Droht der Friesenpopulation ein genetischer Flaschenhals?

Die gestrige Hengstenkeuring mit ihren Stars und Sternchen und die Aktualisierung des KFPS-Hengstenstammbaums hat mich darüber nachdenken lassen, wie es derzeit um die genetische Variabilität in der Friesenpopulation bestellt ist.

Wieder wurden zwei Hengste – zweifellos gerechtfertigt in Anbetracht ihres Exterieurs und ihrer Bewegungsstärke – im Zuge der HK an die Spitze gestellt, die als Vererber nicht unbedingt einen positiven Beitrag zur Verbreiterung der genetischen Basis des KFPS-Friesen liefern: Jurre 495 (VWG 18,5%) und Jehannes 484 (VWG 18,4%).

Der durchschnittliche VWG (Verwandtschaftsgrad) der zu den Vorrijdagen angewiesenen Hengste liegt mit 17,9% ebenfalls recht hoch, lediglich sechs der 41 angewiesenen Hengste weisen einen VWG unter 17,5% auf.

Und wie sieht es unter den aktuell aktiven Deckhengsten des KFPS aus? Auch hier liegt der durchschnittliche VWG bei 17,83%, immerhin liegen aber 32 der 89 derzeit aktiven Deckhengste bei unter 17,5%, ganze 16 sogar unter 17,0%.

Grafisch dargestellt lässt sich leicht erkennen, dass etwas mehr als die Hälfte der aktiven Deckhengstpopulation einen VWG > 17,5% mitbringt:

Sieht man sich nun die Deckzahlen für das Jahr 2020 an, wird aber auch sehr schnell klar, dass die Hengste mit höherem VWG die Deckstatistik klar dominieren. Nur jeder dritte Decksprung geht auf das Konto eines relativ unverwandten Hengstes. Hengste, die wirklich positiv zur Blutverbreiterung beitragen können zeichnen sich lediglich für ca. 12% aller Bedeckungen verantwortlich.

Dieser Trend ist schon seit mehreren Jahren zu beobachten – die von den Züchtern häufig genutzten Hengste kommen in vielen Fällen aus bereits etablierten Hengstlinien, die oftmalige Nutzung dieser Hengste treibt deren Verwandtschaftsgrad weiter in die Höhe und so schließt sich der Kreis. Dazu kommt, dass von eben diesen Hengsten auch vermehrt Nachkommen zu Deckhengsten gekört werden. Kein Wunder – populäre Hengste erhalten nicht nur mehr Deckungen, sondern potenziell auch Zugang zu prädikatreicheren Stuten, die wiederum im statistischen Mittel qualitätsvollere Nachkommen bringen.
Um diesem Argument etwas mehr Fundament zu geben, möchte ich die diesbezüglichen Zahlen aus dem Fohlenjahrgang 2020 anführen.

In dieser Grafik habe ich alle 2020 geborenen Fohlen von Vätern mit einem VWG <17,0% (307 Fohlen) denen von Vätern mit einem VWG >18,5% (1417 Fohlen) gegenübergestellt und die Qualität ihrer Mütter prozentual nach Prädikaten aufgeschlüsselt.
Wie sich bereits anhand der o.a. Deckstatistik gezeigt hat, waren auch für den Fohlenjahrgang 2020 Hengste mit hohem VWG deutlich beliebter bei den Züchtern als unverwandte Hengste. Dementsprechend wurden von ersteren auch bedeutend mehr Fohlen geboren.
Der zweite gravierende Unterschied liegt aber in der Qualität der Mütter – während die unverwandten Deckhengste nur zu knapp über 50% Nachkommen aus Stuten zeugten, die mindestens das Sterprädikat tragen, liegt dieser Anteil bei Hengsten mit hohem VWG mit beinahe 75% signifikant höher.

Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang stellen die sinkenden bzw. stagnierenden Deckzahlen innerhalb der KFPS-Friesenzucht dar.

Nach einem Boom in den 2000er-Jahren sanken die Deckzahlen bis in die frühen 2010er um 40% und stagnieren seither auf diesem Niveau.
Der Anteil an den Deckungen durch die jeweils 5 bzw. 10 beliebtesten Hengste der jeweiligen Decksaison nahm aber bei weitem nicht im selben Maße ab wie die Gesamtanzahl der Deckungen. Dies ist in der grafischen Darstellung mit absoluten Zahlen nicht leicht zu erkennen, zeigt sich jedoch in einer prozentualen Aufschlüsselung sehr deutlich.

In dieser Darstellung ist gut zu erkennen, dass der prozentuale Anteil der Top 10 bzw. Top 5-Deckhengste an den Gesamtbedeckungen mit sinkenden Deckzahlen deutlich zunahm und 2016 sogar auf über 50% anstieg.
Das bedeutet, dass in diesem Jahr mehr als 50% aller Bedeckungen auf das Konto von nur 10 Hengsten gingen.
Interessanterweise scheint dieses Phänomen nicht unmittelbar mit der Anzahl verfügbarer Deckhengste zusammenzuhängen – ein Argument, das häufig genutzt wird, um das strenge Körprozedere des KFPS zu kritisieren.

Doch inwiefern trägt die Körpolitik des KFPS zu einer Verschärfung oder Entspannung der Lage bei?
Die Einführung von ausgewiesenen Zuchtwerten für Blutverbreiterung (bloedspreiding) und die Einbeziehung der Abstammungsverhältnisse in die Entscheidungen hinsichtlich Deckhengstkörung waren nur einige von vielen positiven Zeichen in letzter Zeit, die durchaus ein ernsthaftes Bestreben seitens des Zuchtbuchs haben erkennen lassen, sich der Problematik des sich verkleinernden Genpools annehmen zu wollen.
Doch trotz dieser Bestrebungen und der immer wieder öffentlich stattfindenden Beleuchtung der Thematik muss auch gesagt werden, dass dem KFPS eine gewisse Inkonsequenz in seinen Handlungen vorgeworfen werden kann. Und das nicht nur in Hinblick auf das Forcieren von hochverwandten Hengsten als Kampioenen, sondern auch in der tatsächlichen Körpolitik.
Sieht man sich den VWG der in den letzten 5 Jahren gekörten Hengste an, erhält man das folgende Bild:

Zwar finden sich in dieser Gruppe auch Hengste wie Wolter 513 (VWG 15,8%) und Wibout 511 (VWG 16,3%), der überwiegend größere Teil der angekörten Junghengste liegt aber verwandtschaftlich in einem Rahmen, welcher der genetischen Breite der Gesamtpopulation eher unzuträglich ist.

Es scheint also, dass nicht nur in Züchterkreisen ein Umdenken stattfinden muss, wenn die Friesenpopulation auf längere Sicht auf genetisch gesunden Beinen stehen soll. Auch in der Kör- und Zuchtpolitik können noch viele Weichenstellungen erfolgen, um die bedenklichen Entwicklungen der letzten Jahre auszugleichen.
Nicht zuletzt muss das aus züchterischer Sicht auch häufiger die Abkehr von den Publikumslieblingen bedeuten – so schwer die individuellen Leistungen im Sport, die individuelle Schönheit oder die Performance auf der HK auch wiegen mögen, so muss doch auch ganz klar gesagt werden, dass mit der züchterischen Weiterentwicklung der Rasse durch solche Stempelhengste auch eine weitere Verengung des Genpools Hand in Hand geht.
Problematische Ausmaße wird dieser Weg in wenigen Jahrzehnten annehmen, vor allem wenn genetisch wertvolle Linien immer kleiner und unbedeutender werden oder ganz verschwinden.
Glücklicherweise gibt es aber auch heute schon Züchter, die dieses Problem klar erkannt haben und dagegen arbeiten – ich wünsche diesen besonders viel Glück in ihren Bemühungen. Möge ihr Weg von Erfolg gekrönt sein.

Paard van het jaar 2020: Friesen Exklusiv Wirdmer

Das KFPS-Pferd des Jahres 2020 kommt (zumindest zum Teil 🙂 ) aus Österreich!

Friesen Exklusiv Wirdmer (Stb-Name Wirdmer fan ‘e Boppelannen Vb Ster Sport-Elite) hat es geschafft – durch seine großartigen Sporterfolge in der Dressur unter Lisanne Veenje, konnte der 13-jährige Hengst (Beart 411P x Jillis 301) genug Zustimmung auf sich vereinen, um zum “Paard van het jaar 2020” ausgerufen zu werden,
Herzliche Gratulation an Familie Prexl aus Österreich, unter deren Fittichen der Ausnahmehengst zuerst in Österreich und später in den Niederlanden seine Sport-Meriten sammeln konnte.

Jurre 495 zum 4. Mal Kampioen

Es war ein aufregender Tag mit großen Momenten, vielen Emotionen und einer Überraschung am Ende – die Hengstenkeuring 2021 hatte es definitiv in sich.

Aufgrund der Coronamaßnahmen wurde dieses Herzens-Event der Friesenszene zum ersten Mal online abgehalten, ohne volle Besuchertribünen – und das wirklich hervorragend organisiert durch das KFPS und ausgestrahlt durch Omrop Fryslan.

Der Tag begann bereits mit einigen wehmütigen Momenten – bereits in den Vormittags-Rubriken fehlten signifikante Hengste wie Markus 491, Bartele 472, Pier 448 aber auch der große Beart 411 P. Darüber hinaus wurde bald bekannt, dass auch der Vorjahres-Kampioen, Matthys 504, aufgrund einer kleinen Verletzung in diesem Jahr nicht an der HK würde teilnehmen können.

Nichtsdestotrotz war jede Rubrik für sich ein spannendes Spektakel mit allerlei bemerkenswerten Teilnehmern.

In Rubrik 3 holten sich beispielsweise die beiden ungleichen Kontrahenten Nane 492 und Jehannes 484 das Ticket für die Kampioenskeuring, in Rubrik 4 wiederum konnten sich Jurre 495 und Menne 496 qualifizieren. Die äteren Hengste der Rubrik wurden dieses Jahr in 3 Gruppen gerichtet und brachten neben dem preferenten Tsjalle 454 und dem Alt-Publikumsliebling Alwin 469 überraschend und verdient auch Michiel 442 und Aarnold 471 in den Kampioensring.

Richtig spannend wurde es aber gewohnterweise am späten Nachmittag mit den Kampioenskeuringen.

Bei den älteren Hengsten traten die bereits genannten Kontrahenten Nane 492, Jehannes 484, Alwin 469, Aarnold 471, Tsjalle 454 und Michiel 442 gegeneinander an.
Die Jury entschied, allen Hengsten nochmals die Chance auf eine Trabrunde im Ring zu geben, die die älteren Herren überzeugend zu nutzen wussten.
Am Ende blieben Nane 492 und Jehannes 484 übrig – zweiterer holte sich den Titel bei den Oudere Hengsten, Nane 492 konnte mit seiner bestechenden Trabaktion den Reserve-Titel einstreifen.

Jehannes 484 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Im Kampioensring der jüngeren Hengste zeichnete sich dann ein echter Nervenkrimi ab.
Angewiesen waren Menne 496, Jurre 495, Tjebbe 500, Tymen 503, Yme 507, Teun 505, Arent 515, Boet 516, Beant 517 und Dedmer 519. Es war ein Schaulaufen von Schönheit, Eleganz und Bewegungstalent und so mancher Zuschauer (ich 🙂 ) war geneigt, bei jedem Auftritt seine Meinung zu ändern, wer denn nun Kampioen werden möge.
Am Ende war es aber dann doch beinahe klarer als angenommen, denn der junge Teun 505 zeigte in seiner letzten Trabrunde mit Vehemenz, was in ihm steckt und heimste damit hochverdient den Kampioenstitel der jungen Hengste ein. Als Reserve-Kampioen empfahl sich der 3-fache Allg. Kampioen Jurre 495.

So weit, so gut – im Kampioensring trafen die vier Kontrahenten dann ein letztes Mal aufeinander, um in ihren Trabrunden zu zeigen, warum sie zu den besten Hengsten des KFPS zählen.

Jehannes 484 bestach durch fantastische Taktreinheit in seiner exaltierten Bewegung, Nane 492 holte mit seiner Vorhand die Sterne vom Himmel und Teun 505 konnte mit seiner imposanten Erscheinung und seiner flitzenden Hinterhand überzeugen. Auch Jurre 495 zeigte sich bestechend gut, trotzdem fehlte es ihm ein klein wenig an der Präzision der vergangenen Jahre.
Und damit hatten ihn wohl auch viele nicht mehr als Anwärter auf den Kampioenstitel im Sinn, insbesondere bei Betrachtung der überaus starken Konkurrenz.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Juryvorsitzende Sabien Zwaga rief schlußendlich Jurre 495 zum vierten Mal nach den Jahren 2017, 2018 und 2019 zum Allg. Kampioen der HK 2021 aus – schon wieder.
Der Reserve-Titel ging an den Allg. Kampioen 2015, Jehannes 484.

Jurre 495 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Den letzten 4-fach-Kampioen gab es übrigens 1977. Damals wurde der Stempelhengst Wessel 237 P zum vierten Mal Kampioen der HK. Er sollte diesen Titel aber noch zwei weitere Male holen (1978 & 1980). Jurre 495 hat also noch Potenzial, wenngleich ich ganz persönlich sagen muss, dass ich im nächsten Jahr den Titel dann vielleicht doch einem anderen Hengst vergönnt wäre :).

41 Hengste zu den Vorrijdagen verwiesen

Im Zuge der 2. Besichtigung, die dieses Jahr als Online-Event im niederländischen Drachten stattfand, wurden 41 junge Hengste zu den Vorrijdagen verwiesen.
Diese Köranwärter erhalten damit die die Chance, ihr Talent unter dem Sattel zu beweisen und dadurch ein Ticket für die Hengstleistungsprüfung 2021 zu lösen.

Zur 2. Besichtigung waren 96 Hengste zugelassen, welche am 14. & 15.01.2021 durch die KFPS-Jury beurteilt wurden.

Folgende Pferde wurden in die Vorrijdagen weiterverwiesen:

Betrachtet man die Gesamtzahl der zur 1. Besichtigung angemeldeteten Hengste, sowie die in die 2. Besichtigung und schließlich zu den Vorrijdagen verwiesenen Pferde nach Vätern, ergibt sich folgendes Bild.

Interessant zu bobachten ist dabei v.a. der prozentuale Anteil weiterverwiesener Hengste, der in einigen Fällen bemerkenswert hoch liegt. Unter den Vätern mit mehr als 10 zur 1. Besichtigung angemeldeten Nachkommen fallen dabei insbesondere die Werte für Rommert 498 (11 angemeldet, 27,3% zu den VRD verwiesen), Omer 493 (17 angemeldet, 23,5% verwiesen) und Nane 492 (18 angemeldet, 22,2% verwiesen) auf.

Von den 32 angemeldeten Nachkommen von Markus 491 wurden hingegen nur 6,3% weiterverwiesen, von den 13 angemeldeten Nachkommen von Julius 486 wurde sogar kein einziger Hengst in die Vorrijdagen mitgenommen.

Hinsichtlich der Anzahl zu den VRD angewiesener Hengste ergibt sich folgendes Bild:

Aus Sicht der Mutterväter gestaltet sich das Bild folgendermaßen:

Wahl zum “Pferd des Jahres 2020”

Seit einigen Jahren hat es Tradition, dass zu Jahresende das KFPS-“paard van het jaar” gewählt wird, welches dann im Zuge der Hengstenkeuring dem Publikum präsentiert wird.
Die Entscheidung wird dabei durch ein Zusammenspiel von Publikumsstimmen und einer Fachjury getroffen.

Für das Jahr 2020 wurden – trotz der Pandemie – folgende vier Pferde nominiert:

Wyp van ‘t Lansink Model Sport Pref Prest AAA
Züchter/Besitzer: Rinus Loman & Carla Nijdam

Die Beart 411 P x Maiko 373 gezogene Wyp van ‘t Lansink wurde 2007 geboren und zählt mit ihrer beeindruckenden Sammlung von Prädikaten zu den besten Zuchtstuten des Stammbuchs – trotz ihrer erst 13 Lebensjahre.
Durch den Einsatz von Embryotransfers wurden bis dato bereits 13 Nachkommen aus dieser Stute registriert – darunter 4 Sterstuten (3 davon mit 1. Premie!), eine Stb-Stute und ein Vb Ster-Hengst.
Wyp van ‘t Lasnink selbst wurde 3-jährig Ster erklärt und holte 2012 das Kroon-Prädikat. Ihre Modelerklärung folgte 2014, 2016 erreichte sie das Sportprädikat. Weitere zwei Jahre später – 2018 – reichten die Sporterfolge ihrer ersten Nachkommen, um ihr das prestatiemoeder-Prädikat zu sichern, seit 2019 ist sie darüber hinaus preferent.
2011 trat sie darüber hinaus in einer IBOP unter dem Sattel an, in der sie ein ansehnliches Ergebnis von 85,5 Punkten ablieferte.
Damit ist diese Stute eine echte Leistungsträgerin und eine verdiente Nominierte für das “paard van het jaar“.

Wirdmer fan ‘e Boppelannen Vb Ster Sport-Elite a.k.a. Friesen Exclusiv Wirdmer
Züchter: Marten v.d. Meer
Besitzer: Familie Prexl, Österreich

Die Nominierung dieses Hengstes ist für mich ganz persönlich natürlich ein großer Grund zur Freude und man kann unschwer erraten, an wen meine Stimme geht :).
Wirdmer fan ‘e Boppelannen wurde 2007 geboren, er ist ein Sohn von Beart 411 P und das letzte Fohlen der berühmten Hinke F. Ster Pref Prest (Jillis 301 x Reitse 272 P).
Nach seiner Teilnahme an dxer 2. Besichtigung kam Wirdmer nach Österreich und zog in den Stall von Familie Prexl, wo er fortan als vielversprechendes Dressurpferd gefördert wurde.
Unter Ralph Buchberger startete er auf den ersten Dressurturnieren in Österreich und war aufgrund seiner Erfolge bald im ganzen Land als “der Dressurfriese” bekannt.
2014 holte er das Sport-Prädikat und 2017 war er einer der ersten Friesen, denen das damals frisch ins Leben gerufene Sport-Elite verliehen wurde.
Um seine Sporttalente weiter zu fördern ging Wirdmer 2018 zurück in die Niederlande, um von Lisanne Veenje trainiert und vorgestellt zu werden.
Unter der jungen Niederländerin feiert der imposante Hengst seither einen Erfolg nach dem anderen und gehört absolut zurecht zu den Aushängeschildern des Friesenpferdes im internationalen Dressursport.

Friesen Exclusiv Wirdmer Vb Ster Sport-Elite – damals noch unter Ralph Buchberger in Amstetten/NÖ

Melle van de Lits Vb Ster A aka Melcher fan de Pikestjelp
Züchter: Aise Bouma
Besitzer: Albert Minkema

Trotz der überaus kurzen Tuigsaison 2020 konnte ein Hengst durch besonders ansehnliche Leistungen von sich reden lassen: der 8-jährige Melcher fan ‘e Pikestjelp (Wimer 461 x Jasper 366 P), der unter dem Namen Melle van de Lits als Sportpferd auftritt.
Die Jury war von seiner Schulterfreiheit, seiner raumgreifenden Vorhand und seinem kraftvollen Hinterbein angetan, was ihm eine Nominierung für das “paard van het jaar” einbringt.

Gea v.d. Slothoeve Model Sport AAA
Züchter: Cees Breimer
Besitzer: Kirsty Baldwin, UK

Die 2010 geborene Gea v.d. Slothoeve wurde dieses Jahr im Zuge der Locatiekeuringen mit dem Model-Prädikat ausgezeichnet und vom Publikum zur schönsten Modelstute des Jahres erklärt, wo sie sich gegen 15 großartige Konkurentinnen durchsetzte.
Die Maurits 437 x Gradus 356 gezogene Gea wurde 2014 Ster erklärt, 2017 holte sie sich das Kroon-Prädikat. Seit 2018 trägt sich darüber hinaus den Titel Sport und konnte in diesem Jahr ihre bisherige Karriere mit dem Model bekrönen.
2014 lief sie eine ABFP mit 79,0 Punkten unter dem Sattel und 80,0 Punkten im Mennen, 2019 brachte sie ihr erstes Fohlen zur Welt.

Die Publikumsabstimmung zum “paard van het jaar 2020” läuft noch bis 31.12.2020, abgestimmt werden kann unter https://www.phryso.com/paard-van-het-jaar2020/ .

4 neue Stammbuchhengste gekört!

Seit gerade eben ist es offiziell: das KFPS-Stammbuch ist um 4 frischgekörte Hengste reicher.

Beant 517
*2016, Hessel 480 x Tsjalle 454 P x Gjalt 426

Der frischgekörte Hessel 480-Sohn im diesjährigen CO versuchte bereits im Vorjahr sein Glück – Beant 517 strandete im CO 2019 im Zuge des Sattelexamens, wo er mit 76,0 Punkten keine ausreichende Leistung brachte, um die Jury von sich zu überzeugen. Dieses Jahr konnte er über die Herkeuring in den CO einziehen.
Der 4-jährige Hengst ist der älteste Sohn der im Vorjahr Model gewordenen Lobke fan de Lege Geaen Model Sport (*2011). Ihre 2017 geborene Tochter Famke fan de Lege Geaen (Markus 491) erhielt dieses Jahr in Siegerswoude ihr Ster-Prädikat, darüber hinaus stammt noch eine Twenter von Rommert 498 aus der schönen Model-Stute.

Fryso 518
*2017, Hessel 480 x Jisse 433 x Anton 343 P

Der 2017 geborene Fryso 518 kommt aus Stamm 121 und ist der erste Sohn der 8-jährigen Marrit van de Pole Ster. Die 2000 geborene Aukje A. Ster steht als Großmutter im Papier des jungen Hengstes. Sie ist immer noch aktiv in der Zucht und hatt dieses Jahr ihr dreizehntes Fohlen, einen Hengst von Jasper 366 P. Unter ihren Nachkommen befinden sich bereits drei Sterren, was die Preferentschaft für diese Stute durchaus in den Bereich des Möglichen rückt. Davor steht die Doeke 287 x Naen 264 P gezogene Merte Vb Pref (1996-2013). Diese Stute wurde bei zwei Vorstellungen nicht in das Stammbuch aufgenommen, was vermutlich ihrer schlechten Bewertung für das Fundament geschuldet ist (ZW von 89). Nichtsdestotrotz brachte die Stute 10 Fohlen zur Welt, von denen 4 Töchter ein Sterprädikat erhielten. Eine ihrer Töchter trägt zusätzlich das Sportprädikat.
Fryso 518 ist der erste KFPS-Deckhengst, der aus Stamm 121, dem Stamm der Mina kommt.

Dedmer 519
*2017, Alwin 469 x Teeuwis 389 x Jasper 366 P

Dedmer ist ein Sohn der Alt-CK-Kampioene Wealtsje A. Model AA aus dem Stamm 110. Die bekannte Stute brachte bereits zwei Stertöchter (Väter Tsjalle 454 P & Hessel 480), ihr ältester Sohn (von Stendert 447) trägt darüber hinaus das Sportprädikat. Wealtsje A. erreicht 2014 im Tuigen einen IBOP-Score von ansehnlichen 80,0 Punkten. Die weitere Mutterlinie erweist sich als recht zuchtsicher und prädikatreich, darin findet sich u.a. die dubbelpreferente Liesbeth Model Pref (1975-2002, Mark 232 P x Hindrik 222).
Dedmer 519 erhielt als Fohlen eine 2. Prämie.

Foeke 520
*2017, Jehannes 484 x Onne 376 x Teunis 332 P

Der 3-jährige Foeke 520 kommt aus Stamm 038 und ist ein Sohn der 18-jährigen Hadewich Ster Pref. Diese Stute konnte zwar nicht mit überdurchschnittlichen Sporteistungen glänzen (IBOP Menproef 2012 mit 72,5 Punkten), ist aber als Zuchtstute überaus erfolgreich. Unter ihren 13 Nachkommen finden sich neben 3 Ster-Hengsten die Stendert 447-Tochter Odewich v.d. Olde Mette Moate Kroon Sport AA (*2012) sowie die 2013 geborene Rafaelle van de Olde Mette Moate Model AA (Beart 411 P). Die Mutterlinie geht zurück auf die weithin bekannte Wijkje Model Pref Prest (Nanne 197 x Hylke 186, 1968 – 1992), die neben 3 Model-Töchtern und 6 weiteren Sterren auch die beiden einflussreichen Stammbuchhengste Djurre 284 und Tsjerk 328 P brachte.
Foeke 520 ist Träger des Zwergwuchs-Faktors.

Zwischenstand nach ABFP-Test 6

Nachdem der 6. ABFP-Test des Jahres 2020 mit 05.11. über die Bühne gegangen ist, ist es ein weiteres Mal an der Zeit, sich die Zwischenergebnisse der bisherigen Beurteilungen anzusehen.

In diesem Jahr wird noch ein weiterer ABFP-Test abgehalten, somit werden sich die gemittelten Ergebnisse vor allem für die jungen Hengste, die dieses Jahr ihre Nachkommenskörung absolvieren noch verändern.

Regulär könnten in diesem Jahr die Hengste Walt 487, Erryt 488, Eise 489, Meinte 490, Markus 491, Nane 492 und Omer 493 ihre Abstammungskörung ablegen. Dazu wäre laut KFPS-Reglement die Beurteilung von 20 Nachkommen in ABFP-Tests oder im Zuge des CO notwendig.
Walt 487 kann diese Zahl definitiv nicht erreichen, da von diesem Hengst nur 7 Nachkommen registriert wurden. Darüber hinaus ist er nicht mehr aktiv in der Zucht.
Von Erryt 488 wurde bislang nur ein Nachkomme im ABFP getestet, insofern wird auch für diesen Hengst 2020 keine Abstammungskörung möglich sein.

Die erforderlichen 20 getesteten Nachkommen haben hingegen definitv Nane 492 (21) und Omer 493 (20) erreicht. Auch Meinte 490 (15) und Markus 491 (17) könnten mit dem ABFP-Test 7 noch auf die geforderte Anzahl kommen und somit 2020 gutgekört werden. Nicht sicher ist dagegen die Gutkörung von Eise 489, von dem erst 11 Nachkommen begutachtet wurden.

Ebenfalls für die Abstammungskörung in Betracht kämen die beiden in Nordamerika stationierten Hengste Tjaarda 483 und Julius 486, deren Gutkörung noch ausständig ist. Hinsichtlich Tjaarda 483 sieht es dahingehend etwas duster aus, da erst 4 von seinen Nachkommen eine ABFP-Prüfung abgelegt haben und in diesem Jahr in den USA offenbar keine ABFP-Prüfungen abgehalten werden. Julius 486 hat bereits 10 geprüfte Nachkommen, darüber hinaus befinden sich viele seiner Nachkommen in Europa, da der vielversprechende Norbert 444 P-Sohn drei Jahre in den Niederlanden stationiert war.

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen, habe ich mich für diesen Zwischenbericht dazu entschlossen, auch die gemittelten Ergebnisse der jungen Hengste aus den letzten Körjahrgängen in die Grafik mit zu verpacken.
Die Visualisierung der bisherigen Ergebnisse in der Reitpferde-Prüfung sehen folgendermaßen aus:

Wie deutlich zu sehen ist, liegen die Hengste aus dem Körjahrgang 2015 mit Ausnahme von Markus 491 (Maurits 437 x Onne 376) in der Reitpferdeprüfung deutlich über dem langjährigen Mittel. Als besonders talentiert erwiesen sich bisher die Nachkommen von Meinte 490 (Beart 411 P x Anton 343 P) und Omer 493 (Gjalt 426 x Karst 362).

In den Einzelnoten erweist sich der Schritt der Markus 491-Nachkommen bisher als schwach (Ø 6,1), ein noch schwächeres Ergebnis darin zeigen die Nachkommen von Eise 489 (Maurits 437 x Olof 315 P) (Ø 6,0). Den stärksten Schritt zeigten hingegen die Nachkommen von Meinte 490 und Omer 493 (beide Ø 6,7).
Hinsichtlich des Trabs erreichten die Nachkommen aller Hengste aus dem Jahrgang 2015 überdurchschnittliche Beurteilungen zwischen Ø 6,9 (Meinte 490) und Ø 7,1 (Eise 489).
Auch im Galopp erwiesen sich die jungen Pferde bislang weitgehend als talentiert, mit Durchschnittsnoten von 7,0 schneiden die Nachkommen von Meinte 490 und Omer 493 in diesem Teilbereich am stärksten ab, deutlich abgeschlagen hingegen finden sich auch hier die Söhne und Töchter von Markus 491 (Ø 6,6).

Die beiden nordamerikanischen Hengste schneiden bislang höchst unterschiedlich ab – während sich die Nachkommen von Julius 486 (Norbert 444 P x Beart 411 P) unter dem Sattel bisher als recht talentiert erwiesen und auch in den Einzelnoten weitgehend über dem Durchschnitt liegen, gaben die 4 zum jetzigen Zeitpunkt getesteten Nachkommen von Tjaarda 483 (Time 398 x Lolke 371) ein überaus schwaches Bild ab. Insbesondere der Schritt der Pferde wurde als mangelhaft beurteilt (Ø 5,8), darüber hinaus scheinen auch Balance und Übergänge eher wenig Qualität zu vermitteln. Lediglich im Teilbereich Galopp konnten die vier Pferde über dem Durchschnitt scoren (Ø 6,8). Bei all dem darf natürlich nicht vergessen werden, dass die Beurteilung von lediglich 4 Pferden eine äußerst ungenügende Datenlage ergibt und sich diese Zahlen mit der Beurteilung weiterer Tjaarda 483-Nachkommen sehr schnell deutlich verändern können.

Die Prüfungen im Dressurfahren (Mennen) ergaben bislang folgendes Bild:

Die Nachkommen aller Hengste aus dem Körjahrgang 2015 konnten in dieser Disziplin deutlich über dem Durchschnitt punkten, besonders deutlich betrifft dies die Nachkommenschaft von Nane 492. In dieser Kohorte wurde der Trab weit über Durchschnitt bewertet (Ø 7,2), im Schritt schnitten die Pferde hingegen deutlich schwächer ab (Ø 6,1).
Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Nachkommen von Eise 489. Diese Pferde wurden mit überaus hohen Noten im Trab bewertet (Ø 7,3), die Durchschnittsbewertung im Schritt darf aber getrost als sehr schwach eingeschätzt werden (Ø 5,6).

Auch die Nachkommen von Julius 486 konnten in der Menproef bislang überdurchschnittlich scoren, von Tjaarda 483 wurden bis dato erst 3 Nachkommen in dieser Disziplin beurteilt, die Ergebnisse dabei waren überraschend schwach. Tjaarda 483 selbst ist bekannt als überaus talentiertes Sportpferd vor dem Wagen – eine Eigenschaft, die die drei getesteten Nachkommen offenbar nicht geerbt haben.

Stellungnahme des KFPS zu den Vorgängen im Vorstand

Das KFPS hat gestern auf seiner offiziellen Internetpräsenz phryso.com Stellung zu den aktuellen Vorgängen im Vorstand und den damit verbundenen Rücktritten genommen.

“Seit dem Erscheinen des Rapports von Boet 516 am Ende des vorigen Jahres, in welchem vermeldet wurde, dass der Hengst an Hemiplegia laryngis (Kehlkopfpfeifen) leidet, ist der Vorstand im Gespräch mit den Mitgliedervertretern über diese Gutkörung und die Haltung der Hengstkörungskommission (HKC) dazu.
Nach mehreren Treffen konnten sich die Mitgliedervertreter und der Vorstand nicht auf die Benennung einer neuen HKC für den Jahrgang 2020/2021 einigen.

Im Juli wurden durch Mitgliedervertretung und Vorstand unter anderem Beschlüsse gefasst, um die Thematik im Körregelwerk zu umrahmen und eine Handlungsbeschreibung für das Körprozedere zu formulieren, was die Verhinderung kontroversieller Entscheidungen zum Ziel hatte.

Unterschiedliche Auffassungen diesbezüglich innerhalb des Vostandes führten Ende September zum Rückzug des Vorstandsvorsitzenden Wiebe Wieling.

Anfang Oktober wurde im Zuge einer Vorstandsversammlung beschlossen, zeitnah drei weitere Mitglieder in den Vorstand zu berufen. Dabei handelt es sich um Anita van Kempen-Elberse (Het Friesch Paard Limburg), Roelof Bos (It Fryske Hynder) und Jan Raaijmakers (Het Friesche Paard Zuid-Nederland). Sowohl den alten als auch den neuen Vorstandsmitgliedern wurde das Vertrauen durch die Mitgliedervertretung ausgesprochen, eine gute Kommission für das Hengstkörungsprozedere 2020/2021 zu benennen.

Nach mehreren Gesprächen und sorgfältigen Abwägungen entschied sich der Vorstand, Piet Bergsma, Harrie Draaijer und Frenk Jespers als Kommission für 2020/2021 vorzuschlagen. Die geschah trotz Einwänden aus dem Mitgliedsbeirat, welcher sich für eine weiterführende Änderung der Zusammenstellung aussprach.
Am 30. Oktober wurden im Zuge einer Online-Versammlung mit den Mitgliedervertretern der Vorstandsvorschlag bzgl. HKC 2020/2021 und die Vorausplanung 2021-2025 erläutert und anschließend per Mail zugestellt.

Die Mitgliedervertretung hat daraufhin gegenüber dem Vorstand angegeben, dass von Seiten der Mitglieder nicht genug Geschlossenheit bestehe, um dieser Ernennung zuzustimmen, womit ein neuer Kommissionsvorschlag vom Vorstand gemacht werden müsse.
Zwei Vorstandsmitglieder – Geralt Pots und Sieneke Mekkes – konnten einem Neuvorschlag nicht zustimmen und traten infolgedessen mit sofortiger Wirkung von ihren Positionen zurück.

Die aktuellen Mitglieder der Hengstkörungskommission, welche mit der Beurteilung des zweiten Teils der laufenden Hengstleistungsprüfung betraut sind, setzen daher ihre Tätigkeit aus. Einerseits mangelt es ihnen an Vertrauen, andererseits fühlt sich die Jury in Bezug auf die Eigentümer der jungen Hengste verpflichtet, das Körprozedere abzuschließen. In Absprache mit dem Vorstand wurde die Übereinkunft getroffen, die Endbeurteilung um eine Woche zu vertagen. Dieser findet nun, beurteilt durch die oben genannten Personen, am Samstag, 21.11.2020 statt.

Der Vorstand berät nun über einen neuen Vorschlag für die Körkommission, welche am 7.12. ihr Amt aufnehmen soll, um die 1. Besichtigung des Jahrgangs 2020/2021 zu beurteilen.
Am 18.11. findet eine Online-Regionalversammlung statt, in welcher sich Mitglieder für eine Teilnahme an der HKC nominieren lassen können. Auf dieser Versammlung sollen Vorstand und Mitgliederbeirat einen Bericht vorlegen und die entstandene Situation erläutern.”

(aus dem Niederländischen von friesenpanorama.com)

1. Besichtigung 2020 – 312 Teilnehmer und Live-Übertragung

Mit großer Spannung wurden von vielen bereits die Pläne des KFPS hinsichtlich der 1. Besichtigung 2020 erwartet, die traditionell im Dezember stattfinden soll.
In Anbetracht der sich europaweit zunehmend zuspitzenden Corona-Situation war nicht klar, ob und wie das Publikum an dieser wichtigen Körveranstaltungen teilnehmen können würde.
Nun hat das KFPS verlautbart, dass die gesamte 1. Besichtigung im Zeitraum zwischen 7.12 und 12.12.2020 live im Internet übertragen wird.
Die 312 angemeldeten Hengste werden dazu in kleineren Gruppen gekört, die Reihenfolge richtet sich darüber hinaus nicht wie gewohnt nach den Vätern, sondern wird nach Herkunft und Trainigsställen der Pferde erfolgen.

Hauptlieferant der diesjährigen 1. Besichtigung ist der 2015 gekörte Markus 491 (Maurits 437 x Onne 376) mit 33 angemeldeten Söhnen aus seinen ersten beiden Fohlenjahrgängen.
An zweiter Stelle folgt der ungebrochen beliebte Alwin 469 (Felle 422 x Tsjerk 328 P) mit 27 jungen Hengsten, dicht vor Jehannes 484 (Tsjalle 454 P x Oepke 266) mit 26 gemeldeten Söhnen.

Anzahl Teilnehmer 1e Bes. 2020 nach Vater

Elias 494 (Jorn 430 x Maiko 373 – 7 Hengste), Jurre 495 (Maurits 437 x Jasper 366 P – 21 Hengste), Menne 496 (Norbert 444 P x Beart 411 P – 12 Söhne), Mees 497 (Tymon 456 x Dries 421 – 4 Söhne), Rommert 498 (Norbert 444 P x Jasper 366 P – 11 Söhne) und Siert 499 (Dries 421 x Sape 381 – 1 Sohn) präsentieren in diesem Jahr zum ersten Mal junge Hengste vor der Körjury.

Besorgniserregend zu beobachten ist dabei der Umstand, dass als Väter der angemeldeten Hengste in hohem Maße Träger von Gendefekten zu Buche schlagen.

Beinahe 40% der jungen Hengste stammen von Vätern ab, die als Träger der Gendefekte Hydrocephalus (Wasserkopf) und/oder Zwergwuchs identifiziert wurden.
Insbesondere der Einfluss der drei gekörten Söhne von Maurits 437 (Eise 489, Markus 491 und Jurre 495) ist dabei kritisch anzumerken. Alle drei haben die Veranlagung für die Vererbung des Hydrocephalus von ihrem Vater ererbt, erfreuen sich bei den Züchtern aber ungebrochener Beliebtheit.
In Anbetracht der ohnehin begrenzten genetischen Basis in der Friesenpopulation, ist dieser Umstand besorgniserregend und sollte nicht unerwähnt bleiben.

Krachen im Gebälk – zwei weitere KFPS-Vorstandsmitglieder zurückgetreten

Das KFPS gab gestern auf phryso.com bekannt, dass nach dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Wiebe Wieling nun auch dessen interimistischer Nachfolger Geralt Pots und das Vostandsmitglied Sieneke Mekkes den Hut genommen haben.
Offenbar herrschen zwischen dem Vorstand und dem Mitgliederbeirat (ledenraad) tiefgehende Meinungsverscheidenheiten bzgl. der Körpolitik bzw. der Aufstellung der Hengstenkörungsjury.
Der Konflikt dürfte auch mit der Gutkörung von Boet 516 (Jouwe 485 x Uldrik 457) im letzten Jahr zu tun haben, von dem nachträglich bekannt wurde, dass er unter Hemiplegia lanryngis (Kehlkopfpfeifen, Tönen) leidet.
Da eine genetische Komponente dieser Erkrankung nicht auszuschließen ist, geriet die Hengstenkörungsjury für die Körung des Hengstes unter scharfe Kritik.

Man darf gespannt sein, wie sich die offenbar äußerst angespannte Lage im KFPS-Vorstand weiter entwickeln wird und welche konkreten Folgen sich daraus ableiten werden.