Fohlenrapport 2020 (Deutsch)

Matthys 504 (Norbert 444 P x Beart 411 P)
54 Fohlen gekörtVWG 19,1%

Die Nachkommen von Matthys 504 sind ausreichend entwickelt, überdurchschnittlich lang liniert, verfügen über durchschnittliche Beinlänge und sind häufig abwärts gebaut.
Die rassetypischen Fohlen zeigen viel Front: lange, vertikal gestellte Halsungen (Unterhals kommt vor) und ausreichend edle Köpfe. Die Kopf-Hals-Verbindungen sind nicht ausgesprochen leicht oder schwer.
Die Schulterlagen sind durchschnittlich, Rücken und Lenden sollten oft stärker sein. Vor allem der Verlauf der Rücken ist häufig schwach und in manchen Fällen sehr schwach. Die Krupplage varriert, die Kruppen sind durchgehend überdurchschnittlich lang.
Die Fundamente sind hart mit von vorne gesehen korrekt gestellten Vorderbeinen. Die Hinterhände sind häufig säbelbeinig.
Die Fohlen zeigen einen ausreichend bis überdurchschnittlich kräftigen Schritt mit gutem Raumgriff. Der Trab ist raumgreifend und kraftvoll mit gutem Gebrauch der Vorhand und überwiegend überdurchschnittlicher Souplesse. Der Hinterhandgebrauch der Fohlen ist unterschiedlich stark ausgeprägt, die Körperhaltung zeigt ausreichend Aufwärtstendenz.

Teun 505 (Bartele 472 x Rindert 406)
56 Fohlen gekörtVWG 18,2%

Die Fohlen von Teun 505 sind im Allgemeinen gut entwickelt und korrekt gebaut: lang liniert, gut proportioniert, überwiegend hochbeinig und mit ausreichend Aufwärtstendenz im Bau.
Die Fohlen haben aufgrund ihrer edlen Köpfe und ihrer langen, vertikal gestellten Halsungen eine elegante Ausstrahlung. Die Kopf-Hals-Verbindungen sind unterschiedlich entwickelt, aber weder extrem leicht noch extrem schwer ausgeprägt. Die Schultern liegen überwiegend ausreichend schräg. Die Rücken sollten in einigen Fällen etwas stärker sein. Die Kruppen sind lang und zeigen in den meisten Fällen den erwünschten Aufbau. Die Qualität der Fundamente ist gut. Die Vorderbeine sind von vorn gesehen überwiegend korrekt gestellt, ein zehenweiter Stand kommt vor. Die Stellung der Hinterbeine ist durchwegs korrekt,ca. 1/3 der Fohlen ist säbelbeinig.
Im Schritt präsentieren sich die Fohlen überwiegend gut, kraftvoll und mit viel Raumgriff. Im Trab ergibt sich ein sehr homogenes Bild: überdurchschnittlicher Raumgriff, Kraft und Haltung und ausreichend Souplesse.
Der Hinterhandgebrauch der Fohlen ist unterschiedlich stark ausgeprägt.

Ulbe 506 (Anders 451 x Anton 343 P)
17 Fohlen gekörtVWG 16,5%

Die ausreichend entwickelten Fohlen von Ulbe 506 sind lang liniert, zeigen in den meisten Fällen eine ausreichende Rumpfrichtung und sollten regelmäßig hochbeiniger sein.
Hinsichtlich Rasseausstrahlung fallen die edlen Köpfe und die leichte Kopf-Halsverbindung auf. Die Halsungen sind ausreichend lang, sollten aber vertikaler platziert sein.
Die Rücken sollten regelmäßig stärker konformiert sein, die Lenden sind durchwegs ausreichend stark.
Krupplage und -länge liegen im Durchschnitt.
Das Fundament ist hart, die Stellung der Vorderbeine ist von vorne betrachtet korrekt, ein zehenweiter Stand kommt in manchen Fällen vor. Die Stellung der Hinterhand ist überwiegend korrekt, ca. 1/3 der Fohlen ist säbelbeinig.
Die Fohlen zeigen sich im Schritt durchgehend kraftvoll und beweisen in den meisten Fällen viel Raumgriff. Im Trab zeigt sich ein unterschiedliches Bild hinsichtlich Raumgriff, Kraft und Hinterhandgebrauch. Die Fohlen traben mit ausreichend Aufwärtstendenz und überdurchschnittlicher Souplesse.

Yme 507 (Tsjalle 454 P x Bente 412)
43 Fohlen gekörtVWG 18,4%

Yme 507 präsentierte eine Gruppe ausreichend entwickelter, lang linierter Fohlen, die häufig etwas kurzbeinigund regelmäßig abwärts gebaut sind.
Die rassetypischen Fohlen fallen durch ihre ausdrucksstarken Köpfe und ihre schöne Front mit langen, vertikal gestellten Halsungen auf.
Die Schultern liegen überwiegend schräg, ein schwacher Rücken kommt regelmäßig vor. Die Lenden sind in den überwiegenden Fällen gut angeschlossen, die Kruppen sind zumeist abfallend, aber auch Kruppen mit erwünschter Lage kommen vor. Die Kruppen sind durchgehend ausreichend bis überdurchschnittlich lang.
Die Fundamente sind überdurchschnittlich hart, die Vorderbeine sind in der Frontansicht zumeist korrekt gestellt – das gilt auch für die Hinterhände in der Seitenansicht.
Im Schritt zeigen die meisten Fohlen ausreichenden Raumgriff und Kraft.
Die gesamte Fohlengruppe trabt mit Raumgriff, Kraft, einer aufwärts tendierenden Haltung und viel Souplesse. Die Hinterhände werden dabei überwiegend ausreichend unter den Körper gesetzt.

Willem 508 (Hette 481 x Folkert 353 P)
8 Fohlen gekörtVWG 18,5%

Die Fohlen von Willem 508 sind überdurchschnittlich gut entwickelt und häufig hochbeinig. Die Modellierung des Körpers und die Rumpfrichtung sind variantenreich.
Ihre gute Rasseausstrahlung verdanken die Fohlen ihren edlen Köpfen, einer überwiegend leichten Kopf-Halsverbindung und langen, vertikal platzierten Halsungen.
Die Schultern liegen überwiegend durchschnittlich. Die Rücken sind häufig schwach und die Lendenkonformation weist ein wechselhaftes Bild auf – sowohl schwache als auch straffe Lenden kommen vor.
In den meisten Fällen sind die Kruppen durchschnittlich konformiert und überdurchschnittlich lang.
Von vorne betrachtet ist die Stellung der Vorderbeine bei allen gekörten Fohlen korrekt. Die Hinterhände sind in der Hälfte der Fälle (stark) säbelbeinig.
Der Schritt ist ausreichend raumgreifend, sollte aber deutlich kräftiger sein. Auch im Trab sollten sich die Fohlen raumgreifender und kräftiger bewegen. Die Körperhaltung im Trab tendiert häufig abwärts, die Fohlen zeigen aber viel Souplesse. Der Gebrauch der Hinterhand variiert.
Von Willem 508 wurden relativ wenige Fohlen gekört, diesem Umstand muss bei der Interpretation dieses Rapports Rechnung getragen werden.

Droht der Friesenpopulation ein genetischer Flaschenhals?

Die gestrige Hengstenkeuring mit ihren Stars und Sternchen und die Aktualisierung des KFPS-Hengstenstammbaums hat mich darüber nachdenken lassen, wie es derzeit um die genetische Variabilität in der Friesenpopulation bestellt ist.

Wieder wurden zwei Hengste – zweifellos gerechtfertigt in Anbetracht ihres Exterieurs und ihrer Bewegungsstärke – im Zuge der HK an die Spitze gestellt, die als Vererber nicht unbedingt einen positiven Beitrag zur Verbreiterung der genetischen Basis des KFPS-Friesen liefern: Jurre 495 (VWG 18,5%) und Jehannes 484 (VWG 18,4%).

Der durchschnittliche VWG (Verwandtschaftsgrad) der zu den Vorrijdagen angewiesenen Hengste liegt mit 17,9% ebenfalls recht hoch, lediglich sechs der 41 angewiesenen Hengste weisen einen VWG unter 17,5% auf.

Und wie sieht es unter den aktuell aktiven Deckhengsten des KFPS aus? Auch hier liegt der durchschnittliche VWG bei 17,83%, immerhin liegen aber 32 der 89 derzeit aktiven Deckhengste bei unter 17,5%, ganze 16 sogar unter 17,0%.

Grafisch dargestellt lässt sich leicht erkennen, dass etwas mehr als die Hälfte der aktiven Deckhengstpopulation einen VWG > 17,5% mitbringt:

Sieht man sich nun die Deckzahlen für das Jahr 2020 an, wird aber auch sehr schnell klar, dass die Hengste mit höherem VWG die Deckstatistik klar dominieren. Nur jeder dritte Decksprung geht auf das Konto eines relativ unverwandten Hengstes. Hengste, die wirklich positiv zur Blutverbreiterung beitragen können zeichnen sich lediglich für ca. 12% aller Bedeckungen verantwortlich.

Dieser Trend ist schon seit mehreren Jahren zu beobachten – die von den Züchtern häufig genutzten Hengste kommen in vielen Fällen aus bereits etablierten Hengstlinien, die oftmalige Nutzung dieser Hengste treibt deren Verwandtschaftsgrad weiter in die Höhe und so schließt sich der Kreis. Dazu kommt, dass von eben diesen Hengsten auch vermehrt Nachkommen zu Deckhengsten gekört werden. Kein Wunder – populäre Hengste erhalten nicht nur mehr Deckungen, sondern potenziell auch Zugang zu prädikatreicheren Stuten, die wiederum im statistischen Mittel qualitätsvollere Nachkommen bringen.
Um diesem Argument etwas mehr Fundament zu geben, möchte ich die diesbezüglichen Zahlen aus dem Fohlenjahrgang 2020 anführen.

In dieser Grafik habe ich alle 2020 geborenen Fohlen von Vätern mit einem VWG <17,0% (307 Fohlen) denen von Vätern mit einem VWG >18,5% (1417 Fohlen) gegenübergestellt und die Qualität ihrer Mütter prozentual nach Prädikaten aufgeschlüsselt.
Wie sich bereits anhand der o.a. Deckstatistik gezeigt hat, waren auch für den Fohlenjahrgang 2020 Hengste mit hohem VWG deutlich beliebter bei den Züchtern als unverwandte Hengste. Dementsprechend wurden von ersteren auch bedeutend mehr Fohlen geboren.
Der zweite gravierende Unterschied liegt aber in der Qualität der Mütter – während die unverwandten Deckhengste nur zu knapp über 50% Nachkommen aus Stuten zeugten, die mindestens das Sterprädikat tragen, liegt dieser Anteil bei Hengsten mit hohem VWG mit beinahe 75% signifikant höher.

Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang stellen die sinkenden bzw. stagnierenden Deckzahlen innerhalb der KFPS-Friesenzucht dar.

Nach einem Boom in den 2000er-Jahren sanken die Deckzahlen bis in die frühen 2010er um 40% und stagnieren seither auf diesem Niveau.
Der Anteil an den Deckungen durch die jeweils 5 bzw. 10 beliebtesten Hengste der jeweiligen Decksaison nahm aber bei weitem nicht im selben Maße ab wie die Gesamtanzahl der Deckungen. Dies ist in der grafischen Darstellung mit absoluten Zahlen nicht leicht zu erkennen, zeigt sich jedoch in einer prozentualen Aufschlüsselung sehr deutlich.

In dieser Darstellung ist gut zu erkennen, dass der prozentuale Anteil der Top 10 bzw. Top 5-Deckhengste an den Gesamtbedeckungen mit sinkenden Deckzahlen deutlich zunahm und 2016 sogar auf über 50% anstieg.
Das bedeutet, dass in diesem Jahr mehr als 50% aller Bedeckungen auf das Konto von nur 10 Hengsten gingen.
Interessanterweise scheint dieses Phänomen nicht unmittelbar mit der Anzahl verfügbarer Deckhengste zusammenzuhängen – ein Argument, das häufig genutzt wird, um das strenge Körprozedere des KFPS zu kritisieren.

Doch inwiefern trägt die Körpolitik des KFPS zu einer Verschärfung oder Entspannung der Lage bei?
Die Einführung von ausgewiesenen Zuchtwerten für Blutverbreiterung (bloedspreiding) und die Einbeziehung der Abstammungsverhältnisse in die Entscheidungen hinsichtlich Deckhengstkörung waren nur einige von vielen positiven Zeichen in letzter Zeit, die durchaus ein ernsthaftes Bestreben seitens des Zuchtbuchs haben erkennen lassen, sich der Problematik des sich verkleinernden Genpools annehmen zu wollen.
Doch trotz dieser Bestrebungen und der immer wieder öffentlich stattfindenden Beleuchtung der Thematik muss auch gesagt werden, dass dem KFPS eine gewisse Inkonsequenz in seinen Handlungen vorgeworfen werden kann. Und das nicht nur in Hinblick auf das Forcieren von hochverwandten Hengsten als Kampioenen, sondern auch in der tatsächlichen Körpolitik.
Sieht man sich den VWG der in den letzten 5 Jahren gekörten Hengste an, erhält man das folgende Bild:

Zwar finden sich in dieser Gruppe auch Hengste wie Wolter 513 (VWG 15,8%) und Wibout 511 (VWG 16,3%), der überwiegend größere Teil der angekörten Junghengste liegt aber verwandtschaftlich in einem Rahmen, welcher der genetischen Breite der Gesamtpopulation eher unzuträglich ist.

Es scheint also, dass nicht nur in Züchterkreisen ein Umdenken stattfinden muss, wenn die Friesenpopulation auf längere Sicht auf genetisch gesunden Beinen stehen soll. Auch in der Kör- und Zuchtpolitik können noch viele Weichenstellungen erfolgen, um die bedenklichen Entwicklungen der letzten Jahre auszugleichen.
Nicht zuletzt muss das aus züchterischer Sicht auch häufiger die Abkehr von den Publikumslieblingen bedeuten – so schwer die individuellen Leistungen im Sport, die individuelle Schönheit oder die Performance auf der HK auch wiegen mögen, so muss doch auch ganz klar gesagt werden, dass mit der züchterischen Weiterentwicklung der Rasse durch solche Stempelhengste auch eine weitere Verengung des Genpools Hand in Hand geht.
Problematische Ausmaße wird dieser Weg in wenigen Jahrzehnten annehmen, vor allem wenn genetisch wertvolle Linien immer kleiner und unbedeutender werden oder ganz verschwinden.
Glücklicherweise gibt es aber auch heute schon Züchter, die dieses Problem klar erkannt haben und dagegen arbeiten – ich wünsche diesen besonders viel Glück in ihren Bemühungen. Möge ihr Weg von Erfolg gekrönt sein.

Hauskörungen brachten 2020 bereits 15 neue Modelstuten

Zu Beginn der Körungssaison 2020 sah es noch düster aus – reihenweise wurden Körtermine verschoben und später annulliert, die Corona-Krise stellte das gesamte Körprozedere des KFPS für das Jahr 2020 in Frage.
Doch das niederländische Stammbuch hat im Laufe seiner 141-jährigen Geschichte immer wieder bewiesen, dass es auch den ärgsten Krisen trotzen kann – und so entwickelte es recht rasch eine Strategie, um mit der Situation umzugehen. Im Mai 2020 startete das KFPS die sogenannten Locatiekeuringen, also Körungen in privaten Stallungen von KFPS-Mitgliedern – anfangs noch ohne Publikum, später konnten die Besitzer der jeweiligen Körpferde unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen an den Veranstaltungen teilnehmen.
Um auch der übrigen KFPS-Friesenwelt diese Events nicht vorzuenthalten, waren von Anfang an Kamerateams mit von der Partie, welche die Körungen live ins Internet und somit in die ganze Welt ausstrahlten.
Rückwirkend betrachtet muss man wirklich den Hut vor so viel Engagement und Einfallsreichtum ziehen – das KFPS hat in dieser schwierigen Situation gezeigt, wie professionelles Management funktionieren kann.

Auf diese Weise wurden im Coronajahr 2020 bislang bereits über 2000 Pferde gekört, darunter beinahe 900 Fohlen.

Da die als Fixbestandteil des Friesenjahres geltende Centrale Keuring trotz aller Bemühungen in diesem Jahr nicht abgehalten werden konnte, änderte das KFPS auch das Reglement hinsichtlich der Ernennung von Kroon- und Modelstuten, welche in “Regeljahren” innerhalb Europas ausschließlich im Zuge der CK ausgezeichnet werden.
Somit ist es der KFPS-Jury möglich, (vorläufige) Kroon- und Modelprädikate in diesem Jahr direkt auf den entsprechenden Körveranstaltungen zu vergeben – mit durchschlagendem Erfolg, wie die bereits 15 neuen Modelstuten 2020 beweisen.

Für den viel gefeierten Alwin 469 brachten dieses Jahr zwei 7-jährige Töchter ein Modelprädikat nach Hause. Es sind dies die ersten beiden Modeltöchter des noch jungen Alwin 469.
Die 162 cm große Swaen fan ‘e Miedepleats Model AA (*2013, Alwin 469 x Wobke 403) erreichte schon als 3-jährige das Kroonprädikat und wurde Res.-Kampioene unter den 3-jährigen Stuten der CK 2016, nun wurde sie aufgrund ihres schönen Typs und ihrer kraftvollen Bewegungen Ende Juni bei De Nieuwe Heuvel in Lunteren Model erklärt. Sie stammt mütterlicherseits aus der berühmten ‘fan Panhuys’-Linie und geht direkt auf die Mutter des Ausnahmehengstes Jasper 366 P zurück, Antje ut de Mieden Ster Prest. Ihre Sporteignung stellte sie 2016 im ABFP unter Beweis – sie erreichte 77 Punkte unter dem Sattel und satte 79,5 Punkte vor dem Wagen.

Swaen fan ‘e Miedepleats Model AA / Locatiekeuring De Nieuwe Heuvel am 24.06.2020

Einen Monat später wurde dann die großrahmige (169 cm Stkm) Sanne T.T. Kroon Sport AA (*2013, Alwin 469 x Beart 411 P) mit dem höchsten Stutprädikat des KFPS ausgezeichnet. Die frischgebackene Modelstute war als Enter Reserve-Kampioene der CK 2014 in ihrer Rubrik, ihr Kroon erhielt sie 3-jährig im Jahr 2016. Im ABFP erreichte sie stattliche 80,0 Punkte sowohl unter dem Sattel als auch vor dem Wagen, seit 2018 ist sie auch als Zuchtstute im Einsatz und brachte seither zwei Stutfohlen von Elias 494.

Beart 411 P bewies dieses Jahr erneut seine durchschlagende Wirkung als “Stutenmacher” – aus seinen Töchtern rekrutierten sich erneut 3 neue Modelstuten, womit der mittlerweile 20-jährige Jasper 366 P-Sohn seinen Vorsprung auf der Liste der Modelväter weiter ausbaut. 20 (!) seiner Töchter tragen mittlerweile das Königinnen-Prädikat.

Anfang Juli wurde Sjieke van de Klei Model AA (*2013, Beart 411 P x Tsjalke 397) bei van Manen in Ede Model erklärt. Die 167 cm große, kalibrige Stute wurde 2016 in Drachten voorl. Kroon und befestigte dieses Prädikat 2018 durch eine Reitpferde-IBOP mit 78,0 Punkten. Als Zuchtstute brachte sie 2017 eine Tochter von Norbert 444 P, die dieses Jahr ihr Sterprädikat einheimste, 2019 folgte ein weiteres Stutfohlen von Tymen 503.
Ihre Vollschwester Yfke van de Klei (*2015) wurde im Vorjahr mit dem Kroonprädikat bedacht.

Sjieke van de Klei Model AA / Locatiekeuring van Manen am 08.07.2020

Bei der Hauskörung im Stal Sibma am 21.Juli wurde die Bewegungskünstlerin Sophie van d’n Meulenpad Model AA (*2017, Beart 411 P x Wierd 409) mit dem Modelprädikat geehrt. Zwar wirkt diese Stute etwas klassisch im Exterieur, in der Bewegung erweist sie sich aber als hochmodern. Neben ihrem fantastischen Schritt (eine Eigenschaft, die alle drei neuen Modeltöchter von Beart 411 P auszeichnet) vermag auch ihr höchst elastischer Trab Eindruck zu machen. 3-jährig wurde diese Stute voorl. Kroon, im Folgejahr erreichte sie in einer IBOP-Menproef 77,5 Punkte und bestätigte damit ihr Prädikat. Bisher brachte die junge Stute zwei Fohlen von Eise 489.

Sophie van d’n Meulenpad Model AA / Locatiekeuring Stal Sibma am 21.07.2020

Bei ihrem ersten Auftritt in Ede reichte es für die Jury noch nicht zum Model. Im Zuge der Herkeuring in Harich am 15.08. wurde Rafaelle van de Olde Mette Moate Model AA (*2013, Beart 411 P x Onne 376) dann aber doch noch das Modelprädikat verliehen. Die Stute wurde 2016 voorl. Kroon, befestigte dieses Prädikat jedoch erst dieses Jahr durch eine IBOP-Reitprüfung mit 78,0 Punkten. Kaum 2 Monate später wurde sie mit dem Modelprädikat zu den besten Stuten des Stammbuchs graduiert. Durch Embryotransfer kann die erst 7-jährige Rafaelle bereits 6 Nachkommen vorweisen – sowohl im Vorjahr als auch 2020 wurden jeweils gleich 2 Fohlen von ihr registriert.

Rafaelle van de Olde Mette Moate Model AA / Locatiekeuring van Manen am 08.07.2020

Am 14.07. hagelte es bei Stal Chardon gleich zwei Modelprädikate. Ausgezeichnet wurden die überaus schöne Silke fan ‘e Ridderdyk Model AAA (*2013, Eibert 419 x Wobke 403) und Rommy H. fan Twillens Model Sport AA (*2013, Gjalt 426 x Sape 381).

Die elegante Eibert 419-Tochter Silke fan ‘e Ridderdyk Model AAA erhielt 2018 das voorl. Kroon und befestigte dieses im selben Jahr mit einer IBOP-Menproef von fantastischen 83,5 Punkten. Das älteste ihrer bislang 4 Fohlen, eine Epke 474-Tochter, wurde dieses Jahr in Jorwert mit einer 1. Prämie Ster erklärt.
Sie ist die 2. Modeltochter von Eibert 419.

Silke fan ‘e Ridderdyk Model AAA / Locatiekeuring Stal Chardon am 14.07.2020

Die 167 cm große Rommy H. fan Twillens Model Sport AA wurde direkt von Ster zu Model hochgestuft. Die sportliche Stute erreichte in diesem Jahr bereits das Sportprädikat und scorte in einer Reitpferde-IBOP sehr gute 79,0 Punkte Darüber hinaus wurde 2020 ihr erstes Fohlen registriert, ein Hengst von Fonger 478. Die Stute stammt aus einer Mutterlinie mit viel Sportblut und ist bereits die dritte Modeltochter von Gjalt 426.

Rommy H. fan Twillens Model Sport AA / Locatiekeuring Stal Chardon am 14.07.2020

Eine durchwegs bewegte Entwicklung hat Gea v.d. Slothoeve Model Sport AA hinter sich. Die 2010 geborene Stute (Maurits 437 x Gradus 356) erhielt 3-jährig eine 3. Prämie und wurde als Stammbuchstute geführt. 2014 erreichte sie mit einer 2. Prämie das Sterprädikat und absolvierte einen sehr guten ABFP (Rijproef 79,0 Punkte, Menproef 80,0 Punkte). 2017 erreichte sie eine 1. Prämie und erhielt das Kroonprädikat, ein Jahr später holte sie sich auch den Sport-Titel. Nun wurde die 10-jährige Maurits 437-Tochter mit dem Modelprädikat geadelt und präsentiert sich damit als erste Modeltochter ihres Vaters.

Von Anfang an für Großes auserkoren scheint im Gegensatz dazu die 2013 geborene Pleun van ‘t Lansink Model AA (*2013, Norbert 444 P x Onne 376). Die 1,68 m große CK-Altkampioene (2016) machte bereits als 3-jährige großen Eindruck mit ihrer gewaltigen Trabaktion und ihrem makellosen Exterieur. 2017 erhielt sie das Kroonprädikat und holte 79,5 Punkte bei einer IBOP-Reitpferdeprüfung.
Nun wurde die 7-jährige Stute bei van Manen in Ede am 18.09.2020 zum Model erklärt.
Durch Embryotransfer hat auch diese Stute bereits 6 registrierte Nachkommen – in den Jahren 2018 – 2020 wurden jeweils 2 Fohlen von ihr registriert, bisher 5 Stuten und ein Hengst.

Pleun van ‘t Lansink Model AA / CK 2018

Mit Susanne Model Sport AAA (*2013, Norbert 444 P x Wikke 404) erreichte eine weitere Tochter von Norbert 444 P in diesem Jahr das Modelprädikat. Mit diesen beiden Stuten zählt der in den USA stationierte Preferenthengst nun bereits 14 Modelnachkommen und ist nunmehr ex aequo mit Onne 376 auf Platz 3 der Liste von Modelstuten-Machern. Angeführt wird die Liste mit großem Abstand von Beart 411 P, gefolgt von dem Ausnahmevererber Teunis 332 P.
Susanne Model Sport AAA wurde 3-jährig zur voorl. Kroon-Stute erklärt und besfestigte ihr Prädikat ein Jahr darauf mit einem sensationellen Score von 84,0 Punkten in der IBOP-Menproef. Im Juli diesen Jahres erhielt sie zudem das Sport-Prädikat, ehe sie am 21.09. mit dem Model geehrt wurde.
Die Stute brachte bisher ein Fohlen und geht mütterlicherseits auf die bekannte, dubbelpreferente Hengstmutter von Tsjitse 387, Paike-T Ster Pref Prest (1988-2012, Djurre 284 x Bjinse 241) zurück.

Auch der beliebte Beart 411P-Sohn Pier 448 konnte dieses Jahr eine weitere Model-Tochter verzeichnen – es ist dies bereits seine 5. Tochter mit diesem höchsten KFPS-Stutprädikat.
Jente fan ‘t Botshol Model Sport AA (*2011, Pier 448 x Fabe 348 P) erhielt ihr Kroonprädikat 2018, den Grundstein dafür legte sie aber schon 2015, als sie in einer Sattel-IBOP satte 80,5 Punkte erreichte. Seit März 2020 trägt die mittlerweile 9-jährige Stute das Sportprädikat und wurde am 13.06. bei Stal Lueks in Diever zur Modelstute erklärt. Von ihren bislang 2 Fohlen (beides Töchter von Omer 493) wurde die Ältere dieses Jahr in Lunteren Ster mit einer 2. Prämie.

Jente fan ‘t Botshol Model Sport AA / Locatiekeuring Lueks am 13.06.2020

Die 7. Modeltochter für den leider nicht mehr im aktiven Deckdienst stehenden Tsjalke 397 fand sich am 18.07. im Ring des Stalls fan de Kadyk.
Renske Carmen f.d. Visscherwei Model Sport (*2013, Tsjalke 397 x Olof 315 P) fällt durch ihre elegante Erscheinung mit reichem Behang auf und bewegte sich im Ring äußerst ansprechend. Auch sie wurde als 3-jährige “nur” mit einer 3. Prämie bedacht, ein Jahr später holte sie sich eine 1. Prämie und das vorläufige Kroon. Anfang diesen Jahres konnte sie mit Erlangung des Sportprädikats auch das Kroon in die Tat umsetzen und wurde nun verdient zur Modelstute erklärt. 2019 brachte sie ihr erstes und bislang einziges Fohlen zur Welt.

Renske Carmen f.d. Visscherwei Model Sport / Locatiekeuring van de Kadyk am 18.07.2020

Im Zuge der selben Locatiekeuring wurde auch die bestechend schöne Juwiel H. fan Lutke Peinjum Model Sport AA (*2011, Tsjalle 454 P x Jasper 366 P) mit dem Modelprädikat bedacht.
Diese Stute rangiert immer wieder in den höchsten Rängen der Stuten nach Zuchtwertindex. Sie erhielt 2015 das voorl. Kroon, welches sie noch im selben Jahr mit einem IBOP-Men-Score von 77,0 befestigen konnte. 2018 lief sich darüber hinaus eine IBOP-Tuigproef von 80,0 Punkten. 2017 erreichte sie das Sportprädikat und wurde nun – 9-jährig – als Modelstute geehrt.
Unter den 7 bisher von ihr registrierten Fohlen (ET) befindet sich die überaus ansprechende Crystal Jede Kroon AAA (v. Alwin 469).
Die Vollschwester von Juwiel – Maaike Ster – lieferte eben erst den einzigen in den USA zum CO angewiesenen Julius 486-Sohn Atze Vb Ster.

Juwiel H. fan Lutke Peinjum Model Sport AA / Locatiekeuring van de Kadyk am 18.07.2020

Am 03.08. wurde eine weitere Tsjalle 454 P-Tochter Model – es handelt sich um die nicht unbekannte Setske fan Oostenburg Model AA (*2013, Tsjalle 454 x Beart 411 P). 2017 wurde diese Stute Zweitplatzierte im Friesian Talent Cup, 2018 gewann sie den Paco Fryso Pokal bei den 5- & 6-jährigen Stuten.
Bereits 2017 scorte sie mit 77,0 Punkten in einer Reitpferde-IBOP, damit befestigte die 171 cm große Stute ihr Kroon-Prädikat. 2019 brachte sie ihr erstes und bislang einziges Fohlen zur Welt, eine Stute von Elias 494.
Setske fan Oostenburg Model AA ist eine Halbschwester von Menne 496 (v. Norbert 444 P).
Mit ihr bringt es Vater Tsjalle 454 P nun auf bereits 5 Modeltöchter.

Zu guter letzt brachte die Körsaison auch eine erste Modeltochter für Wylster 463. Am 17.07 wurde bei Stal Henswoude die 7-jährige Summer van Stal de Berkmeer Model Sport AAA (*2013, Wylster 463 x Ielke 382) mit dem höchsten KFPS-Stutprädikat bedacht. Die aus einer Vb-Mutter stammende Stute promovierte direkt von Ster nach Model. Seit 2019 trägt sie das Sportprädikat, ihre Leistungsfähigkeit belegte sie im selben Jahr auch mit einer IBOP-Reitpferdeprüfung von 83,0 Punkten. Bisher brachte die frischgebackene Modelstute zwei Hengstfohlen von Nane 492.

Noch stehen aber einige Körungen im Kalender und es werden sich auch noch einige Stuten im relevanten Alter den gestrengen Körmeistern stellen – man darf also gespannt sein, ob dem Reigen der Königinnen im Jahr der Pest noch Namen hinzugefügt werden.

Rapport Abstammungskörung Jasper 366

Jasper 366 wurde bei T. Wijma aus Jislum geboren, in dessen Eigentum er sich immer noch befindet. Jasper hat seine Deckjahre nach der Ankörung auf der Deckstation Leppehorne von Mts Bangma-Vellinga aus Oldeboorn verbracht.
Jasper kommt aus dem Stamm 027, seine Mutter ist die Sterstute Antje ut de Mieden, sein Vater ist Olof 315. Auf der Hengstenkeuring hat Jasper immer wieder von sich reden gemacht und erlangte 2002 den Kampioenstitel.
Auch im Dressursport präsentiert sich der Hengst gut (Z2 dressuur), darüber hinaus ist Jasper Teil der F.P.S./F.P.C. Viertal, welche dieses Jahr niederländischer Champion wurde.
Im Bericht zur Hengstleistungsprüfung, welche Jasper 1998 absolviert hat, wird der Hengst als ehrlich, umgänglich und etwas eigensinnig beschrieben.
Nach seiner HLP begann Jasper seinen Deckdienst. 2002 wurde er zur Absolvierungen der Abstammungskörung verpflichtet und hat diese im selben Jahr abgeschlossen. Die Eigenschaften seiner Nachkommen werden im Folgenden beschrieben.

a) Index
Aus dem Index von Jasper 366 mit einer ausreichenden Vertrauenswürdigkeit von 62% geht hervor, dass der Hengst das Exterieur im Allgemeinen leicht verbessert. Die Halsungen seiner Nachkommen sind häufig horizontal gestellt. Die Vererbung einer guten Lendenpartie – wichtig für gute Gebrauchspferde – fällt auf. Er verbessert die Länge der Vorderbeine nicht und die Hinterbeine seiner Nachkommen sind säbelbeinig. Sehr positiv ist der Einfluss von Jasper auf die Bewegung. Er vererbt einen raumgreifenden, kräftigen Schritt und einen taktsauberen Trab mit tragender Hinterhand. Darüber hinaus vererbt er ein schönes Schwarz und viel Behang.

b) Leistungsprüfungen
Die Nachkommen von Jasper 366 erreichen in beinahe allen Teilen der Leistungsprüfungen eine höhere Punktzahl als der Durchschnitt aller in diesem Jahr getesteten Pferde. Die Gruppe der für die Prüfungen ausgewählten Pferde war besser als die der zufällig angewiesenen und punktete weit über dem Durchschnitt. Trotzdem konnten sich drei Pferde nicht klassieren.
Während der Prüfungen zeigten die Nachkommen von Jasper viel Arbeitseifer und Einsatzwillen, zu Beginn der Prüfungen waren sie etwas verspannt.

c) Körungsresultate / Rapport der Inspektionsjury (inspectie)
Testgruppe: 25% (inkl. 2 Vb Ster-Hengste)
Lebenstotal Ster%: 14,3%
Weiters wurden zwei Wallache Ster, sowie einer Stb mit einer 3. Prämie. 7 weitere Vb-Hengste wurden Ster erklärt.

Fohlen
Der erste Fohlenjahrgang von Jasper 366 erreichte 77,5% 1. & 2. Prämien.

Exterieur & Typ
Die 3-jährigen Jasper-Nachkommen präsentieren sich als homogene Gruppe von nicht allzu großen Pferden, die mehrfach etwas frontlastig gebaut sind. Sie stehen häufig in einem lang linierten Typ und weisen gute Oberlinien auf, es fehlt ihnen jedoch an Länge im Vorderbein. Die Lenden sind gut entwickelt, die Kruppen erscheinen als leicht abfallend und ausreichend lang. Das Fundament ist hart und gut gestellt.

Bewegung
Der Schritt ist raumgreifend und kräftig, der Trab erweist sich als getragen und zeigt viel Takt und Regelmaß. Die Pferde laufen mit viel Kraft aus der Hinterhand.

Endbeurteilung
Aufgrund der Punkte:

a) ausreichender Index hinsichtlich Exterieur und sehr guter Index hinsichtlich Bewegung
b) ausreichender Sterprozentsatz von total 26%
c) hohe Wertungsresultate im ABFP
d) guter Körrapport der Inspektionsjury

ist die Inspektionsjury der Meinung, dass Jasper 366 einen positiven Beitrag zur Friesenzucht liefert. Die Inspektionsjury empfiehlt daher dem Vorstand, Jasper 366 im Deckdienst weiter zu verwenden.
Jasper 366 kann somit an der Hengstenkeuring 2003 teilnehmen.

Quelle: PHRYSO 01/2003

Das Bewertungssystem des KFPS

Friesenliebhaber, die nicht aus den Niederlanden stammen sind wohl manches Mal irritiert, wenn sie mit dem System des KFPS hinsichtlich der Exterieur- und Bewegungsbewertung konfrontiert sind. Ausdrücke wie “ruim voldoende” und “uitstekend” sind nur wenigen Nicht-Niederländern ein ausreichend geläufiger Begriff und oft ist es für uns nicht einfach, die entsprechenden Begrifflichkeiten mit den vergebenen Noten in Einklang zu bringen.

Dabei ist die Sache nicht so schwierig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, das KFPS-Bewertungssystem beruht nämlich auf der in den Niederlanden gebräuchlichen Skala für Schulnoten, welche sich in 10 Teile gliedert.

Im Folgenden möchte ich diese Skala kurz umreissen:

Bewertungssystem NL

Das niederländische Schulsystem verwendet also ein ausgesprochen differenziertes Notensystem zur Leistungsbeurteilung, welches (für Österreicher und Deutsche ungewohnt) auch noch eine umgekehrte Ziffernwertung enthält (im Gegensatz zu NL und der Schweiz ist eine 1 in Österreich und Deutschland die beste zu erreichende Leistung und wird als “Sehr gut” gewertet). Für mich als Pflichtschullehrer im Brotberuf ist diese Form der Leistungsbeurteilung auch pädagogisch durchaus interessant, aber an dieser Stelle möchte ich den Exkurs in Richtung meiner beruflichen Leidenschaft auch schon wieder beenden.

Es sind also diese im Schulsystem gebräuchlichen Noten, welche die KFPS-Jurymitglieder auf Körungen und Fokdagen an die angebotenen Pferde vergeben.

Nun wird ein Pferd aber nicht einfach im Gesamtbild mit einer Note bedacht, vielmehr wird das Tier durch die Jury regelrecht in Teilbereiche “zerlegt”, welcher jeder für sich eine spezifische Note erhalten.
Im Allgemeinen sind diese Teilbereiche:

  • Rassetyp (nl.: rastype)
    Wird ausgemacht durch das allgemeine Erscheinungsbild, den Kopf, die Halsung den Behang und die Farbe.
  • Gebäude (nl.: bouw)
    Betrifft die Halsung (Kopf-Hals-Verbindung, Genick, Ganaschenfreiheit, Halsstellung und -ansatz), Schulter, Brustkasten, Widerrist, Rücken, Lenden, Kruppe und Oberschenkel- und Kruppenbemuskelung.
  • Fundament (nl.: beenwerk)
  • Bewegung (nl.: beweging)
    Im Allgemeinen sind darunter Schritt (stap), Trab (draf) und Galopp zu verstehen, bei Körveranstaltungen werden die Pferde jedoch traditionell nur in Schritt und Trab an der Hand vorgestellt und bewertet.

Dabei müssen sich die Juroren an den vom KFPS ausgegebenen Rassestandard halten, welcher in den Statuten festgelegt ist und de facto das Idealbild des Friesenpferdes umschreibt.

Das Notensystem ist auch bei der Bewertung von Gebrauchsprüfungen (z.B. IBOP, ABFP) gebräuchlich, die zu bewertenden Einzelkategorien unterscheiden sich dem Anlass entsprechend.

Bei Körveranstaltungen erhalten erwachsene Pferde (mindestens 3-jährig), welche zur Aufnahme in das Stammbuch angeboten werden darüber hinaus einen sogenannten ‘lineaire score‘. Dabei werden anhand einer Tabelle 27 lineaire kenmerken (von schlecht bis gut zu bewertende Einzelbereiche) beurteilt, sowie 5 waardeerende kenmerken (zusammenfassende Einschätzung der o.g. Teilbereiche) beurteilt, welche am Durchschnitt der Rassepopulation gemessen werden.
Das dabei von der Jury ausgefüllte Formular erhält der Besitzer des gekörten Pferdes, die Bewertung ist aber auch für KFPS-Mitglieder im Internet abrufbar und findet darüber hinaus Eingang in die Zuchtwertschätzung des jeweiligen Vatertieres.

juryrapport-friese-paarden

Musterformular für die Eintragung des ‘lineaire score’

Diese Beurteilungskriterien bilden neben einigen anderen Anforderungen (z.B. Mindeststockmaß, Freiheit von unerlaubten Abzeichen etc.) die Basis für die weitere Prämierung eines gekörten Pferdes.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 4)

Friesenfokus Preferenthengste

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Die ausgehenden 1970er-Jahre und beginnenden 1980er bedeuteten für die KFPS-Friesenzucht eine regelrechte Renaissance.
Die Wirtschaft in Europa und somit auch in den Niederlanden boomte nach den langen, kargen Jahrzehnten, die der Kontinent im Schatten zweier Weltkriege gedarbt hatte – und damit auch die Zucht von Pferden, deren Qualitäten abseits vom landwirtschaftlichen Gebrauch lagen. Es waren diese Jahre, die den Grundstein für das Wiederaufleben des Friesenpferdes im ursprünglichen Typus legten und in denen die Rasse weg vom behäbigen “Tulpentreter” zum hocheleganten Karossier- und später auch Reitpferd entwickelt wurde. Im Gros der damaligen Friesenpopulation war davon freilich noch wenig zu sehen, doch die strenge Hengstenselektion seitens des KFPS tendierte bereits merklich in die oben beschriebene Richtung, was sich auch in den sich später als Stempelhengste erweisenden Beschälern widerspiegelte.
Nicht zuletzt führte die blühende Wirtschaft aber auch zu einer Verbreiterung des Pferdemarktes – das Pferd als Nutztier mochte durch die fortschreitende Technologisierung von Landwirtschaft und Verkehr zwar ausgedient haben, doch die bessere wirtschaftliche Lage des Einzelnen erlaubte nun wieder zunehmend, Pferde auch als Haustiere, Sportpartner und Freizeitgefährten zu betrachten.
Dies spiegelt sich auch in den Deckzahlen wider – 1980 übersprang die Anzahl der vom KFPS registrierten Bedeckungen erstmals die magische Grenze von 1000 – ein Trend, der sich bis weit in die 1990er fortsetzen sollte.


Naen 264 Preferent
11.04.1976 – 01.01.2003, Ferdinand 252 x Kerst 190 P x Held 140, Stam 034

Naen 264 P, der 1976 als Nathan in der Nähe des friesischen Ortes Blauwhuis geboren wurde, wurde im März 1979 als Deckhengst angekört. Bereits zu Beginn seiner Deckkarriere fiel der modern und sportlich gebaute Hengst, der für damalige Verhältnisse recht hochgewachsen war (165 cm Stkm.) auch den Züchtern ins Auge, die ihn im Laufe seiner 17 Jahre andauernden Karriere als Deckhengst reichlich nutzten.
Naen 264 P ist der einzige gutgekörte Sohn von Ferdinand 252 (Tsjalling 253 P x Ritske 202 P), welcher recht stringent innerhalb der damals noch recht stark vertretenen Ritske-Linie gezogen worden war. Mütterlichseits trug Naen 264 P über seine Mutter Truus Model Pref (zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits 20 Jahre alt) die Gene des sehr unverwandt gezogenen Kerst 190 und damit einer Hengstlinie, deren letzter direkter Abkömmling bereits Mitte der 1960er Jahre abgekört wurde. Neben Naen 264 P hatte die überaus erfolgreiche Truus noch zwei weitere Söhne im Deckdienst – den 1976 abgekörten Zjeord 239 (v. Kasper 229) sowie den 1971 geborenen Dagho 247 (v. Tsjalling 235 P), welcher durchaus erfolgreich bis zu seinem Tod 1996 als KFPS-Deckhengst Dienst tat. Darüber hinaus zeichnet sich die Modellstute bis heute als Begründerin einer schier unüberschaubaren Stutlinie innerhalb des Stutenstammes 034 aus, aus welcher zahlreiche Prädikatspferde hervorgingen.

Naen 264 P schaffte, was nur wenigen Deckhengsten des KFPS vergönnt ist – er hinterließ ein bis heute reichendes Vermächtnis und drückte der Friesenzucht insbesondere hinsichtlich Sportveranlagung seinen Stempel auf. Im Laufe seiner Deckkarriere zeugte er 6 als KFPS-Deckhengste registrierte Söhne (Walter 282, Foppe 290, Barteld 292, Hannes 296, Jakob 302 Sport & Ludse 305), deren Hengstnachkommen heute den allergrößten Teil der rezenten Deckhengste in der Ritske-Linie ausmachen. Besonders Barteld 292 konnte über seine Söhne Pyt 325 und dessen heute in Deutschland stationierten Sohn Gjalt 426, sowie Wander 352 und dessen überaus erfolgreichen Nachkommen Doaitsen 420 einen wichtigen Beitrag zur Friesenzucht leisten. Unter anderem in den Pedigrees der Halbbrüder Omer 493 (Gjalt 426 x Karst 362) und Wolter 513 (Fabe 348 P x Karst 362) trägt der Einfluss von Naen 264 P (er schlägt als MV der verdienten Doppel-Hengstmutter Zandra fan Bartlehiem Ster Pref zu Buche) darüber hinaus auch heute noch zu einer breiten Blutstreuung innerhalb der modernen Friesenzucht bei.

Die Stutnachkommen von Naen 264 P zeichneten sich ebenfalls durch hohe Qualität aus – bei 325 im Stammbuch registrierten Stuten erreichten seine Töchter einen Ster-Prozentsatz von beinahe 43%, 5 Stuten erhielten das Modelprädikat, weitere 35 haben bis heute durch außerordentliche Zuchtleistung das begehrte Preferent-Prädikat erreicht, 5 Naen 264-Töchter sind darüber hinaus Prestatiemoeders.

Naen 264 P kann ohne Weiteres als Begründer einer ganzen Linie moderner, sportlicher KFPS-Friesen gesehen werden – sein durchschlagender Einfluss als Stempelhengst ist bis heute sichtbar.

Naen 264 wurde 2008, lange nach seinem Ableben, posthum Preferent erklärt.


Oege 267 Preferent
17.04.1977 – 10.11.1998, Wessel 237 P x Hindrik 222 x Age 168, Stam 002

Oege 267 P (ndl. ausgesprochen ~ “Uche” und nicht wie im deutschsprachigen Raum vielmals gehört “Öge” 🙂 ) wurde im März 1980 als KFPS-Deckhengst angekört und trat seinen Dienst in Tjerkgaast auf der Station von Fr. de Jong an. Der damals 3-jährige Hengst bestach durch einen außerordentlich schönen Rassetyp und viel Behang, wie sich auch heute noch anhand alter Aufnahmen belegen lässt. Der Sohn von Wessel 237 P (siehe Teil 3 dieser Serie) war lang als Deckhengst im Einsatz und gehörte in dieser Zeit über ein ganzes Jahrzehnt hinweg zu den beliebtesten und am häufigsten genutzten KFPS-Vererbern, was die mehr 1800 Decksprünge in seinem langen Leben beweisen.
Mütterlicherseits stammte Oege 267 P aus der 1968 geborenen Wieske Ster Pref (sehr interessant aus Hindrik 222 x Age 168 gezogen). Oege war der erste Sohn dieser Stute, welche im Laufe ihrer Zuchtkarriere noch 13 weiteren Fohlen das Leben schenken sollte und aus deren Nachkommenschaft sich die Hengstmütter von Sytse 385, Take 455 und Wolfert 467 rekrutieren.

Unter den Hengstnachkommen von Oege 267 P finden sich nicht weniger als 7 gekörte KFPS-Deckhengste, von denen nur einer (Wibe 402) abgekört wurde. Sein erster gekörter Sohn, Ritse 322 ist über den 2018 verstorbenen Wikke 404 der Großvater des überaus sportbegabten Aarnold 471 Sport-Elite. Danach folgten Remmelt 323 und der kurz nach seiner Ankörung verstorbene Tieme 330, die sich in direkter Linie nicht bis heute durchsetzen konnten. Als 4. Sohn von Oege 267 P wurde 1995 der immer noch weithin bekannte Anton 343 Sport angekört, welcher 2016 ebenfalls Preferent erklärt wurde und 2018 im stolzen Alter von 26 Jahren in den USA verstarb.
Danach folgte der ebenfalls jung verstorbene Jitse 361, ehe 1999 mit Lolke 371 Sport jener Hengst angekört wurde, dessen direkter Nachfahre Alwin 469 Sport (Felle 422 x Tsjerk 328 P) heute zu den beliebtesten KFPS-Deckhengsten zählt.
Mit diesem großen Vermächtnis an direkten Hengstnachkommen konnte Oege 267 P seinen höchstpersönlichen Zweig im KFPS-Hengstenstammbaum verewigen, welcher wohl aufgrund der Popularität – insbesondere von Alwin 469 – so schnell nicht erlöschen wird.

Ausschnitt HSB Oege 267

Ausschnitt aus dem KFPS-Hengststammbaum / direkte Linie auf Oege 267 P

Doch auch als “Stutenmacher” konnte Oege 267 P sich behaupten. Seine zahlreichen Töchter erreichen einen Steranteil von fantastischen 54,35%, das KFPS zählt darunter 11 Modelstuten, 72 (!!!) preferente Stuten und 11 Leistungsmütter (Prest). Kaum verwunderlich liegt Oege 267 P damit in Sachen Preferentschafts-Punkten bis heute in den vordersten Rängen.
12 seiner Töchter lieferten darüber hinaus ihrerseits KFPS-Deckhengste, darunter der ebenfalls preferente Brandus 345, der leider viel zu früh verstorbene Harmen 424 und der schöne Mewes 438. Als MMV steht Oege 267 im Papier von weiteren 14 KFPS-Hengsten, im Pedigree von Alwin 469 findet man ihn dadurch sowohl in direkter Vaterlinie als auch in der Mutterlinie.

Oege 267 wurde 1996 noch zu Lebzeiten Preferent erklärt.


Reitse 272 Sport Preferent
09.05.1978 – 13.02.1995, Hearke 254 P x Hotse 223 x Eelke 183, Stam 022

Der 1978 geborene Reitse 272 P wurde im Februar 1982 gemeinsam mit seinem Vollbruder Tys 274 als Sohn des später als “König der Friesen” bekannt gewordenen Hearke 254 P in den Deckdienst beordert. Der außergewöhnlich schöne Hengst, der durchaus Ähnlichkeiten zu seinem sehr rassetypischen Vater erkennen ließ, wurde von den Züchtern bereits am Anfang seiner Deckkarriere gerne angenommen und erreichte so im Laufe seiner aktiven Deckkarriere, welche mit seinem relativ frühen Tod (17 Jahre) 1995 endete, auch beachtliche Deckzahlen.
Seine Mutter war die sehr gut züchtende Pauliene Ster Pref (gezogen Hotse 223 x Eelke 183 und damit stark in der Ritske-Linie verankert), welche insgesamt 14 Fohlen zur Welt brachte.

Reitse 272 P brachte insgesamt 7 vom KFPS anerkannte Deckhengste, von denen wiederum 3 abgekört wurden (Obe 314, Tjitte 333 & Reyert 337). Unter den verbleibenden vier Söhnen, welche auf Abstammung gutgekört werden konnten, finden sich dafür aber gleich zwei ganz große Namen – nämlich die der beiden Preferenthengste Olof 315 und Brandus 345, denen ich mich in späteren Kapiteln dieser Serie en detail widmen möchte. Die beiden weiteren gutgekörten Söhne von Reitse 272 sind Anne 340 Sport und Abel 344.

Doch auch über seine Töchter konnte Reitse 272 P gehörigen Einfluss auf die moderne Zucht des KFPS nehmen. Ganze 15 Hengstmütter finden sich unter seinen Töchtern (darunter die Mütter von Ulke 338, Lolke 371, Eibert 419 und Doaitsen 420), als MMV schlägt er sich in den Stammbäumen weiterer 6 Deckhengste nieder (z.B. in denen von Epke 474 und Fonger 478). Von seinen 441 im KFPS-Stb registrierten Töchtern erreichten 46% ein höherwertiges Stutprädikat, die Statistik weist 192 Sterren und 11 Modeltöchter aus. 37 seiner Töchter haben inzwischen die Preferentschaft erreicht, 2 konnten sich als Prestatiemoeders etablieren. Durchaus erwähnenswert für einen Hengst dieser Generation sind auch die 17 registrierten Sport-Nachkommen – eine unüblich hohe Zahl für einen Vertreter dieser Zeit und auch ein Indikator für die außergewöhnliche Sportveranlagung, die der selbst im Tuigsport erfolgreiche Reitse 272 P an seine Nachkommen weitergegeben hat. Besonders hinsichtlich der Verbesserung des Schritts in der Friesenpopulation legte dieser Hengst einen wichtigen Grundstein, welcher v.a. über seinen Sohn Olof 315 und in weiterer Linie über Jasper 366 und Beart 411 weiter verankert wurde.

Reitse 272 wurde 1996 posthum Preferent erklärt.


Im nächsten Teil dieser Serie möchte ich mich den Preferenthengsten widmen, deren Einfluss ganz unmittelbar bis heute spürbar ist – dahingehend stehen die großen Namen Feitse 293, Leffert 306, Olof 315, Tsjerk 328 und Teunis 332 auf dem Programm, die allesamt große Spuren hinterlassen haben und deren direkte Nachkommen auch heute noch eine aktive und wichtige Rolle in der Friesenzucht spielen.

Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dieser Serie sind auf den jeweiligen Seiten nachlesbar.

 

Centrale Keuring 2018 – Stuten

Es ist die Königinnendisziplin der Centrale Keuring – die Auswahl der besten Stuten. Aufgeteilt nach Lebensalter (3-jährige, 4 – 6-jährige, 7-jährige und älter) und Prädikat (Ster-, Kroon- und Modelstuten) werden die schönsten Stuten des Stammbuches begutachtet und gereiht. Sterstuten sehen dabei der Möglichkeit entgegen, für ein Kroon- oder Modelprädikat ausgewählt zu werden, insbesondere bei den älteren Kroonstuten bewerben sich die Teilnehmerinnen um das begehrte Model.

3-jährige Sterstuten

Von 47 angemeldeten 3-jährigen Stuten wurden 22 voorl. Kroon erklärt, 11 davon wurden in den Kampioensring der Rubrik weiterverwiesen. Die meisten voorl. Kroonprädikate wurden an Töchter von Alwin 469 (4) und Hessel 480 (4) vergeben, weiters wurden Töchter von Tsjalke 397 (3), Pier 448 (2), Tsjalle 454 (2), Bartele 472 (2) und Fonger 478 (2) sowie jeweils eine Tochter von Norbert 444, Epke 474 und Gerben 479 mit dem voorl. Kroon ausgezeichnet.

Im Kampioensring liefen folgende Stuten:

Wolkje Wille T. Stb Ster (Tsjalke 397 x Harmen 424)

Yikke fan Erberveld Stb Ster (Bartele 472 x Beart 411 P)

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Zarina fan Oostenburg Stb Ster (Norbert 444 P x Beart 411 P)

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Zoë K. Stb Ster (Bartele 472 x Beart 411 P)

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Wolkje van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Loadewyk 431)

090-08281

Wyzedame W. fan de Piksen Stb Ster (Pier 448 x Jelke 367)

093-08298

Zilke A. Stb Ster (Epke 474 x Meinse 439)

099-08325

Wende van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Beart 411 P)

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Yara S. van de Sprong Stb Ster (Pier 448 x Brend 413)

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Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438)

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Zafira fan de Klaster Stb Ster (Tsjalle 454 x Hinne 427)

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Den Titel holte sich schließlich die ausnehmend schöne Tsjalle 454-Tochter Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438) vor der überaus ansprechenden Wende van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Beart 411 P).

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Reserve-Kampioene Wende van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Beart 411 P)

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Kampioene 2018 Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438)


4- bis 6-jährige Ster- und Kroonstuten

Ein Aufgebot von 27 Sterstuten im Alter zwischen 4 und 6 Jahren sowie von 6 Kroonstuten der selben Altersklasse bereicherte die diesjährige CK. Bei den Sterstuten war es ein Ringen um das begehrte Kroonprädikat, welches schlussendlich an 18 (!) Stuten ausgereicht werden konnte. 7 dieser Stuten konnten ihr Prädikat bereits als definitiv entgegen nehmen, bei den übrigen Stuten muss das vorläufige Prädikat noch durch eine Leistungsprüfung bestätigt werden.

Im Kampioensring liefen:

Pjaike van Zorg en Genot Stb Ster (Norbert 444 P x Onne 376)

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Silke fan ‘e Ridderdyk Stb Ster (Eibert 419 x Wobke 403)

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Meisje P.A. van de Sprong Stb Ster (Loadewyk 431 x Jasper 366 P)

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Nina fan Up to Date Stb Kroon (Anders 451 x Beart 411 P)

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Talina van de Marne Stb Ster (Tsjalle 454 x Jasper 366 P)

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Verona fan ‘Sweltjes State’ Stb Kroon (Epke 474 x Jerke 434)

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Vroluk Marije Z. Stb Ster (Aarnold 471 x Jasper 366 P)

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Tsjarina Diana A.B. Stb Ster (Alwin 469 x Heinse 354 P)

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Verstärkt wurde dieser Kampioensring durch die besten Pferde der 4- bis 6-jährigen Kroonstuten, Valentina fan ‘e Ridderdijk Stb Kroon (Alwin 469 x Fridse 423) und die CK-Kampioene 2016, Pleun van ‘t Lansink Stb Kroon (Norbert 444 x Onne 376), die das Endklassement dann auch anführen sollte.

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Kampioene der 4- bis 6-jährigen Stuten: Pleun van ‘t Lansink Stb Kroon (Norbert 444 x Onne 376)

Den Reservetitel holte sich die 4-jährige Talina van de Marne Stb Ster (Tsjalle 454 x Jasper 366 P), deren exzellenter Rassetyp hervorstach.

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Res.-Kampioene der 4- bis 6-jährigen Stuten: Talina van de Marne Stb Ster (Tsjalle 454 x Jasper 366 P)


 

Ältere Stuten

Bei den Stuten im Alter von 7 Jahren aufwärts ging es dann tatsächlich “um die Wurst”. Das Modelprädikat stand für die Teilnehmerinnen dieser Klasse in erreichbarer Nähe und somit war es besonders spannend, den Fortgang in dieser Gruppe zu verfolgen. 13 Stuten wurden für eine Modelerklärung in Betracht gezogen und zu einer weiteren Inspektionsrunde eingeladen.

Schließlich wurden 9 Stuten mit dem höchsten Stutprädikat des KFPS ausgezeichnet:

Janneke B. Stb Model (Norbert 444 x Fabe 348 P)

Die 7-jährige Janneke B. konnte bereits 2013 und 2014 den Titel der CK-Kampioene erringen. Im ABFP errang sie für ihren Vater beachtliche Punktzahlen im Reiten (85,0 Punkte) und Mennen (82,0 Punkte). In diesem Jahr stand sie am Kopf der Gruppe neuer Modelstuten und hat somit in kürzestmöglicher Zeit alles erreicht, was eine Stute im KFPS qua Exterieurkörung erreichen kann.

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Joy M. Stb Model (Pier 448 x Doaitsen 420)

Die ebenfalls 7-jährige Joy M. konnte in der von ihr absolvierten ABFP vor allem als Men- (84,5 Punkte) und Tuigpaard (8,0 Punkte) überzeugen.

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Liecke fan StarKing Stb Model (Dries 421 x Tsjitse 387)

Die ausgesprochen schöne Liecke fan StarKing ist die erste Modeltochter des in Südafrika stationierten Top-Vererbers Dries 421.

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Jaaikje K. Stb Model (Tjalbert 460 x Rindert 406)

Mit Jaaikje K. erhielt auch der in der Zucht nur wenig genutzte Tjalbert 460 seine erste Modeltochter.

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Fardau M. Stb Model (Haitse 425 x Leffert 306 P)

Die 9-jährige Fardau M. ist bereits die zweite Modeltochter von Haitse 425.

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Grytsje fan Ferwâlde Stb Model (Doaitsen 420 x Tsjerk 328 P)

Mit Grytsje fan Ferwâlde erhält der in den USA stationierte Doaitsen 420 seine bereits fünfte Modeltochter. Die rassetypische Stute überzeugte nicht nur durch ihren kraftvollen Trab, sondern auch mit ihrem besonders reichen Behang.

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Lobke fan ‘e Swarte Proenker Stb Model Sport (Norbert 444 P x Beart 411 P)

Eine hinsichtlich Bewegung besonders beeindruckende Stute ist Lobke fan ‘e Swarte Proenker, die im Vorjahr das Sportprädikat erreichte.

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Jitske Solkje Stb Model (Jisse 433 x Fetse 349)

Die hoch aufgerichtete Jitske Solkje imponiert mit ihrer Front und aktiven Hinterhand. Sie ist die dritte Modeltochter von Jisse 433.

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Luisa fan ‘e Grupstal Stb Model (Norbert 444 P x Sape 381)

Als eine von drei mit dem Modelprädikat ausgezeichneten Norbert 444-Töchtern, zählt auch die schöne Luisa fan ‘e Grupstal nun zu den bereits 10 (!) Modelnachkommen des preferenten Ausnahmevererbers.
Besonders erfreulich war die Modelerklärung dieser Stute auch für die Schweizer Zucht, ist doch die Mutter von Luisa – die 13-jährige Stella fan ‘e Grupstal Stb Ster Pref – in der Friesenzucht ‘fan Aurum’ der überaus sympathischen Scvhweizerin Ursi Alig-Infanger im Einsatz. Luisa fan ‘e Grupstal hat eine ältere Kroon-Vollschwester sowie eine weitere, 2015 geborene Vollschwester, die erst vorgestellt werden wird (Zavannah Stella fan Aurum).

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Allgemeines Championat

Den Höhepunkt der CK 2018 bildete natürlich das Allgemeine Championat, bei dem die besten Stuten aller Klassen nochmals gegeneinander antreten mussten, um das absolute Spitzenpferd aus dieser ohnehin schon enorm erlesenen Auswahl zu küren.

Der Titel ging schließlich an die Gewinnerin der 3-jährigen Sterstuten, die voorl. Kroon erklärte Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438). Diese Stute erhielt ihre 1.Prämie im August diesen Jahres auf dem renommierten Fokdag in Blauwhuis. Sie stammt aus Stutenstamm 116, ihre Mutter ist die Mewes 438 x Folkert 353 P gezogene Idsje fan Altena.

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CK-Kampioene 2018 – Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438)

Als große Errungenschaft für eine so junge Stute, holte sich die gewaltig trabende Twenterstute Berber fan Brabantshof Vb M (Jehannes 484 x Norbert 444 P) den Reservetitel der CK 2018.

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CK-Res.-Kampioene 2018: Berber fan Brabantshof Vb M (Jehannes 484 x Norbert 444 P)

 

Centrale Keuring 2018 – Pavo Fryso Pokal Dressur

Ereignisreiche Tage in den Niederlanden liegen hinter uns, denn der Höhepunkt des Zuchtjahres wurde vergangene Woche im FPS-Zentrum Drachten ausgetragen – die Centrale Keuring 2018.

Mehr als 250 gemeldete Pferde – Fohlen, Enter, Twenter, Ster-, Kroon- und Modelstuten sowie junge Sportpferde aus den Disziplinen Reiten und Fahren waren nach Drachten gereist, um ein weiteres Mal von der KFPS-Jury beurteilt zu werden. Ein Ticket für die Körbeurteilung an der CK erhalten nur die Pferde, die sich im Zuge der Körveranstaltungen des laufenden Zuchtjahres bereits weit über Durchschnitt präsentieren konnten und mit einer 1. Prämie belohnt wurden.

So verwundert es nicht, dass Friesenfreunde aus aller Welt nicht aus dem Staunen herauskommen, wenn diese “Créme de la Créme” der Friesenfohlen und -stuten präsentiert wird.

Mein ganz persönliches Fazit: Die Friesenstuten stehen ihren männlichen Kollegen um nichts nach und die Qualität der vorgestellten Pferde macht die CK sicherlich zu einem absoluten Highlight im Kalender jedes Friesenbegeisterten.

Pavo Fryso Pokal

Die CK fand ihre ersten Höhepunkte am 12. & 13.09.2018 in den Halbfinali des Pavo Fryso Pokal Dressur. Knapp 80 qualifizierte Pferde wurden in den zwei Tagen getrennt nach Hengsten / Wallachen und Stuten in jeweils zwei Klassen (4-jährige und 5- & 6-jährige Pferde) in Dressurprüfungen begutachtet und platziert.

Bei den 4-jährigen Stuten reüssierte Vajen T. Horsea Vb M (Tymon 456 x Jasper 366 P) unter Isabelle Vromans mit 78 Punkten, gefolgt von Tika fan Rijck’s Pleats Stb Ster (Wimer 461 x Doaitsen 420) unter Adrianne Wigmans und Veere fan Wylgster Pragt Stb (Wybren 464 x Jasper 366 P) unter Leonie Evink.

Bei den 5- und 6-jährigen Stuten war es Setske fan Oostenburg Kroon (Tsjalle 454 x Beart 411 P), die unter der Amazone Ingeborg Klooster ausgezeichnete 81 Punkte und damit den vordersten Rang erreichen konnte. Diese Halbschwester von Menne 496 bestach sowohl durch ihre herausragende Bewegung im Trab, als auch durch ihr äußerst ansprechendes, modernes Exterieur.

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Setske fan Oostenburg Kroon (Tsjalle 454 x Beart 411 P) beim Test unter dem Gastreiter

Das zweitbeste Ergebnis in diesem Halbfinale ging an eine weitere Tochter von Tsjalle 454Maartje fan Bangazathe Stb Ster Sport (Tsjalle 454 x Tamme 276) bewies ihr Talent unter dem Sattel ebenso wie die drittplatzierte Marije Helena L. Stb Kroon (Dries 421 x Leffert 306 P), eine Halbschwester des kürzlich nach Schweden verkauften Tymon 456.

Besonders interessant gestaltete sich auch das Halbfinale der 4-jährigen Hengste, waren in dieser Klasse doch immerhin 3 zum CO 2018 angewiesene Hengste und der Stammbuchhengst Ulbrân 502 qualifiziert. Dieses Quartett sollte dann auch ganz oben auf der Rangliste des Halbfinales mitspielen.

Leonie Evink ritt den als Instromer zum CO gemeldeten Theun fan Henswoude Vb Ster (Jisse 433 x Heinse 354 P) mit einer wahrhaft fantastischen Leistung auf die Kopfposition des Klassements. Dem bereits 2017 zur Hengstleistungsprüfung qualifizierten Jisse 433-Sohn wurde durch die Jury noch ein Jahr zur weiteren Entwicklung zugestanden, auf der CK 2018 präsentierte er sich nun mit einer beeindruckenden Galoppade und starker Trabaktion. Ein heißer Kandidat im CO 2018!

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Theun fan Henswoude (Jisse 433 x Heinse 354 P)

Auf dem 2. Platz reüssierte der 2017 gutgekörte Ulbrân 502 unter Laura Zwart. Der Reinder 452 x Jakob 302 gezogene Junghengst beeindruckte sowohl durch sein höchst modernes Exterieur mit langen Linien und perfektem Fundament, als auch durch starke Aktion in der Bewegung.

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Ulbrân 502 (Reinder 452 x Jakob 302)

Auf Platz 3 endete der ebenfalls zum CO qualifizierte Tjeerd van Diphoorn Vb Ster (Alke 468 x Folkert 353 P) unter Jacob van der Heide, der mit einer sensationellen 9 für den Schritt bewertet wurde.

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Tjeerd van Diphoorn Vb Ster (Alke 468 x Folkert 353 P)

Der dritte CO-Hengst im Bunde, der dänische Tarok Ellemose Vb Ster (Anders 451 x Anton 343 P) konnte zwar keines der 3 begehrten Finaltickets lösen, reüssierte aber dennoch weit vorne im Teilnehmerfeld auf dem 5. Platz.

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Tarok Ellemose Vb Ster (Anders 451 x Anton 343 P)

Besonders stark präsentierte sich das Teilnehmerfeld bei den 5- und 6-jährigen Hengsten und Wallachen. Der Gewinner dieses Halbfinales brachte bereits im Abreitering die Menge zum Staunen und bewies unter seiner Reiterin Harmina Holwerda auch im Ring fantastische Qualitäten. Der 6-jährige Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P) ließ keinen Zweifel daran aufkommen, wessen Sohn er ist, er erreichte 82,0 Punkte.

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Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P)

Um nur einen Punkt weniger erreichten Suzanne Frijlink und Pako van de Demro Stables Vb H (Tsjalle 454 x Fetse 349). Der 2013 geborene Sohn der bekannten Model- und Sportstute Kyra W.T. landete mit seiner außerordentlichen Galoppade somit auf Platz 2.

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Pako van de Demro Stables Vb H (Tsjalle 454 x Fetse 349)

Auf den dritten Platz reihte sich der nach Deutschland verkaufte Oane van de Egberdina Hoeve Vb Ster unter Madeleine Engelke. Der Tymon 456 x Dries 421 gezogene Hengst erreichte 78 Punkte.

Ebenfalls in dieser Klasse gemeldet waren die Stammbuchhengste Mees 497 und Nane 492, die mit jeweils 77 Punkten ex aequo mit Platz 4 Vorlieb nehmen mussten.

Mees 497-00783

Mees 497 (Tymon 456 x Dries 421)

Nane 492-00963

Nane 492 (Wimer 461 x Brandus 345 P)

Die jeweils 3 besten Kombinationen wurden schließlich in das Finale am 15.09. weitergeschickt, wo sie sich nochmals unter Fremdreitern beweisen mussten.

Als Champion der 4-jährigen Stuten bestätigte sich Vajen T. Horsea Vb M (Tymon 456 x Jasper 366 P), die Klasse der 5-und 6-jährigen Stuten ging an Setske fan Oostenburg Kroon (Tsjalle 454 x Beart 411 P).

In der Klasse der 4-jährigen Hengste und Wallache schaffte es Ulbrân 502 das Blatt zu wenden und auf Platz 1 zu laufen.

Bei den 5- und 6-jährigen Hengsten bestätigte sich wiederum das Ergebnis aus dem Halbfinale, der fantastische Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P) erreichte hier die höchstmöglichste Punktzahl von 100 und wurde vom Publikum auf seinen Ehrenrunden frenetisch gefeiert.

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Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P) – strahlender Sieger des Pavo Fryso Pokal Dressur!

 

 

 

 

FriesenFokus: Bücher, Register & Prädikate

Die Registrierungsmechanismen des KFPS sind für viele Neulinge in der Friesenszene ein Buch mit sieben Siegeln. Dieser FriesenFokus soll diesbezüglich für Aufklärung sorgen, und den Weg durch Bücher, Register & Prädikate von im KFPS registrierten Pferden nachvollziehbar darstellen.

Die Registrierung – Hauptbuch oder Beibuch?

Der erste Schritt bei der Registrierung von Friesen im KFPS ist die Zuteilung zu einem der grundlegenden Zuchtbücher. Dieser Prozess basiert auf der Abstammung des jeweiligen Pferdes und ist im Normalfall eine unabänderliche Einteilung auf Lebenszeit.

Grundsätzlich unterscheidet das KFPS zwischen dem Hauptbuch (nl. Hoofdboek), in dem Friesen mit erwünschter / legitimierter Abstammung registriert werden und den Beibüchern (nl. Bijboek), in denen Friesen registriert werden, deren Eltern (v.a. Väter) nicht unmittelbar als Zuchttiere vom KFPS zertifiziert wurden.
Im Falle abgekörter Deckhengste gilt die Registrierung im BbII ausschließlich für Pferde, die NACH der Abkörung des Hengstes von diesem gezeugt wurden. Nachkommen, die VOR der Abkörung gezeugt wurden bleiben ganz regulär im Hauptbuch registriert.

RegPräd Bücher

Jedes dieser Grundbücher (Hauptbuch, Beibücher I & II und D-Buch) unterteilt sich weiter in drei grundlegende Register: das Fohlenbuch (nl. Veulenboek, Vb), das Stammbuch (nl. Stamboek, Stb) und das Wallachbuch (nl. Ruinenboek, Rb)

Fohlen werden nach ihrer Zuteilung in eines der Zuchtbücher unmittelbar vorläufig in das jeweilige Fohlenbuch aufgenommen (voorloopige Veulenregistratie, VVR). Durch eine Registrierung beim KFPS mittels Haarprobe und der damit einhergehenden Bestätigung der Abstammung gelangen Fohlen aus dem VVR automatisch in das Fohlenbuch (Veulenboek, Vb), wo sie ihr Leben lang registriert bleiben, sofern sie sich nicht für die Aufnahme in andere Register qualifizieren.

Das Stammbuch dient als Register für erwachsene Stuten und Hengste, die sich zur Zucht qualifiziert haben. Im Falle von Stuten geschieht dies durch eine Vorstellung zur Stammbuchaufnahme auf einer KFPS-Zuchtschau im Alter von mindestens 3 Jahren, Hengste hingegen werden nur nach erfolgreicher Absolvierung der Hengstleistungsprüfung (Centraal Onderzoek, CO) und der damit einhergehenden Lizenzierung als KFPS-Deckhengst in das Stammbuch aufgenommen.

Im Ruinenboek (von nl. ruin = Wallach) werden kastrierte Hengste registriert, die im Alter von mindestens 3 Jahren auf einer KFPS-Zuchtschau zur Rb-Aufnahme vorgestellt wurden und sich für diese qualifizieren konnten.

Stutprädikate & Prämien

Insbesondere im Falle von Stuten existieren eine ganze Reihe von Prädikaten, die ein Pferd im Laufe des Lebens und am Weg durch die KFPS-Register erlangen kann.

Wie bereits oben ausgeführt, besteht die Möglichkeit, eine im Fohlenbuch registrierte Stute im Alter von mindestens 3 Jahren einer KFPS-Jury im Zuge einer Zuchtschau vorzustellen und diese zur Aufnahme in das Stammbuch anzubieten.

Erfüllt die Stute die Kriterien zur Stammbuchaufnahme nicht, so verbleibt sie weiter im Fohlenbuch (niet opgenomen).
Stuten, die sich für die Stammbuchaufnahme qualifizieren, werden entsprechend ihrer gezeigten Qualität mit unterschiedlichen Prämien ausgezeichnet.

  • keine Prämie / geen premie
    Die Stute wird ohne Prämie in das Stammbuch eingeschrieben.
  • 3. Prämie / 3e premie
    Die Stute konnte sich aufgrund ihrer gezeigten Qualität für eine 3. Prämie qualifizieren und wird in das Stammbuch aufgenommen.
  • 2. Prämie / 2e premie
    Stuten mit einer 2. Prämie konnten durch überdurchschnittliche Qualität überzeugen. Zumeist geht mit dem Erreichen einer 2. Prämie auch die Verleihung des Sterprädikats einher. Die Stute wird in diesem Fall als Sterstute in das Stammbuch eingeschrieben.
    In Ausnahmefällen kann das Sterprädikat Stuten mit einer 2. Prämie auch vorenthalten oder nur vorläufig erteilt werden (voorloopig Ster).
  • 1. Prämie / 1e premie
    Der Traum jedes Züchters ist, eine Stute mit 1. Prämie im Stall stehen zu haben. Solche Stuten müssen exzellente Qualität in Exterieur und Bewegung beweisen und erhalten neben dem Sterprädikat auch eine Einladung zur Zentralkörung (Centrale Keuring, CK) nach Drachten. Stuten, die durch besonders hohe Qualität beeindrucken, kommen darüber hinaus auch für die Verleihung eines (vorläufigen) Kroonprädikats in Frage.

Die Verleihung eines Kroonprädikats bedarf aber nicht nur einer entsprechenden Qualifikation auf einer Zuchtschau, die entsprechenden Stuten müssen darüber hinaus auch ihre sportliche Veranlagung beweisen, indem sie im Zuge einer ABFP- oder IBOP-Prüfung mehr als 77,0 Punkte erreichen.

Die Krönung einer Stutenkarriere stellt die Verleihung eines Modelprädikats dar. Dieses höchste KFPS-Stutprädikat wird im Normalfall auf der CK in Drachten an die besten und schönsten Stuten des Stammbuches vergeben. Stuten kommen erst ab einem Alter von 7 Jahren für die Verleihung des Modelprädikats in Frage, sofern sie ihre Sportveranlagung bewiesen (s.o.) und mindestens ein Fohlen gesäugt haben.

RegPräd Stuten

Neben diesen drei Stutprädikaten, die an eine Aufnahme in das Stammbuch gekoppelt sind (Ster, Kroon & Model) gibt es noch weitere Prädikate, die eine Stute unabhängig von ihrer eigenen Körleistung erwerben kann.

  • Sportprädikat, Elite-Sportprädikat
    Wird durch entsprechende Leistungen in einer der vom KFPS anerkannten Sportdisziplinen Dressurreiten, Dressurfahren (Mennen) und Showfahren (Tuigen) erworben.
  • Preferent
    Das Preferentprädikat erreichen Zuchtstuten, unter deren Nachkommen mindestens vier Pferde ein (mindestens) Sterprädikat erhalten haben. Auch Hengste, welche die 2. Besichtigung erreicht haben und Hengste, die vom KFPS gekört wurden bringen Punkte.
  • Prestatiemoeder
    Übersetzt “Leistungsmutter”. Das Prestatie wird an Stuten vergeben, von deren Nachkommen sich mindestens 3 Pferde in sportlicher Hinsicht als besonders leistungsstark erwiesen haben. Dies geschieht durch den Erwerb eines Sportprädikats oder durch das Erreichen einer Mindestpunktzahl von 75,0 in einer ABFP- oder IBOP-Prüfung.

Der Weg der Hengste

Die Möglichkeiten von Hengsten hinsichtlich des Erwerbs von Prädikaten innerhalb der KFPS-Bücher sind im Gegensatz zu Stuten deutlich limitiert.

Hengste bleiben grundsätzlich ein ganzes Leben lang im Fohlenbuch registriert, es sei denn sie werden kastriert und als Wallache in das Ruinenboek aufgenommen oder aber sie absolvieren erfolgreich den harten Weg zum offiziellen KFPS-Deckhengst.

Fohlenbuchhengste können aber im Alter von mindestens 3 Jahren im Zuge einer Zuchtschau vorgestellt werden, um ein Sterprädikat zu erhalten – dabei werden, anders als bei Stuten, keine Prämien vergeben, die Hengste können entweder Ster oder niet Ster erklärt werden. In beiden Fällen verbleiben sie weiterhin im Fohlenbuch registriert.

Das Erreichen eines Sterprädikats ist dabei lediglich eine Festellung überdurchschnittlicher Exterieur- und Bewegungseigenschaften – das Sterprädikat ist KEINE Deckerlaubnis.
Decklizenzen können KFPS-Hengste lediglich über eine erfolgreiche Absolvierung des CO (bzw. VO) erwerben. In Ausnahmefällen werden vom KFPS in Ländern, in denen nur eine erschwerte Zucht mit KFPS-Deckhengsten möglich ist (z.B. in Australien), beschränkte Deckbewilligungen an Fohlenbuchhengste vergeben (Vb H met dekvergunning).

Für Wallache hingegen gilt das selbe Prämiensystem wie bei der Stammbuchaufnahme von Stuten, mit der Ausnahme, dass keine Kroon- oder Modelprädikate an Wallache vergeben werden können. Auch hier reichen die Möglichkeiten vom niet opgenomen (Wallach verbleibt im Fohlenbuch) bis zur Aufnahme in das Wallachbuch mit 1. Prämie und Sterprädikat (Rb Ster).

RegPräd Hengste

Als zusätzliches Prädikat können sich Hengste und Wallach unabhängig ihrer Registrierung für das Sport- oder Elite-Sportprädikat qualifizieren.

Für Stammbuchhengste existiert zusätzlich noch die Möglichkeit ein Preferent-Prädikat zu erhalten. Die Vergabe dieser wirklich außerordentlichen Ehrung basiert auf einem komplexen Punktesystem, in dem auf Grundlage der Nachkommen und deren Prädikate eine Zahl errechnet wird, die in Relation zur Anzahl der gezeugten Nachkommen einen festgelegten Wert überschreiten muss.

 

 

FriesenFokus: Kleine Papierkunde

Es wird viel diskutiert und ist oftmals von besonderem Interesse – das zum Pferd gehörige Papier.

Grundsätzlich dient ein solches Papier in erster Linie als Abstammungsnachweis, d.h. es werden darin vom ausstellenden Verband die Ahnen des betreffenden Pferdes dokumentiert und diese Abstammung bescheinigt. Daneben enthalten Pferdepapiere zumeist auch noch weitere wichtige Informationen wie Geburtsdatum, Farbe / Abzeichen, Name und Anschrift des Züchters etc.

Im Falle der Rasse des Friesenpferdes ist das KFPS als Mutterstammbuch in erster Linie für die Ausstellung der Papiere / Abstammungsnachweise verantwortlich. Zwar stellen mitunter auch andere Zuchtverbände Papiere für Friesen aus, dies ist i.d.R. aber ein Hinweis auf nicht spezialisierte und / oder unseriöse Züchter. Das KFPS erkennt hinsichtlich der vereinsinternen Zuchtpolitik keine Friesen mit verbandsfremden Papieren an.

Um Friesenneulingen das Lesen und Verstehen von KFPS-Papieren etwas zu erleichtern, möchte ich im Folgenden einen kurzen Überblick über die Informationen geben, die sich aus einem solchen Abstammungspapier eruieren lassen.

Seit Januar 2015 gibt das KFPS seine Abstammungsnachweise für im Hauptbuch registrierte Pferde in einem blau / weißen Corporate-Design aus. Pferde, welche in den Beibüchern registriert sind, erhalten ein schwarz / weißes Papier.

Papier Muster

Davor waren Hauptbuchpapiere in einem charakteristischen gelb/grünen Design gehalten, das auch heute noch vielen Besitzern von älteren Friesen geläufig ist.

Papier Muster alt

Der Informationsgehalt beider Versionen ist gleichwertig, lediglich das Design hat sich geändert.

Welche Informationen sind auf dem Papier enthalten?

Papier Muster mit Übersetzung

Kopfzeile:

  • Register
    Darunter wird angegeben, in welchem KFPS-Register (Fohlenbuch, Stammbuch, Wallachbuch) das Pferd zum Zeitpunkt der Papierausfertigung geführt wird.
  • Geschlecht
    Hengst (Hengst), Merrie (Stute) oder Ruin (Wallach)
  • Reg.-Nummer
    Langversion der KFPS-Registriernummer
  • Chipnummer
    einmalige Nummer des an der linken Halsseite implantierten Mikrochips des betreffenden Pferdes
  • Geburtsdatum
  • Inzuchtkoeffizient (über 6 Generationen errechnet)
  • Stutstamm
    Die Nummer des Stutenstammes kann interessante Erkenntnisse über die Zuchtsicherheit der Abstammungslinie liefern. Stutenstämme können von KFPS-Mitgliedern über die Webseite des KFPS eingesehen werden.
  • Name

Unter der Kopfzeile finden sich folgende Informationen

  • Farbe / Kleur
    Im Regelfall Zwart (schwarz), extrem selten werden auch immer noch Füchse geboren (vos).
  • erlaubte Abzeichen / Aftekenning toegestaan
  • nicht erlaube Abzeichen / Aftekenning niet toegestaan

Rechts unter der Kopfzeile finden sich KFPS-Mitgliedsnummer (R-…), Name und Anschrift des Züchters (Fokker) und der ehemaligen und aktuellen Eigentümer (Eigenaar). Eigentümerwechsel erfordern die Rückstellung des Papiers an das KFPS, wo der neue Eigentümer eingetragen und das diesbezüglich geänderte Papier zurückgesandt wird. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es sehr ratsam ist, beim Veröffentlichen von Papieren in Internetforen etc. diesen Bereich abzudecken oder zu schwärzen, um etwaige Datenschutzverletzungen zu vermeiden.

Der größte Teil des Papiers wird durch die Dokumentation der Abstammung des Pferdes über vier Generationen eingenommen (dazu weiter unten mehr). Rechts daneben befindet sich eine kurze niederländische Erklärung, die klarstellt, dass der Abstammungsnachweis Eigentum des KFPS ist –  deshalb muss dieses Dokument bei Verkauf oder Ableben des Pferdes an den Verband zurückgegeben werden.
Darunter ist das Datum der Ausstellung des aktuellen Papiers vermerkt (Afgegeven).

Register und Prämien

Papier Muster Prämien

  • Registereintragungen
    Unter diesem Punkt werden alle Übertragungen des Pferdes in die verschiedenen Register des KFPS-Stammbuches dokumentiert. Beispielsweise wird hier angeführt, wann eine Stute vom Fohlenbuch (Vb) in das Stammbuch (Stb) übertragen wurde.
  • erhaltene Prämien
    Ein besonderes interessanter Punkt sind die im Papier vermerkten Prämien, die das betreffende Pferd im Laufe seines Lebens erhalten hat. Jede Beurteilung durch eine KFPS-Jury im Zuge einer offiziellen KFPS-Körveranstaltung wird im Papier vermerkt.

Die Abstammung

Der wichtigste und informativste Teil des KFPS-Papiers ist sicherlich der dokumentierte Stammbaum des Pferdes. Hier sind alle Vorfahren über vier Generationen inklusive ihrer Prädikate aufgeführt.
Grundsätzlich ist dabei zwischen der Vaterseite (oberer Zweig des Stammbaums) und der Mutterseite zu unterscheiden. Während die Vorzüge und Schwächen der Vaterseite zumeist bekannt oder relativ leicht zu recherchieren sind, kann die Mutterseite (und darin vor allem die Mutterlinie) viele hochinteressante Details offenbaren.

Der Begriff “Mutterlinie” (nl. moederlijn) bezeichnet die Linie der jeweils weiblichen Vorfahren des Pferdes, d.h. die Mutter, die Großmutter mütterlicherseits usw. Somit findet sich die Mutterlinie als unterster Zweig des Stammbaumes.

Papier Muster ML

Friesenkenner messen diesem Teil des Papiers zumeist besondere Bedeutung bei. Umso mehr und höhere Prädikate sich in der Mutterlinie finden, desto wertvoller die Abstammung des Pferdes.

Folgende Bezeichnungen und Abkürzungen werden in KFPS-Papieren verwendet:

  • Vb M (Fohlenbuchstute)
  • Stb (Stammbuchstute)
  • Ster
  • Kroon
  • Model
  • Pref* (Preferent; die Zahl nach dem * gibt an, wieviele Nachkommen der Stute Prädikate tragen)
  • Prestm (Prestatiemoeder / Leistungsmutter; Stute mit mindestens 3 Nachkommen, die das Sportprädikat tragen oder im Zuge eines IBOP / ABFP mehr als 75 Punkte erreicht haben)
  • Sport / Sport-Elite (Träger des Sport- / Elite-Sportprädikats)

Tragen die Stuten der Mutterlinie in allen vier Generationen höhere Prädikate (Ster oder höher bzw. Preferent), spricht man von einem “vollen Papier” (nl. vol papier), was als besonderes Qualitätsmerkmal gilt.
Das fiktive Pferd im obigen Beispiel würde über ein solches vol papier verfügen.

Für die korrekte Angabe der Abstammung eines Pferdes ist es auch wichtig zu wissen, welche Hengste dafür von besonderer Bedeutung sind.

Papier V - MV - MMVÜblicherweise gibt man die Abstammung eines Pferdes durch die Aufzählung von Vater, Muttervater (d.h. Vater der Mutter) und Mutter-Muttervater (d.h. Vater der Mutter der Mutter des Pferdes) an, jeweils getrennt durch ein “x”. Häufig werden in diesem Zusammenhang auch nur die Kürzel V, MV und MMV genutzt. Das fiktive Pferd auf obigem Papier hätte die Abstammung Pier 448 (V) x Nykle 309 (MV) x Jochem 259 P (MMV).