, von denen bereits 3 das Ster-Prädikat tragen. Dies sind neben Foppe Tjeerd van Gorsveld Vb Ster (*2014, Onne 376), der 2017 zum CO angewiesen wurde und die mit einer 1. Prämie ausgezeichnete Wycke van Gorsveld Ster AA (*2015, Hessel 480), welche 2018 im ABFP 80 Punkte unter dem Sattel erreichen konnte (73 Punkte in der Menproef, 6,5 Punkte im Tuigen).
Seine Großmutter ist die preferente Stammbuchstute Imke van de Gonda (*2002), die mit 156 cm Stockmaß recht klein geraten ist. Von ihren 7 Fohlen erreichten bisher 4 das Sterprädikat, darunter findet sich auch Jelle van Gorsveld Vb Ster (Onne 376), der 2014 erfolglos am CO teilnahm.
Davor steht Maaike Liskje K. Ster Pref, die interessanterweise nur 3 Nachkommen mit Sterprädikat vorweisen kann, jedoch trotzdem offiziell als Preferent registriert ist.

Beant fan de Lege Geaen Vb Ster
*2016, Hessel 480 x Tsjalle 454 P x Gjalt 426

Der zweite Hessel 480-Sohn im diesjährigen CO versuchte bereits im Vorjahr sein Glück – Beante fan de Lege Geaen strandete im CO 2019 im Zuge des Sattelexamens, wo er mit 76,0 Punkten keine ausreichende Leistung brachte, um die Jury von sich zu überzeugen. Dieses Jahr konnte er über die Herkeuring in den CO einziehen.
Der 4-jährige Hengst ist der älteste Sohn der im Vorjahr Model gewordenen Lobke fan de Lege Geaen Model Sport (*2011). Ihre 2017 geborene Tochter Famke fan de Lege Geaen (Markus 491) erhielt dieses Jahr in Siegerswoude ihr Ster-Prädikat, darüber hinaus stammt noch eine Twenter von Rommert 498 aus der schönen Model-Stute.

Daan van de Meikade Vb Ster
*2017, Hette 481 x Pier 448 x Tsjerk 328 P

Der 1,64 m große Daan stammt aus Stamm 097 und ist ein Sohn der erst 9-jährigen Lena fan Ferwalde Ster A, die 2015 eine 1. Prämie einheimsen konnte. Als Teilnehmerin an einem ABFP 2015 erreichte die Stute eher unterdurchschnittliche Ergebnisse – sie wurde mit 70,0 Punkten in der Rijproef, 73,5 Punkten in der Menproef und einer 6,0 im Tuigen bewertet. Daan ist der einzige unter den 5 bis dato registrierten Nachkommen dieser Stute, der bisher ein Sterprädikat erreichen konnte, wobei angemerkt werden muss, dass 3 ihrer Fohlen noch zu jung für eine Prämienkörung sind.
Die weitere Mutterlinie des Hengstes verläuft über eine ganze Reihe äußerst erfolgreicher Zuchtstuten. Seine Großmutter, die dubbelpreferente Zamerinska fan Ferwalde Ster Pref (1999 – 2019) brachte 13 Fohlen, darunter 7 Sterren sowie eine Kroon Sport-Stute. Davor steht Femke fan Ferwalde Ster Pref (v. Oege 267 P, 1993 – 2011), unter deren 11 Nachkommen sich 5 Sterren finden. Als Ururgroßmutter findet sich in der Mutterlinie die bekannte Grytsje fan Skuzum Ster Pref (Wypke 277 x Mark 232 P, 1984 – 2017), die in ihrem langen Leben 15 Fohlen zur Welt brachte. Unter diesen Nachkommen finden sich ganze 9 Sterren, wodurch auch diese Stute das inoffizielle Prädikat “dubbelpreferent” trägt.
Aus ebendieser Stutenfamilie stammt auch der abgekörte Wibe 402 (*1999, Oege 267 P x Tsjerk 328 P)

Danny van de Olde Mette Moate Vb Ster
*2017, Jehannes 484 x Onne 376 x Teunis 332 P

Der 3-jährige Danny ist einer von zwei Jehannes 484-Söhnen, die am CO 2020 teilnehmen. Er kommt aus Stamm 038 und ist ein Sohn der 18-jährigen Hadewich Ster Pref. Diese Stute konnte zwar nicht mit überdurchschnittlichen Sporteistungen glänzen (IBOP Menproef 2012 mit 72,5 Punkten), ist aber als Zuchtstute überaus erfolgreich. Unter ihren 13 Nachkommen finden sich neben 3 Ster-Hengsten die Stendert 447-Tochter Odewich v.d. Olde Mette Moate Kroon Sport AA (*2012) sowie die 2013 geborene Rafaelle van de Olde Mette Moate Model AA (Beart 411 P). Die Mutterlinie geht zurück auf die weithin bekannte Wijkje Model Pref Prest (Nanne 197 x Hylke 186, 1968 – 1992), die neben 3 Model-Töchtern und 6 weiteren Sterren auch die beiden einflussreichen Stammbuchhengste Djurre 284 und Tsjerk 328 P brachte.

Frederik fan Marksate Vb Ster
*2017, Jehannes 484 x Anders 451 x Jakob 302

Der interessant gezogene Frederik kommt aus Stamm 025. Trotz seines hochverwandten Vaters Jehannes 484 kommt dieser Hengst aufgrund der geschickten Blutführung über die aus der Ritske-Linie stammenden Hengste Anders 451 und Jakob 302 auf einen VWG von “nur” 17%. Seine Mutter Merita fan Marksate Ster (*2012) ist leider im Alter von nur 7 Jahren verstorben. Neben Frederik brachte sie nur einen weiteren Nachkommen. Als Großmutter findet sich die höchst erfolgreiche Zuchtstute Beitske fan Marksate Ster Pref Prest (1992 – 2013) in der Stutlinie, welche ganze 16 Nachkommen brachte. Unter diesen finden sich ganze 11 Prädikatsnachkommen, unter anderem die 2010 geborene Gravin fan Marksate Model AA (Norbert 444 P) und der 2003 geborene Jurgen fan Marksate Vb Ster Sport-Elite (Fabe 348 P), darüber hinaus findet sich diese Stute auch in der Mutterlinie des 2018 gekörten Yme 507.

Auke van Hilberalti Vb Ster
*2016, Jouwe 485 x Norbert 444 P x Jurjen 303

Der 4-jährige Auke van Hilberalti war eigentlich für den CO 2019 vorgesehen, wurde von der Jury aber ein Jahr zurückgestellt. Somit nimmt er dieses Jahr als Instromer an der Hengstleistungsprüfung teil.
Der im Stamm 070 gezogene Hengst stammt aus der berühmten Fjildsicht-Familie, seine Mutter ist die 2010 geborene Hedwich fan Fjildsicht Ster, die bislang 5 Nachkommen brachte. Davor steht die sehr bekannte, dubbelpreferente Jurjen 303-Tochter Hadewich fan Fjildsicht Ster Pref Prest (*1994), unter deren 16 Nachkommen sich 9 Prädikatspferde finden, darunter auch die Mutter des preferenten Tsjalle 454 P, Welmoed fan Fjildsicht Ster Pref Prest (*1999, Brandus 345 P). Verfolgt man die Stutlinie weiter zurück, landet man bei der legendären Lysebet Ster Pref (1975 – 1996, Bjinse 241 x Noldus 198), die v.a. durch ihren berühmten Sohn Feitse 293 P der Friesenzucht ihren Stempel aufgedrückt hat, und in deren zahlreichen Nachkommengenerationen sich auch die Hengste Thorben 466 und Tymen 503 finden.

Ernst K Vb Ster
*2017, Markus 491 x Rindert 406 x Lute 304

Ernst K kommt aus der in Stamm 128 gezogenen Reinskje K Ster Pref (*2005), die bereits 11 Fohlen gebracht hat und unter deren Nachkommen sich bspw. die Tjalbert 460-Tochter Jaaikje K. Model AA (*2011) findet. Davor steht in der Mutterlinie die nur 156 cm kleine, dubbelpreferente Anke O. Ster Pref (1992 – 2013), welche bemerkenswerte 17 Fohlen zur Welt brachte, von denen 8 bis dato ein Prädikat tragen.

Friese v.d. Maria Louise Hoeve Vb Ster
*2017, Markus 491 x Olof 315 P x Jochem 259 P

Mit Friese v.d. Maria Louise Hoeve stellt sich in diesem Jahr ein weiterer Markus 491-Sohn der strengen CO-Jury. Der 3-jährige wurde in Stamm 103 gezogen und stammt aus der 2006 geborenen Thea van Hiddum Ster, unter deren 9 bisherigen Fohlen sich 2 Sterren finden. Sie ist wiederum die jüngste Tochter von Jenneke T. Ster Pref (*1985), welche 15 Fohlen zur Welt gebracht hat unter denen sich 5 Prädikatsnachkommen einreihen. Davor steht die dubbelpreferente Lokke Ster Pref (*1975 – 2000, Bjinse 241 x Ritske 202 P), unter deren Töchtern sich die bekannte, ebenfalls dubbelpreferente Paike-T Ster Pref Prest (1988 – 2012, Djurre 284) findet. Diese ist die Mutter des abgekörten Tsjitse 387 (1998 – 2020, Brandus 345 P) , darüber hinaus stammt auch der zu jung verstorbene Arjen 417 (2000 – 2013, Erik 351 x Nikolaas 310) aus dieser Stutenfamilie.

Faust B. Vb Ster
*2017, Maurits 437 x Haitse 425 x Leffert 306 P

Mit dem großrahmigen Faust B. hat dieses Jahr ein weiterer Sohn von Maurits 437 die Chance, sich für den Deckdienst zu qualifizieren. Im Fall seiner Gutkörung bin ich gespannt, ob auch dieser Hengst positiv auf das Wasserkopf-Gen getestet wird, welches bislang alle gutgekörten Söhne von Maurits 437 tragen (Eise 489, Markus 491 & Jurre 495).
Der in Stamm 115 gezogene Faust B. kommt aus der großrahmigen (167 cm), bewegungsstarken Model AAA-Stute Fardau M. (*2009), welche 2014 eine Sattel-IBOP mit beachtenswerten 82,5 Punkten abgelegt hat. Leider brachte diese Stute bislang nur 4 Nachkommen, allesamt Hengste. Neben Faust konnte noch ein weiterer ihrer Söhne das Sterprädikat erreichen. Die weitere Mutterlinie verläuft über Stuten, die trotz weniger Nachkommen das Preferent erreichen konnten, was auf einen recht zuchtsicheren Stamm schließen lässt. Kein Wunder, hat die Stutenfamilie ihren Ursprung doch in der berühmten “fan’e Wigeri”-Linie, aus der u.a. die Deckhengste Haitse 425, Wylster 463 und Ulbran 502 stammen.

Douwe van de Weerdshof Vb Ster
*2017, Omer 493 x Doaitsen 420 x Anne 340

Douwe ist einer der beiden Söhne von Omer 493, die 2020 im CO um eine Arerkennung als Deckhengst antreten. Seine Abstammung ist besonders angesichts der jüngst aufgekommenen Kritik an seinem Vater bemerkenswert, kommt er doch aus einer Doaitsen 420-Mutter. Diese Stute ist die 2006 geborene Valentine van de Weerdshof Ster, die mit 169 cm viel Stockmaß mitbringt und 2009 mit einer 1. Prämie und dem voorl. Kroon bedacht wurde. Douwe ist der erste und bislang einzige ihrer 6 Nachkommen, der das Sterprädikat erreichen konnte. Davor steht die ebenfalls mit einer 1. Prämie ausgezeichnete Tessa v.d. Weerdshof Ster (1998-2018), die trotz 14 Nachkommen bisher noch nicht Preferent ist. Drei ihrer Töchter tragen das Sterprädikat. Anders verhält es sich bei der nächsten Stute in der Mutterlinie – die 1994 geborene Hyltje v.d. Weerdshof Ster Pref (Sjaard 320 x Tjimme 275) hat 5 Sternachkommen unter ihren 7 Fohlen.
Douwe van de Weerdshof hat mit 16,8% den zweitniedrigsten VWG im diesjährigen Défilé der CO-Hengste.

Drys út de Westereen Vb Ster
*2017, Omer 493 x Arjen 417 x Oepke 266

Der ausgeprochen interessant gezogene Drys ist mit 16,4 % VWG der unverwandteste Hengst in den Reihen des diesjährigen CO. Er kommt aus dem alten Stamm 008, seine Mutter ist die 11-jährige Femke Dayke R. Ster, unter deren 6 Nachkommen sich bereits 2 Sterhengste finden. Davor steht die erfolgreiche Zuchtstute Payke Ster Pref (1988-2012), unter deren 13 Fohlen sich 6 Prädikatspferde finden, darunter die Kroon Sport A-Stute Renske Payke (Feitse 293 P). Payke stammt wiederum aus der dubbelpreferenten Duodtsje Ster Pref (1971-1991, Tsjalling 235 P x Hotse 223), die u.a. zwei Modeltöchter brachte. Ausgehend von dieser bekannten Stute stammen eine ganze Reihe Prädikatsstuten und Deckhengste aus dieser Familie, darunter Sierk 326, Date 477, Nane 492 und Tiede 501.

Alphyr Waldman Vb Ster
*2016, Tsjalle 454 P x Harmen 424 x Jasper 366 P

Alphyr Waldman kommt aus dem Stamm 015, er ist ein Sohn der 2007 geborenen Xaphyre Dame Ster. Diese Stute wurde 2011 mit einer 1. Prämie und dem voorl. Kroon bedacht, konnte ihr Prädikat aber aufgrund mangelnder Leistungen im Sport bisher nicht bestätigen. Als Zuchtstute ist sie die Mutter von 6 Nachkommen, von denen bereits 3 das Ster-Prädikat tragen. Somit liegt das Preferent für diese Stute bereits jetzt in greifbarer Nähe. Ihre Mutter ist die sterpreferente Lyrieke Dame (2003-2018), von deren 10 Nachkommen bisher 5 ein Sterprädikat tragen. Die Stutenlinie führt weiter auf Nobele Dame Y. Stb Pref (1996 – 2011, Lute 304 x Feitse 293 P). Diese 3.Prämie-Stammbuchstute brachte in ihrer Zuchtkarriere 9 Fohlen – 5 davon von Jasper 366 P. Aus diesen Vollgeschwistern rekrutieren sich auch die 4 Sterren, die der Stute zum Preferent verhalfen.

Ein Video von der Anlieferung der Hengste ist online HIER abrufbar.

Das Bewertungssystem des KFPS

Friesenliebhaber, die nicht aus den Niederlanden stammen sind wohl manches Mal irritiert, wenn sie mit dem System des KFPS hinsichtlich der Exterieur- und Bewegungsbewertung konfrontiert sind. Ausdrücke wie “ruim voldoende” und “uitstekend” sind nur wenigen Nicht-Niederländern ein ausreichend geläufiger Begriff und oft ist es für uns nicht einfach, die entsprechenden Begrifflichkeiten mit den vergebenen Noten in Einklang zu bringen.

Dabei ist die Sache nicht so schwierig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, das KFPS-Bewertungssystem beruht nämlich auf der in den Niederlanden gebräuchlichen Skala für Schulnoten, welche sich in 10 Teile gliedert.

Im Folgenden möchte ich diese Skala kurz umreissen:

Bewertungssystem NL

Das niederländische Schulsystem verwendet also ein ausgesprochen differenziertes Notensystem zur Leistungsbeurteilung, welches (für Österreicher und Deutsche ungewohnt) auch noch eine umgekehrte Ziffernwertung enthält (im Gegensatz zu NL und der Schweiz ist eine 1 in Österreich und Deutschland die beste zu erreichende Leistung und wird als “Sehr gut” gewertet). Für mich als Pflichtschullehrer im Brotberuf ist diese Form der Leistungsbeurteilung auch pädagogisch durchaus interessant, aber an dieser Stelle möchte ich den Exkurs in Richtung meiner beruflichen Leidenschaft auch schon wieder beenden.

Es sind also diese im Schulsystem gebräuchlichen Noten, welche die KFPS-Jurymitglieder auf Körungen und Fokdagen an die angebotenen Pferde vergeben.

Nun wird ein Pferd aber nicht einfach im Gesamtbild mit einer Note bedacht, vielmehr wird das Tier durch die Jury regelrecht in Teilbereiche “zerlegt”, welcher jeder für sich eine spezifische Note erhalten.
Im Allgemeinen sind diese Teilbereiche:

  • Rassetyp (nl.: rastype)
    Wird ausgemacht durch das allgemeine Erscheinungsbild, den Kopf, die Halsung den Behang und die Farbe.
  • Gebäude (nl.: bouw)
    Betrifft die Halsung (Kopf-Hals-Verbindung, Genick, Ganaschenfreiheit, Halsstellung und -ansatz), Schulter, Brustkasten, Widerrist, Rücken, Lenden, Kruppe und Oberschenkel- und Kruppenbemuskelung.
  • Fundament (nl.: beenwerk)
  • Bewegung (nl.: beweging)
    Im Allgemeinen sind darunter Schritt (stap), Trab (draf) und Galopp zu verstehen, bei Körveranstaltungen werden die Pferde jedoch traditionell nur in Schritt und Trab an der Hand vorgestellt und bewertet.

Dabei müssen sich die Juroren an den vom KFPS ausgegebenen Rassestandard halten, welcher in den Statuten festgelegt ist und de facto das Idealbild des Friesenpferdes umschreibt.

Das Notensystem ist auch bei der Bewertung von Gebrauchsprüfungen (z.B. IBOP, ABFP) gebräuchlich, die zu bewertenden Einzelkategorien unterscheiden sich dem Anlass entsprechend.

Bei Körveranstaltungen erhalten erwachsene Pferde (mindestens 3-jährig), welche zur Aufnahme in das Stammbuch angeboten werden darüber hinaus einen sogenannten ‘lineaire score‘. Dabei werden anhand einer Tabelle 27 lineaire kenmerken (von schlecht bis gut zu bewertende Einzelbereiche) beurteilt, sowie 5 waardeerende kenmerken (zusammenfassende Einschätzung der o.g. Teilbereiche) beurteilt, welche am Durchschnitt der Rassepopulation gemessen werden.
Das dabei von der Jury ausgefüllte Formular erhält der Besitzer des gekörten Pferdes, die Bewertung ist aber auch für KFPS-Mitglieder im Internet abrufbar und findet darüber hinaus Eingang in die Zuchtwertschätzung des jeweiligen Vatertieres.

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Musterformular für die Eintragung des ‘lineaire score’

Diese Beurteilungskriterien bilden neben einigen anderen Anforderungen (z.B. Mindeststockmaß, Freiheit von unerlaubten Abzeichen etc.) die Basis für die weitere Prämierung eines gekörten Pferdes.

Tsjalle 454 PREFERENT!

Im Zuge der Hengstenkeuring 2019 wurde soeben der 13-jährige (!!!) Tsjalle 454 PREFERENT erklärt. Er ist somit der jüngste KFPS-Preferenthengst aller Zeiten.

Im Ring standen mit dem Ausnahmevererber seine drei bislang gekörten Söhne, der ebenfalls sehr gut vererbende Jehannes 484, der 2017 gekörte Tymen 503 und der erst kürzlich gekörte Yme 507.

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Beginn der 1. Besichtigung

Heute um 8:00 Uhr startet in den Niederlanden die 1. Besichtigung von 308 jungen Hengsten, welche sich dem harten Auswahlverfahren der Deckhengstkörung stellen. In dieser ersten Auswahlrunde werden die Pferde auf Straßenbelag an der Hand und freilaufend in der Kooi vorgestellt.
Eine KFPS-Jury wählt im Zuge dieser Exterieur-Beurteilung die geeignetsten Kandidaten aus und verweist diese weiter in die 2. Besichtigungsrunde, die im Zuge der Hengstenkeuring 2019 stattfinden wird.

Die große Anzahl an Köranwärtern wird über den Zeitraum von 4 Tagen begutachtet – heute startet das erste Teilnehmerfeld, hauptsächlich bestehend aus 4- bis 6-jährigen Hengsten. Darunter befinden sich heute auch zwei Hengste der österreichischen Fam. Prexl / Friesen Exklusiv – der Hette 481 x Olrik 383 gezogene Welmer und der von Fam. Prexl selbst gezüchtete Wilko fan Limbach (Bartele 472 x Jasper 366 P).

Das FPI wird zeitnah über die Ergebnisse berichten.

 

Titelfoto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Friesenpanorama goes .com

Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen, dass das FPI in Zukunft über die neue Domain friesenpanorama.com zu erreichen ist. Zusätzlich ist die gesamte Seite ab sofort werbefrei gestaltet, in näherer Zukunft wird auch das Layout überarbeitet sowie eine Premium-Sektion integriert, die den kosten- und zeitintensiven Betrieb der Webseite auf lange Sicht finanzieren soll.

Wichtige News und Infos aus der Friesenszene sollen aber auch weiterhin kostenfrei zur Verfügung stehen.

 

“Friesen-Journal” offenbar doch noch existent

Zu später Stunde kurisert heute eine Richtigstellung der Information bzgl. Einstellung der Zeitschrift “Friesen-Journal” auf Facebook. Darin beklagt sich die Schwester des Verlegers über einen angeblichen “Shitstorm” und insinuiert eine bewusste Falschdarstellung, von der ich mich an dieser Stelle auf das Schärfste distanziere.

Die im FPI erschienene Meldung basiert auf Informationen der Website pferdekult.de sowie zahlreichen Anfragen und Beschwerden von Lesern / Abonnenten, welche sich darüber beklagen, trotz bezahlter Abonnements seit z.T. geraumer Zeit keine Lieferungen des Blattes mehr zu erhalten.

Dazu einige (anonymisierte) Facebook-Zitate:

Stellungnahmen FJ verpixelt

Eine schriftliche Anfrage via E-Mail bzgl. der Einstellung des Blattes durch das FPI wurde nicht beantwortet, darüber hinaus ist die offzielle Webpräsenz des “Friesen-Journals” seit einiger Zeit nicht mehr erreichbar.

Die Anwürfe hinsichtlich “Fake-News” und “unseriöser Berichterstattung” weise ich als redaktionell Verantwortlicher des FPI somit zurück – auch wenn sich die Meldung offenbar als inkorrekt erwiesen hat.

R. Blach
Redaktion Friesenpanorama International