Zwischenstand nach ABFP 4/2021

In diesem Jahr besteht für mehrere junge Hengste die Möglichkeit, ihre Decklizenz durch die Überprüfung ihrer 3- und 4-jähriger Nachkommen in den ABFP-Tests auf Lebenszeit verlängern zu lassen.
Mit einer solchen “Gutkörung auf Abstammung” fällt auch die Limitierung auf 180 Deckungen p.a., die für noch nicht auf Abstammung geprüfte Hengste gilt.
Als Voraussetzung gilt die Überprüfung von mindestens 20 Nachkommen in 7-wöchigen ABFP-Tests, in denen die jungen Pferde ausführlich hinsichtlich ihrer Eigenschaften als Reit- und Fahrpferde geprüft werden.

2021 kommen folgende Hengste für eine Gutkörung auf Abstammung in Frage:

Tjaarda 483 (Time 398 x Lolke 371)
Julius 486 (Norbert 444 P x Beart 411 P)
Erryt 488 (Meinse 439 x Sytse 385)
Eise 489 (Maurits 437 x Olof 315 P)
Meinte 490 (Beart 411 P x Anton 343 P)
Elias 494 (Jorn 430 x Maiko 373)
Jurre 495 (Maurits 437 x Jasper 366 P)
Menne 496 (Norbert 444 P x Beart 411 P)
Mees 497 (Tymon 456 x Dries 421)
Rommert 498 (Norbert 444 P x Jasper 366 P)

Rommert 498 könnte in diesem Jahr seine Abstammungskörung abschließen.

Ihre Nachkommenkörung mit Sicherheit abschließen werden in diesem Jahr Julius 486, Eise 489 und Meinte 490, da von diesen Hengsten bereits ausreichend Nachkommen geprüft wurden.

Der in diesem Jahr “op wacht” gesetzte und damit vom Deckdienst freigestellte Tjaarda 483 kommt nach wie vor erst auf 3 geprüfte Nachkommen – viele seiner Kinder sind in den USA stationiert, wo im letzten Jahr aufgrund von Corona keine ABFPs stattfinden konnten. Man wird sehen, wie viele Tjaarda 483-Nachkommen dieses Jahr teilnehmen können.

Von Erryt 488 wurde bisher nur ein Pferd überprüft, von Elias 494 lief noch kein Nachkomme im ABFP. Diese Hengste sind daher in den folgenden Statistiken nicht angeführt.

Leistungen der bisherigen Teilnehmer / Stand 07.09.2021

In den 4 bislang abgehaltenen ABFP-Runden erreichten die Nachkommen der angeführten Hengste folgende Durschnittsleistungen (die grüne Linie markiert den Mittelwert, die blauen Balken zeigen die stärksten bzw. schwächsten Ergebnisse. Die rote Linie markiert die Durchschnittsleistung aus rund 700 ABFP-Prüfungen der letzten 5 Jahre).

Rijproef / Reitpferde-Prüfung

Aus den bisherigen Ergebnissen in der Reitpferdeprüfung ist klar ersichtlich, dass die Nachkommen der Hengste Julius 486, Eise 489 und Meinte 490 überdurchschnittliche Leistungen erbringen konnten. Die Anzahl der überprüften Pferde lässt diesbezüglich auch ein relativ gesichertes Urteil über die Vererbungsqualität der betreffenden Hengste zu.
Überraschend hingegen sind die bislang recht schwachen Ergebnisse der Nachkommen von Jurre 495 (8 gepr.), Menne 496 (8 gepr.) und Rommert 498 (6 gepr.). Zwar wurden von diesen Hengsten noch nicht einmal die Häfte der erforderlichen Nachkommen überprüft, trotzdem gibt der bisherige Trend durchaus zu denken, in Anbetracht der Tatsache, dass gerade Jurre 495 und Menne 496 in den letzten Jahren zahlreiche prädikatreiche Stuten gedeckt haben.
Von Tjaarda 483 und Mees 497 wurden bislang jeweils nur 3 Nachkommen geprüft, diese brachten hochgradig unterschiedliche Ergebnisse für die beiden Hengste zu Tage. Während die drei Nachkommen von Tjaarda 483 sehr schwache Ergebnisse als Reitpferde lieferten, konnten die drei Mees 497-Kinder durchaus passable Leistungen einheimsen. Selbstverständlich sind diese Durchschnittswerte sehr mit Vorsicht zu genießen, da noch viele Prüfungsergebnisse ausstehen, bis eine letztgültige Bewertung möglich ist.

Menproef / Dressuranspannung

In der Menproef zeigt sich für Julius 486, Eise 489 und Meinte 490 ebenfalls ein recht positives und abschließend beurteilbares Ergebnis. Die 8 bislang geprüften Nachkommen von Jurre 495 erzielten ebenfalls überdurchschnittliche Ergebnisse, die Nachkommen von Menne 496 konnten bisher durchschnittliche Leistungen in der Menproef erzielen. Für Rommert 498 ist der derzeitige Trend auch in der Dressuranspannung nicht positiv, wohingegen die 3 bisher geprüften Nachkommen von Mees 497 bemerkenswert gute Leistungen erbracht haben.

Tuigproef / Showanspannung

Im Tuigen konnten die Nachkommen von Julius 486 durchschnittlich reüssieren, die Nachkommen von Eise 489 und Meinte 490 brachten wiederum gute Leistungen. Jurre 495 liegt im derzeitigen Trend im Durchschnitt, die Nachkommen von Menne 496 lieferten Ergebnisse leicht unter dem Mittel. Überraschenderweise waren die bisher getesteten Nachkommen von Rommert 498 in der Disziplin Tuigen sehr schwach, wohingegen die 3 Nachkommen des gefeirten Dressur-Reitpferdes Mees 497 ein brillantes Durchschnittsergebnis liefern konnten.

Ausblick

Derzeit läuft der ABFP-Test 5 in den Niederlanden, in dem hauptsächlich weitere Nachkommen von Jurre 495, Menne 496 und Rommert 498 überprüft werden. Diese Leistungsprüfung endet am 16.09.21.
Anschließend sollen noch zwei weitere ABFP in NL stattfinden, darüber hinaus sollten dieses Jahr auch wieder die beiden traditionellen ABFP-Tests in den USA stattfinden können.
Man darf also gespannt sein, wie sich die Durchschnittsergebnisse der einzelnen Hengste weiterhin entwickeln werden – das Panorama wird jedenfalls berichten.

Österreichische Friesenzuchtschau 2021

In diesem Jahr hatten die Friesenfreunde Österreich Grund zu feiern, denn das 30-jährige Jubiläum der Vereinsgründung durch Kati Elsenwenger wollte zünftig begangen werden.
Aus diesem Grunde luden die FFÖ bereits am Samstag, 04.09.2021 zu einem Spektakel, das sich diesem Anlass mehr als würdig erwies.
Unter der kundigen Organisation von Claudia Prexl stellten Mitglieder und Freunde der FFÖ einen emotionalen, mitreißenden, begeisternden und mit Highlights gespickten Showabend im Anschluss an die jährliche Generalversammlung auf die Beine, der der Anmut und Schönheit des Friesenpferdes alle Ehre erwies.
Neben freundlichen Worten des KFPS-Vorsitzenden Detlef Elling, der zu den Feierlichkeiten angereist war, und bewegenden Reden von Gründungs-Obfrau “Friesen-Kati” Elsenwenger und Obfrau Angelika Mangweth waren es naturgemäß vor allem die Pferde, die das zahlreich angereiste Publikum zu Begeisterungsstürmen hinrissen.

Gründungs- und Ehrenobfrau Kati Elsenwenger im Kreise von Weggefährten und dem Vorstand der FFÖ

Neben Stammbuchhengst Rommert 498 (in Begleitung und in kundiger Hand des bekannt umtriebigen Albert Lueks), der Sport-Elite-Stute Primadonna und fantastischen Showacts der “Moments in Black” war als Überraschungsgast auch das Pferd des Jahres 2020, Friesen Exclusiv Wirdmer (Wirdmer fan ‘e Boppelannen Vb Ster Sport-Elite) mitsamt seiner Amazone Lisanne Veenje aus den Niederlanden angereist, um seiner ehemaligen Heimat Österreich die Ehre zu erweisen.

Rommert 498 mit Albert Lueks und Obfrau Angelika Mangweth

Dieser unvergessliche Abend bildete den Auftakt zu dem eigentlichen Ereignis am Folgetag – der jährlich von den FFÖ organisierten Friesenzuchtschau.

Auch dieses Jahr waren beinahe 40 Pferde gemeldet, – ein beachtliche Anzahl, wenn man die geringe Größe der österreichischen Friesenszene bedenkt – darunter 24 (!) Fohlen.
Als Juroren waren Piet Bergsma und Esther Reen angereist.

Fohlenrubriken

Der Tag begann traditionell mit der Premienkörung der Hengstfohlen – in dieser Rubrik waren 13 Fohlen gemeldet.
Ein Hengstfohlen wurde nicht prämiert, unter den anderen wurden drei 3. Prämien, sieben 2. Prämien und zwei 1. Prämien vergeben. Die beiden Hengstfohlen mit den ‘oranje linten’ wurden im anschließenden Ring um die Kampioenschap aneinander gemessen. Die Entscheidung dürfte für die Jury keine einfache gewesen sein, waren doch beide Fohlen in ihrer eigenen Art und Weise überaus qualitätsvoll.
Schlußendlich holte sich jedoch der äußerst typvolle Shilow von Lungau (Alwin 469 x Ster v. Hette 481) aus der prädikatreichen Zucht von Barbara und Hans Geiersperger-Lassacher den Titel vor dem überaus schönen Piet vom Goldseehof (Waander 512 x Ster v. Markus 491) aus dem nicht minder erfolgreichen Hause Christian und Angelika Mangweth.

Shilow von Lungau Vb H (Alwin 469 x Hette 481) – Kampioen Hengstveulen 2021

Unter den 9 anwesenden Stutfohlen wurden zwei 3. Prämien und sechs 2. Prämien vergeben. Das einzige ‘oranje lint’ – und damit der Kampioenstitel in dieser Rubrik – ging an die typvolle Samira O (Epke 474 x Stb v. Uldrik 457) aus der Zucht von Stephanie Osterbauer.
Die Reserve-Kampioene rekrutierte sich damit aus den Reihen der mit einer 2. Prämie bedachten Stutfohlen und ging wiederum an die Familie Geiersperger-Lassacher für ihre Menne 496 x Fabe 348 P gezogene Rivana von Lungau.

Samira O Vb M (Epke 474 x Uldrik 457 ) – Kampioene Merrieveulens 2021

Fohlenbuchstuten

Nach einer kurzen Mittagspause ging die Jury in der Rubrik der 4-jährigen und älteren Fohlenbuchstuten frisch ans Werk.
Die erste der drei in dieser Rubrik vorgestellten Stuten wurde nicht in das Stammbuch aufgenommen, die beiden weiteren Stuten präsentierten sich schön und von durchaus ansehnlicher Qualität, keine von ihnen konnte jedoch die Jury von einer Stererklärung überzeugen. Beide erhielten eine 3. Prämie.

Auch bei den 3-jährigen Vb-Stuten ließ die Jury es nicht an Strenge mangeln. Gleich zwei Stuten dieser Rubrik wurde die Aufnahme in das Stammbuch verweigert, eine Stute wurde ohne Prämie in das Stammbuch aufgenommen, drei weitere erhielten eine 3. Prämie.
Nur eine der jungen Friesenstuten konnte die Jury ausreichend von sich überzeugen, um mit einer 2. Prämie auch die begehrte Stererklärung zu empfangen.
Diese Ehre erging an die kalibrige und temperamentvolle Gräfin-K (Omer 493 x Ster v. Tsjalke 397) von Züchter und Besitzer Mag. W. Kromoser.

Gräfin-K Stb Ster (Omer 493 x Tsjalke 397)

Stammbuch-, Ster- und Kroonstuten

Den Abschlussreigen der östererreichischen Friesenzuchtschau 2021 bildete eine Reihe bereits verdienter und im Stammbuch befindlicher Stuten, die jeweils alleine in ihren Kategorien antraten.
In Rubrik 7 versuchte sich die äußerst typvolle Bartele 472-Tochter Ayse fan Limbach Stb (österr. Veulenkampioene 2016) an einer Graderhöhung, wurde aber mit einer 3. Prämie abgespeist.
In Rubrik 8 startete die 4-jährige Elisabeth vom Goldseehof Stb Ster AA (Omer 493 x Jasper 366 P), wurde aber von der Jury nicht mit einer 1. Prämie bedacht.

Elisabeth vom Goldseehof Stb Ster (Omer 493 x Jasper 366 P)

Ebenso erging es der ganggewaltigen Marije R.V. Stb Ster Sport AA (Tsjalle 454 P x Olof 315 P) in Rubrik 9.

Gewaltige Vorhand – Marije R.V. Stb Ster Sport (Tsjalle 454 P x Olof 315 P)


Als ein besonderes Highlight in einem kleinen Friesenland wie Österreich konnte aber auch in diesem Jahr eine Rubrik 10 (Prämienkörung von Kroonstuten) stattfinden, denn Hans und Barbara Geiersperger-Lassacher schickten eines ihrer Stalljuwelen ins Rennen – die 8-jährige Qantje Antje P. Stb Kroon AAA (Onne 376 x Beart 411 P). Diese Traumstute schlug nicht nur das Publikum in ihren Bann, sondern konnte mit ihrem beinahe makellosen Exterieur und ihrer eleganten Bewegung auch die Jury überzeugen – belohnt wurde dieses Bild von einem Pferd mit einer verdienten 1. Prämie.

Die schöne Qantje Antje P. Stb Kroon AAA, Zuchtschau-Kampioene 2021

Kampioenskeuring

Zur Kampioenskeuring wurden alle 4 Ster- und Kroonstuten des Tages eingeladen, um sich nochmals in Schritt und Trab der Jury vorzustellen.
Alle vier Stuten präsentierten sich dabei überzeugend und stellten ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis.
Am Ende hob sich die Onne 376-Tochter Qantje Antje P. Stb Kroon AAA aus der hocherfolgreichen Zucht von J. Peters aber qualitativ deutlich ab und holte sich verdient den Titel der österreichischen Zuchtschau-Kampioene 2021.
Der Reserve-Titel erging an die sich ebenfalls im Besitz von Friesenpferde Lungau befindliche Elisabeth vom Goldseehof Stb Ster, deren züchterische Wurzeln bei Familie Mangweth in Tirol liegen.

Fazit

Auf ein Neues hat die österreichische Friesenzucht auch im zweiten Jahr der Pest wieder bewiesen, dass in unserem kleinen Land qualitativ hochwertige Pferde gezüchtet werden, die sich sehen lassen können. Darüber hinaus war überaus eindrucksvoll zu sehen, welche Highlights an Show- und Sportfriesen in Österreich gehalten, trainiert und präsentiert werden – mit großer Unterstützung der FFÖ!
An dieser Stelle möchte sich auch das Friesenpanorama für die jahrelange fruchtbare Zusammenarbeit und die vielen Verdienste um das Friesenpferd beim gesamten Vorstand der FFÖ bedanken! Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr (dann hoffentlich ohne Pest).

Weitere Fotos und die traditionelle Videozusammenfassung der Zuchtschau, sowie des Showabends zur 30-Jahr-Feier folgen in Kürze.

Mewes 438 und Wimer 461 verstorben

Überaus traurige Neuigkeiten machen im Moment die Runde in der Friesenszene.
Am 24.03.2021 verstarben sowohl der 17-jährige, in Südafrika stationierte Mewes 438 (Teeuwis 438 x Oege 267 P) als auch der erst 14-jährige Wimer 461 (Hinne 427 x Heinse 354 P) jeweils an den Folgen einer Kolik. Beide Hengste standen noch aktiv im Deckdienst und waren bei den Züchtern durchaus beliebt.

Der 2004 geborene Mewes 438 war 2017 Kampioen der älteren Hengste auf der HK und deckte in seiner Karriere beinahe 700 Stuten. Mit rund 47% Sterstutenanteil, sowie 5 Kroon- und einer Modeltochter trug der Hengst aus Stam 082 sehr positiv zur Zucht bei.
2017 übersiedelte Mewes 438 nach Südafrika.

Mewes 438 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Wimer 461, geboren 2007, war aufgrund seiner auffällig imposanten Statur und seiner beeindruckenden Trabaktion für mich persönlich jedes Jahr ein Highlight auf der HK. Mit ca. 750 Deckungen im Laufe seiner Karriere sorgte Wimer 461 für reichlich Nachwuchs, darunter finden sich derzeit 2 Kroonstuten sowie 4 Sport-Nachkommen. 2015 wurde sein Sohn Nane 492 für den Deckdienst angekört, der heute als ausgesprochen starker Vererber gilt.
Unter den Töchtern von Wimer 461 erhielten bislang rund 41% ein Sterprädikat.

Wimer 461 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Fetse 349 in Südafrika verstorben

Das südafrikanische Gestüt “Quantum Stud” hat in einem Facebook-Posting bekannt gegeben, dass der 27-jährige Fetse 349 (Feitse 293 P x Djurre 284) kurz vor seinem 28. Geburtstag verstorben ist.

Fetse 349 wurde 1993 geboren und erhielt 1996 seine Decklizenz. Besonders in seinen ersten Deckjahren erfreute sich der Hengst aus Stamm 133 durchaus großer Beliebtheit bei den Züchtern, insgesamt brachte er es im Zuge seiner langen Karriere als Deckhengst auf beinahe 1700 Decksprünge. Er stammt aus einer erfolgreichen Tuigpaard-Familie und erreichte auch selbst ansehnliche Erfolge und das Sportprädikat in dieser Disziplin. Nach vielen Jahren in den Niederlanden fand Fetse 349 im Jahr 2011 seine neue Heimat in Südafrika. Seine letzte Saison absolvierte er im Jahr 2016, seither genoss er seine Rente.

FB-Post von Quantum Stud, 16.02.2021

Vier Söhne von Fetse 349 wurden für das Stammbuch gekört, allerdings erlangten nur zwei davon – Teeuwis 389 (1998 – 2016) und Wobke 403 (1999 – 2018) – auch ein Deckbrevet auf Lebenszeit. Seine Söhne Time 398 und Ymte 407 wurden hingegen abgekört.
Mit Mewes 438 (v. Teeuwis 389) und Tjaarda 483 (v. Time 398) sind derzeit zwei Enkel von Fetse 349 als Deckhengste im KFPS aktiv.

Insgesamt betrachtet war Fetse 349 ein überaus erfolgreicher Vererber – er hinterlässt 200 Ster-, 2 Kroon- und 7 Model-Töchter sowie 8 Nachkommen mit dem Sportprädikat. Unter seinen Töchtern liegt der Steranteil damit bei satten 46,9%.
Interessanterweise findet sich bislang keine Hengstmutter unter den Nachkommen von Fetse 349, er schlägt aber als MMV von Hette 481 (Norbert 444 P x Rindert 406) sowie als MMMV des umstrittenen Boet 516 (Jouwe 485 x Uldrik 457) zu Buche.

Mit Fetse 349 verstarb auch der letzte noch lebende, gutgekörte Sohn des berühmten Feitse 293 P, welcher mit seinen 6 gekörten und teils hocherfolgreichen Söhnen eine regelrechte Dynastie hinterließ.

Doaitsen 420 verstorben

Gestern Abend verbreitete sich über Social Media die Meldung, dass der 20-jährige Doaitsen 420 (Wander 352 x Reitse 272 P) in den USA verstorben ist.

Doaitsen 420 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Doaitsen 420 war zeitlebens ein besonderer KFPS-Deckhengst, der zu polarisieren vermochte. Einerseits galt er aufgrund seiner Blutführung und seines niedrigen Verwandtschaftsgrades (2021: 17,1%) als Ausnahmehengst und hält bis heute den Rekord der meisten Decksprünge in einem Jahr (419 Deckungen im Jahr 2009), andererseits gelten seine Nachkommen – glaubt man dem Buschfunk – als zu temperamentvoll und schwierig, was oft auf eine Stute in Doaitsens Mutterlinie zurückgeführt wird, deren Abstammung unbekannt ist.

Der in den USA geborene Doaitsen 420 wurde im Jahr 2004 gekört, 2009 legte er erfolgreich seine Abstammungskörung ab. Im Zuge seiner langen Deckkarriere wurden fast 2000 Nachkommen von diesem Hengst geboren, darunter 4 Stammbuchhengste (Sake 449, Sjouke 453, Bene 476 und Gerben 479), beinahe 210 Stertöchter, 18 Kroon- und 5 Modelstuten (Ster%: 48,3%).

Doaitsen 420, der einige Jahre in den Niederlanden stationiert war, kehrte 2011 in die USA zurück und verbrachte seine letzten Jahre als Deckhengst auf Maddi’s Friesian Ranch in Nevada.

Mit ihm verliert das Stammbuch einen kontroversiell diskutierten Hengst, der nichtsdestotrotz einen kaum zu unterschätzenden Beitrag für die KFPS-Friesenzucht geliefert hat. Durch ihn und seine Söhne werden seltene Blutlinien weitergetragen, die ohne Doaitsens durchschlagenden Erfolg für immer verloren gegangen wären.

Fohlenrapport 2020 (Deutsch)

Matthys 504 (Norbert 444 P x Beart 411 P)
54 Fohlen gekörtVWG 19,1%

Die Nachkommen von Matthys 504 sind ausreichend entwickelt, überdurchschnittlich lang liniert, verfügen über durchschnittliche Beinlänge und sind häufig abwärts gebaut.
Die rassetypischen Fohlen zeigen viel Front: lange, vertikal gestellte Halsungen (Unterhals kommt vor) und ausreichend edle Köpfe. Die Kopf-Hals-Verbindungen sind nicht ausgesprochen leicht oder schwer.
Die Schulterlagen sind durchschnittlich, Rücken und Lenden sollten oft stärker sein. Vor allem der Verlauf der Rücken ist häufig schwach und in manchen Fällen sehr schwach. Die Krupplage varriert, die Kruppen sind durchgehend überdurchschnittlich lang.
Die Fundamente sind hart mit von vorne gesehen korrekt gestellten Vorderbeinen. Die Hinterhände sind häufig säbelbeinig.
Die Fohlen zeigen einen ausreichend bis überdurchschnittlich kräftigen Schritt mit gutem Raumgriff. Der Trab ist raumgreifend und kraftvoll mit gutem Gebrauch der Vorhand und überwiegend überdurchschnittlicher Souplesse. Der Hinterhandgebrauch der Fohlen ist unterschiedlich stark ausgeprägt, die Körperhaltung zeigt ausreichend Aufwärtstendenz.

Teun 505 (Bartele 472 x Rindert 406)
56 Fohlen gekörtVWG 18,2%

Die Fohlen von Teun 505 sind im Allgemeinen gut entwickelt und korrekt gebaut: lang liniert, gut proportioniert, überwiegend hochbeinig und mit ausreichend Aufwärtstendenz im Bau.
Die Fohlen haben aufgrund ihrer edlen Köpfe und ihrer langen, vertikal gestellten Halsungen eine elegante Ausstrahlung. Die Kopf-Hals-Verbindungen sind unterschiedlich entwickelt, aber weder extrem leicht noch extrem schwer ausgeprägt. Die Schultern liegen überwiegend ausreichend schräg. Die Rücken sollten in einigen Fällen etwas stärker sein. Die Kruppen sind lang und zeigen in den meisten Fällen den erwünschten Aufbau. Die Qualität der Fundamente ist gut. Die Vorderbeine sind von vorn gesehen überwiegend korrekt gestellt, ein zehenweiter Stand kommt vor. Die Stellung der Hinterbeine ist durchwegs korrekt,ca. 1/3 der Fohlen ist säbelbeinig.
Im Schritt präsentieren sich die Fohlen überwiegend gut, kraftvoll und mit viel Raumgriff. Im Trab ergibt sich ein sehr homogenes Bild: überdurchschnittlicher Raumgriff, Kraft und Haltung und ausreichend Souplesse.
Der Hinterhandgebrauch der Fohlen ist unterschiedlich stark ausgeprägt.

Ulbe 506 (Anders 451 x Anton 343 P)
17 Fohlen gekörtVWG 16,5%

Die ausreichend entwickelten Fohlen von Ulbe 506 sind lang liniert, zeigen in den meisten Fällen eine ausreichende Rumpfrichtung und sollten regelmäßig hochbeiniger sein.
Hinsichtlich Rasseausstrahlung fallen die edlen Köpfe und die leichte Kopf-Halsverbindung auf. Die Halsungen sind ausreichend lang, sollten aber vertikaler platziert sein.
Die Rücken sollten regelmäßig stärker konformiert sein, die Lenden sind durchwegs ausreichend stark.
Krupplage und -länge liegen im Durchschnitt.
Das Fundament ist hart, die Stellung der Vorderbeine ist von vorne betrachtet korrekt, ein zehenweiter Stand kommt in manchen Fällen vor. Die Stellung der Hinterhand ist überwiegend korrekt, ca. 1/3 der Fohlen ist säbelbeinig.
Die Fohlen zeigen sich im Schritt durchgehend kraftvoll und beweisen in den meisten Fällen viel Raumgriff. Im Trab zeigt sich ein unterschiedliches Bild hinsichtlich Raumgriff, Kraft und Hinterhandgebrauch. Die Fohlen traben mit ausreichend Aufwärtstendenz und überdurchschnittlicher Souplesse.

Yme 507 (Tsjalle 454 P x Bente 412)
43 Fohlen gekörtVWG 18,4%

Yme 507 präsentierte eine Gruppe ausreichend entwickelter, lang linierter Fohlen, die häufig etwas kurzbeinigund regelmäßig abwärts gebaut sind.
Die rassetypischen Fohlen fallen durch ihre ausdrucksstarken Köpfe und ihre schöne Front mit langen, vertikal gestellten Halsungen auf.
Die Schultern liegen überwiegend schräg, ein schwacher Rücken kommt regelmäßig vor. Die Lenden sind in den überwiegenden Fällen gut angeschlossen, die Kruppen sind zumeist abfallend, aber auch Kruppen mit erwünschter Lage kommen vor. Die Kruppen sind durchgehend ausreichend bis überdurchschnittlich lang.
Die Fundamente sind überdurchschnittlich hart, die Vorderbeine sind in der Frontansicht zumeist korrekt gestellt – das gilt auch für die Hinterhände in der Seitenansicht.
Im Schritt zeigen die meisten Fohlen ausreichenden Raumgriff und Kraft.
Die gesamte Fohlengruppe trabt mit Raumgriff, Kraft, einer aufwärts tendierenden Haltung und viel Souplesse. Die Hinterhände werden dabei überwiegend ausreichend unter den Körper gesetzt.

Willem 508 (Hette 481 x Folkert 353 P)
8 Fohlen gekörtVWG 18,5%

Die Fohlen von Willem 508 sind überdurchschnittlich gut entwickelt und häufig hochbeinig. Die Modellierung des Körpers und die Rumpfrichtung sind variantenreich.
Ihre gute Rasseausstrahlung verdanken die Fohlen ihren edlen Köpfen, einer überwiegend leichten Kopf-Halsverbindung und langen, vertikal platzierten Halsungen.
Die Schultern liegen überwiegend durchschnittlich. Die Rücken sind häufig schwach und die Lendenkonformation weist ein wechselhaftes Bild auf – sowohl schwache als auch straffe Lenden kommen vor.
In den meisten Fällen sind die Kruppen durchschnittlich konformiert und überdurchschnittlich lang.
Von vorne betrachtet ist die Stellung der Vorderbeine bei allen gekörten Fohlen korrekt. Die Hinterhände sind in der Hälfte der Fälle (stark) säbelbeinig.
Der Schritt ist ausreichend raumgreifend, sollte aber deutlich kräftiger sein. Auch im Trab sollten sich die Fohlen raumgreifender und kräftiger bewegen. Die Körperhaltung im Trab tendiert häufig abwärts, die Fohlen zeigen aber viel Souplesse. Der Gebrauch der Hinterhand variiert.
Von Willem 508 wurden relativ wenige Fohlen gekört, diesem Umstand muss bei der Interpretation dieses Rapports Rechnung getragen werden.

Droht der Friesenpopulation ein genetischer Flaschenhals?

Die gestrige Hengstenkeuring mit ihren Stars und Sternchen und die Aktualisierung des KFPS-Hengstenstammbaums hat mich darüber nachdenken lassen, wie es derzeit um die genetische Variabilität in der Friesenpopulation bestellt ist.

Wieder wurden zwei Hengste – zweifellos gerechtfertigt in Anbetracht ihres Exterieurs und ihrer Bewegungsstärke – im Zuge der HK an die Spitze gestellt, die als Vererber nicht unbedingt einen positiven Beitrag zur Verbreiterung der genetischen Basis des KFPS-Friesen liefern: Jurre 495 (VWG 18,5%) und Jehannes 484 (VWG 18,4%).

Der durchschnittliche VWG (Verwandtschaftsgrad) der zu den Vorrijdagen angewiesenen Hengste liegt mit 17,9% ebenfalls recht hoch, lediglich sechs der 41 angewiesenen Hengste weisen einen VWG unter 17,5% auf.

Und wie sieht es unter den aktuell aktiven Deckhengsten des KFPS aus? Auch hier liegt der durchschnittliche VWG bei 17,83%, immerhin liegen aber 32 der 89 derzeit aktiven Deckhengste bei unter 17,5%, ganze 16 sogar unter 17,0%.

Grafisch dargestellt lässt sich leicht erkennen, dass etwas mehr als die Hälfte der aktiven Deckhengstpopulation einen VWG > 17,5% mitbringt:

Sieht man sich nun die Deckzahlen für das Jahr 2020 an, wird aber auch sehr schnell klar, dass die Hengste mit höherem VWG die Deckstatistik klar dominieren. Nur jeder dritte Decksprung geht auf das Konto eines relativ unverwandten Hengstes. Hengste, die wirklich positiv zur Blutverbreiterung beitragen können zeichnen sich lediglich für ca. 12% aller Bedeckungen verantwortlich.

Dieser Trend ist schon seit mehreren Jahren zu beobachten – die von den Züchtern häufig genutzten Hengste kommen in vielen Fällen aus bereits etablierten Hengstlinien, die oftmalige Nutzung dieser Hengste treibt deren Verwandtschaftsgrad weiter in die Höhe und so schließt sich der Kreis. Dazu kommt, dass von eben diesen Hengsten auch vermehrt Nachkommen zu Deckhengsten gekört werden. Kein Wunder – populäre Hengste erhalten nicht nur mehr Deckungen, sondern potenziell auch Zugang zu prädikatreicheren Stuten, die wiederum im statistischen Mittel qualitätsvollere Nachkommen bringen.
Um diesem Argument etwas mehr Fundament zu geben, möchte ich die diesbezüglichen Zahlen aus dem Fohlenjahrgang 2020 anführen.

In dieser Grafik habe ich alle 2020 geborenen Fohlen von Vätern mit einem VWG <17,0% (307 Fohlen) denen von Vätern mit einem VWG >18,5% (1417 Fohlen) gegenübergestellt und die Qualität ihrer Mütter prozentual nach Prädikaten aufgeschlüsselt.
Wie sich bereits anhand der o.a. Deckstatistik gezeigt hat, waren auch für den Fohlenjahrgang 2020 Hengste mit hohem VWG deutlich beliebter bei den Züchtern als unverwandte Hengste. Dementsprechend wurden von ersteren auch bedeutend mehr Fohlen geboren.
Der zweite gravierende Unterschied liegt aber in der Qualität der Mütter – während die unverwandten Deckhengste nur zu knapp über 50% Nachkommen aus Stuten zeugten, die mindestens das Sterprädikat tragen, liegt dieser Anteil bei Hengsten mit hohem VWG mit beinahe 75% signifikant höher.

Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang stellen die sinkenden bzw. stagnierenden Deckzahlen innerhalb der KFPS-Friesenzucht dar.

Nach einem Boom in den 2000er-Jahren sanken die Deckzahlen bis in die frühen 2010er um 40% und stagnieren seither auf diesem Niveau.
Der Anteil an den Deckungen durch die jeweils 5 bzw. 10 beliebtesten Hengste der jeweiligen Decksaison nahm aber bei weitem nicht im selben Maße ab wie die Gesamtanzahl der Deckungen. Dies ist in der grafischen Darstellung mit absoluten Zahlen nicht leicht zu erkennen, zeigt sich jedoch in einer prozentualen Aufschlüsselung sehr deutlich.

In dieser Darstellung ist gut zu erkennen, dass der prozentuale Anteil der Top 10 bzw. Top 5-Deckhengste an den Gesamtbedeckungen mit sinkenden Deckzahlen deutlich zunahm und 2016 sogar auf über 50% anstieg.
Das bedeutet, dass in diesem Jahr mehr als 50% aller Bedeckungen auf das Konto von nur 10 Hengsten gingen.
Interessanterweise scheint dieses Phänomen nicht unmittelbar mit der Anzahl verfügbarer Deckhengste zusammenzuhängen – ein Argument, das häufig genutzt wird, um das strenge Körprozedere des KFPS zu kritisieren.

Doch inwiefern trägt die Körpolitik des KFPS zu einer Verschärfung oder Entspannung der Lage bei?
Die Einführung von ausgewiesenen Zuchtwerten für Blutverbreiterung (bloedspreiding) und die Einbeziehung der Abstammungsverhältnisse in die Entscheidungen hinsichtlich Deckhengstkörung waren nur einige von vielen positiven Zeichen in letzter Zeit, die durchaus ein ernsthaftes Bestreben seitens des Zuchtbuchs haben erkennen lassen, sich der Problematik des sich verkleinernden Genpools annehmen zu wollen.
Doch trotz dieser Bestrebungen und der immer wieder öffentlich stattfindenden Beleuchtung der Thematik muss auch gesagt werden, dass dem KFPS eine gewisse Inkonsequenz in seinen Handlungen vorgeworfen werden kann. Und das nicht nur in Hinblick auf das Forcieren von hochverwandten Hengsten als Kampioenen, sondern auch in der tatsächlichen Körpolitik.
Sieht man sich den VWG der in den letzten 5 Jahren gekörten Hengste an, erhält man das folgende Bild:

Zwar finden sich in dieser Gruppe auch Hengste wie Wolter 513 (VWG 15,8%) und Wibout 511 (VWG 16,3%), der überwiegend größere Teil der angekörten Junghengste liegt aber verwandtschaftlich in einem Rahmen, welcher der genetischen Breite der Gesamtpopulation eher unzuträglich ist.

Es scheint also, dass nicht nur in Züchterkreisen ein Umdenken stattfinden muss, wenn die Friesenpopulation auf längere Sicht auf genetisch gesunden Beinen stehen soll. Auch in der Kör- und Zuchtpolitik können noch viele Weichenstellungen erfolgen, um die bedenklichen Entwicklungen der letzten Jahre auszugleichen.
Nicht zuletzt muss das aus züchterischer Sicht auch häufiger die Abkehr von den Publikumslieblingen bedeuten – so schwer die individuellen Leistungen im Sport, die individuelle Schönheit oder die Performance auf der HK auch wiegen mögen, so muss doch auch ganz klar gesagt werden, dass mit der züchterischen Weiterentwicklung der Rasse durch solche Stempelhengste auch eine weitere Verengung des Genpools Hand in Hand geht.
Problematische Ausmaße wird dieser Weg in wenigen Jahrzehnten annehmen, vor allem wenn genetisch wertvolle Linien immer kleiner und unbedeutender werden oder ganz verschwinden.
Glücklicherweise gibt es aber auch heute schon Züchter, die dieses Problem klar erkannt haben und dagegen arbeiten – ich wünsche diesen besonders viel Glück in ihren Bemühungen. Möge ihr Weg von Erfolg gekrönt sein.

Paard van het jaar 2020: Friesen Exklusiv Wirdmer

Das KFPS-Pferd des Jahres 2020 kommt (zumindest zum Teil 🙂 ) aus Österreich!

Friesen Exklusiv Wirdmer (Stb-Name Wirdmer fan ‘e Boppelannen Vb Ster Sport-Elite) hat es geschafft – durch seine großartigen Sporterfolge in der Dressur unter Lisanne Veenje, konnte der 13-jährige Hengst (Beart 411P x Jillis 301) genug Zustimmung auf sich vereinen, um zum “Paard van het jaar 2020” ausgerufen zu werden,
Herzliche Gratulation an Familie Prexl aus Österreich, unter deren Fittichen der Ausnahmehengst zuerst in Österreich und später in den Niederlanden seine Sport-Meriten sammeln konnte.

Jurre 495 zum 4. Mal Kampioen

Es war ein aufregender Tag mit großen Momenten, vielen Emotionen und einer Überraschung am Ende – die Hengstenkeuring 2021 hatte es definitiv in sich.

Aufgrund der Coronamaßnahmen wurde dieses Herzens-Event der Friesenszene zum ersten Mal online abgehalten, ohne volle Besuchertribünen – und das wirklich hervorragend organisiert durch das KFPS und ausgestrahlt durch Omrop Fryslan.

Der Tag begann bereits mit einigen wehmütigen Momenten – bereits in den Vormittags-Rubriken fehlten signifikante Hengste wie Markus 491, Bartele 472, Pier 448 aber auch der große Beart 411 P. Darüber hinaus wurde bald bekannt, dass auch der Vorjahres-Kampioen, Matthys 504, aufgrund einer kleinen Verletzung in diesem Jahr nicht an der HK würde teilnehmen können.

Nichtsdestotrotz war jede Rubrik für sich ein spannendes Spektakel mit allerlei bemerkenswerten Teilnehmern.

In Rubrik 3 holten sich beispielsweise die beiden ungleichen Kontrahenten Nane 492 und Jehannes 484 das Ticket für die Kampioenskeuring, in Rubrik 4 wiederum konnten sich Jurre 495 und Menne 496 qualifizieren. Die äteren Hengste der Rubrik wurden dieses Jahr in 3 Gruppen gerichtet und brachten neben dem preferenten Tsjalle 454 und dem Alt-Publikumsliebling Alwin 469 überraschend und verdient auch Michiel 442 und Aarnold 471 in den Kampioensring.

Richtig spannend wurde es aber gewohnterweise am späten Nachmittag mit den Kampioenskeuringen.

Bei den älteren Hengsten traten die bereits genannten Kontrahenten Nane 492, Jehannes 484, Alwin 469, Aarnold 471, Tsjalle 454 und Michiel 442 gegeneinander an.
Die Jury entschied, allen Hengsten nochmals die Chance auf eine Trabrunde im Ring zu geben, die die älteren Herren überzeugend zu nutzen wussten.
Am Ende blieben Nane 492 und Jehannes 484 übrig – zweiterer holte sich den Titel bei den Oudere Hengsten, Nane 492 konnte mit seiner bestechenden Trabaktion den Reserve-Titel einstreifen.

Jehannes 484 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Im Kampioensring der jüngeren Hengste zeichnete sich dann ein echter Nervenkrimi ab.
Angewiesen waren Menne 496, Jurre 495, Tjebbe 500, Tymen 503, Yme 507, Teun 505, Arent 515, Boet 516, Beant 517 und Dedmer 519. Es war ein Schaulaufen von Schönheit, Eleganz und Bewegungstalent und so mancher Zuschauer (ich 🙂 ) war geneigt, bei jedem Auftritt seine Meinung zu ändern, wer denn nun Kampioen werden möge.
Am Ende war es aber dann doch beinahe klarer als angenommen, denn der junge Teun 505 zeigte in seiner letzten Trabrunde mit Vehemenz, was in ihm steckt und heimste damit hochverdient den Kampioenstitel der jungen Hengste ein. Als Reserve-Kampioen empfahl sich der 3-fache Allg. Kampioen Jurre 495.

So weit, so gut – im Kampioensring trafen die vier Kontrahenten dann ein letztes Mal aufeinander, um in ihren Trabrunden zu zeigen, warum sie zu den besten Hengsten des KFPS zählen.

Jehannes 484 bestach durch fantastische Taktreinheit in seiner exaltierten Bewegung, Nane 492 holte mit seiner Vorhand die Sterne vom Himmel und Teun 505 konnte mit seiner imposanten Erscheinung und seiner flitzenden Hinterhand überzeugen. Auch Jurre 495 zeigte sich bestechend gut, trotzdem fehlte es ihm ein klein wenig an der Präzision der vergangenen Jahre.
Und damit hatten ihn wohl auch viele nicht mehr als Anwärter auf den Kampioenstitel im Sinn, insbesondere bei Betrachtung der überaus starken Konkurrenz.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Juryvorsitzende Sabien Zwaga rief schlußendlich Jurre 495 zum vierten Mal nach den Jahren 2017, 2018 und 2019 zum Allg. Kampioen der HK 2021 aus – schon wieder.
Der Reserve-Titel ging an den Allg. Kampioen 2015, Jehannes 484.

Jurre 495 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Den letzten 4-fach-Kampioen gab es übrigens 1977. Damals wurde der Stempelhengst Wessel 237 P zum vierten Mal Kampioen der HK. Er sollte diesen Titel aber noch zwei weitere Male holen (1978 & 1980). Jurre 495 hat also noch Potenzial, wenngleich ich ganz persönlich sagen muss, dass ich im nächsten Jahr den Titel dann vielleicht doch einem anderen Hengst vergönnt wäre :).

41 Hengste zu den Vorrijdagen verwiesen

Im Zuge der 2. Besichtigung, die dieses Jahr als Online-Event im niederländischen Drachten stattfand, wurden 41 junge Hengste zu den Vorrijdagen verwiesen.
Diese Köranwärter erhalten damit die die Chance, ihr Talent unter dem Sattel zu beweisen und dadurch ein Ticket für die Hengstleistungsprüfung 2021 zu lösen.

Zur 2. Besichtigung waren 96 Hengste zugelassen, welche am 14. & 15.01.2021 durch die KFPS-Jury beurteilt wurden.

Folgende Pferde wurden in die Vorrijdagen weiterverwiesen:

Betrachtet man die Gesamtzahl der zur 1. Besichtigung angemeldeteten Hengste, sowie die in die 2. Besichtigung und schließlich zu den Vorrijdagen verwiesenen Pferde nach Vätern, ergibt sich folgendes Bild.

Interessant zu bobachten ist dabei v.a. der prozentuale Anteil weiterverwiesener Hengste, der in einigen Fällen bemerkenswert hoch liegt. Unter den Vätern mit mehr als 10 zur 1. Besichtigung angemeldeten Nachkommen fallen dabei insbesondere die Werte für Rommert 498 (11 angemeldet, 27,3% zu den VRD verwiesen), Omer 493 (17 angemeldet, 23,5% verwiesen) und Nane 492 (18 angemeldet, 22,2% verwiesen) auf.

Von den 32 angemeldeten Nachkommen von Markus 491 wurden hingegen nur 6,3% weiterverwiesen, von den 13 angemeldeten Nachkommen von Julius 486 wurde sogar kein einziger Hengst in die Vorrijdagen mitgenommen.

Hinsichtlich der Anzahl zu den VRD angewiesener Hengste ergibt sich folgendes Bild:

Aus Sicht der Mutterväter gestaltet sich das Bild folgendermaßen: