CO-Rapport Ulbrân 502

Hengst: Ulbrân 502

CO Ulbran 502

Exterieur

Rassetyp
Ulbrân 502 ist ein prächtiger, großer Hengst mit imponierender Erscheinung und viel Front. Sein Kopf könnte ansprechender sein, die lange Halsung ist gut geformt und korrekt vertikal gestellt. Das Genick ist ausreichend lang, Ulbrân 502 ist ausreichend schwarz gefärbt und verfügt über durchschnittlich viel Behang.

Gebäude
Ulbrân 502 verfügt über lange Linien und steht gut im Rechtecksmodell. Seine Oberlinie ist etwas gesunken, der Anschluss von Rücken und Lenden ist überdurchschnittlich gut entwickelt. Die lange Schulter ist in ausreichendem Maß schräg gestellt, die lange Krupp ist leicht abfallend. Der Hengst ist horizontal gebaut.

Veterinärmedizinische Anmerkungen
Nebenbefund: Fessel – OCD Klasse E (rechts vorne)

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Ulbrân 502 hat sich im Laufe der HLP gut entwickelt. Er fiel vor Allem durch seinen enormen Arbeitseifer und seinen Einsatz auf. Er verfügt über viel Geschmeidigkeit und Schulterfreiheit und beweist im Gebrauch aufwärts tendierende Bewegungen. Ulbrân 502 wurde aufgrund seiner Arbeitsbereitschaft gepriesen. Sowohl Reiter als auch Fahrer fanden ihn fein zu arbeiten, er reagiert gut auf Hilfen.

Schritt
Durch Nervosität und Anspannung war der Schritt des Hengstens vor Allem anfangs sehr negativ beeinflusst. Entspannt sich der Hengst, so zeigt er einen sauberen, raumgreifenden Schritt mit ausreichendem Krafteinsatz.

Trab
Ulbrân 502 zeigt im Trab viel Körpereinsatz, Souplesse und eine gute Balance. Darüber hinaus beweist er dabei eine gute Selbsthaltung mit guter Aufwärtstendenz. Er verfügt über viel Schulterfreiheit, die Vorhand wird raumgreifend nach vorne gesetzt. Sein gut aktivierbares Hinterbein könnte noch schneller unter den Körper treten.

Galopp
Die Galoppade tendiert überdurchschnittlich aufwärts, der Hengst zeigt dabei ausreichenden Körpereinsatz und eine überdurchschnittliche Selbsthaltung. Auch in dieser Gangart lässt er sich gut steuern.

Veranlagung als Reitpferd
Ulbrân 502 präsentiert sich als sehr talentiertes Reitpferd. Er lässt sich fein arbeiten und beweist eine sehr gute Einstellung. Er zeigt aufwärts tendierende Bewegungen mit einer guten Selbsthaltung. Der Galopp wird ausreichend bergauf gesprungen.

Veranlagung als Fahrpferd
In der Gebrauchsanspannung beweist Ulbrân 502 sehr viel Talent. Er verfügt über viel Selbsthaltung und sein Vermögen zur Rahmenerweiterung fällt positiv auf. Er lässt sich in dieser Disziplin sehr gut arbeiten, beweist eine natürliche Balance und zeigt eine lange Schwebephase. Auch in der Showanspannung hat Ulbrân 502 durch seine natürliche Balance mit viel Front und seine gute Selbsthaltung Talent, allerdings sollte er sich in dieser Disziplin noch etwas mehr auf die Hinterhand setzen. Das Hinterbein sollte auch schneller unter den Körper treten.

Examen Ulbran 502

Beurteilung Leistungsprüfung
Ulbrân 502 hat sich in der HLP gut entwickelt. Positiv sind sein Körpereinsatz, seine Aufwärtstendenz in der Bewegung und seine sehr gute Arbeitseinstellung. Er lässt sich in allen drei Disziplinen sehr gut arbeiten.

Endbeurteilung

Ulbrân 502 ist ein Hengst aus einer überdurchschnittlichen Abstammung, er verfügt über ein gutes Exterieur mit ausreichendem Rassetyp und hat eine sehr gute Veranlagungsprüfung in allen drei Diszplinen abgelegt. Auf Basis davon wird er in das Stammbuchregister eingeschrieben.

Mutterrapport

Allgemein
Die Mutterstute ist verstorben.

Mutterlinie
Ulbrân 502 stammt aus einer prädikatreichen Linie. Die Mutter ist eine 2. Prämie-Sterstute von Jakob 302, seine Großmutter ist die Rypke 321-Tochter Jeldau fan ‘e Wigeri Model Pref. Aus dieser Stute stammen die Hengste Haitse 425 und Wylster 463. In der nächsten Generation steht eine modelpreferente Stute von Lute 304 und davor wiederum eine Sterstute von Teake 273.

Gebrauchsempfehlung

Ulbrân 502 kann das Modell, die Arbeitseinstellung sowie die Geschmeidigkeit und Rittigkeit verbessern.

CO-Rapport Tiede 501

Hengst: Tiede 501

CO Tiede 501

Exterieur

Rassetyp
Tiede 501 ist ein ansprechender, rassetypischer und jugendlich wirkender Hengst. Sein Kopf ist ausreichend ansprechend und die etwas schwer angesetzte Halsung ist ausreichend vertikal gestellt. Tiede 501 hat überdurchschnittlich viel Behang und ist schwarz gefärbt.

Gebäude
Tiede 501 ist überaus korrekt gebaut. Der Hengst ist lang liniert und steht gut im Rechtecksmodell. Er verfügt über eine starke Oberlinie, die Rumpfrichtung ist horizontal und seine lange Krupp zeigt die erwünschte Lage.

Fundament
Das Fundament könnte mehr Qualität vorweisen. Der Stand der Vorhand ist leicht zeheneng, die Hinterhand ist korrekt gestellt.

Veterinärmedizinische Anmerkungen
Nebenbefund: Fessel – OCD Klasse D (links vorne)

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Tiede 501 hat während der HLP viele Fortschritte gemacht. Durch seine Jugend startete er etwas zögerlich in das Training, war manchmal nervös und schnell müde, dies hat sich jedoch im Laufe der HLP verbessert. Sowohl Reiter als auch Fahrer lobten seinen Einsatz und seine Rittigkeit. Tiede 501 bewegt sich mit Kraft und Raumgriff, dabei verfügt er über viel Vortwärtsdrang.

Schritt
Tiede 501 hat von Natur aus einen ausreichend geräumigen und aktiven Schritt, der gut durch den Körper verläuft. Anspannung bzw. Nervosität wirken sich negativ auf diese Anlage aus.

Trab
Der Trab ist raumgreifend und kräftig, mit guter Körperhaltung und ausreichender Geschmeidigkeit. Die gut aktivierbare Hinterhand zeigt dabei eine gute Beugung im Sprunggelenk, sollte aber noch etwas schneller unter den Körper gestellt werden.

Galopp
Die Galoppade wird gut aufwärts gesprungen, der Hengst zeigt dabei überdurschnittlichen Körpereinsatz und eine gute Haltung.

Veranlagung als Reitpferd
Tiede 501 beweist als Reitpferd viel Talent durch seine gute Balance und seine Rittigkeit in allen drei Grundgangarten. Er zeigt unter dem Sattel eine gute Selbsthaltung und gibt seinem Reiter ein sehr gutes Gefühl.

Veranlagung als Fahrpferd
Tiede 501 hat in der Gebrauchsanspannung durch seinen Einsatz, seine Haltung und seine Bearbeitbarkeit sehr viel Veranlagung. Vor dem Wagen beweist er eine gute Bewegungstechnik und ist fein zu fahren. Im Tuig hat Tiede 501 durch seinen kraftvollen Hinterhandgebrauch, seine Bearbeitbarkeit und seinen Vorwärtsdrang überdurchschnittliche Anlagen, allerdings fehlt es ihm in dieser Disziplin an natürlicher Aufrichtung und Front.

Examen Tiede 501

Beurteilung Leistungsprüfung
Tiede 501 hat sich im Laufe der HLP in allen drei Disziplinen sehr gut entwickelt. Er ist gut zu arbeiten, beweist eine gute Technik in der Bewegung, zeigt viel Arbeitseifer und ist fein zu reiten und zu fahren. Als Tuigpaard fehlt es ihm an der natürlichen Aufrichtung und er sollte mehr Front zeigen.

Endbeurteilung

Tiede 501 verfügt über eine gute Asbtammung und ein sehr gutes Exterieur. Er hat eine gute Leistungsprüfung abgelegt, wobei er viel Talent als Reit- und Gebrauchsfahrpferd und überdurchschnittliche Anlagen in der Showanspannung beweisen konnte. Auf Basis davon wird er in das Stammbuchregister eingetragen.

Mutterrapport

Allgemein
Tiede 501 stammt aus der 1. Prämie-Sterstute Corrine Z. Diese ist eine sehr korrekt gebaute, durschnittlich typvolle Stute, die gut im Rechtecksmodell steht. Sie verfügt über einen ansprechenden, etwas langen Kopf, eine lange, schräge Schulter und eine starke Oberlinie. Die lange Krupp ist korrekt gelegen. Die Halsung ist ausreichend lang, sollte aber vertikaler platziert sein, die Rumpfrichtung ist horizontal. Das Fundament der Stute könnte mehr Qualität vorweisen, die Vorhand ist etwas zeheneng gestellt. Die Hinterhand ist korrekt gestellt. Der Schritt ist raumgreifend und ausreichend aktiv. Im Trab präsentiert sich die Stute mit Raumgriff, ausreichender Kraft und durchschnittlicher Schulterfreiheit. Die Hinterhand wird dabei ausreichend schnell und ausreichend weit unter den Körper gebracht.

Mutterlinie
Tiede 501 kommt aus der 1. Prämie-Sterstute Corrine Z. von Loadewyk 431 Sport-Elite. Davor steht eine Sterstute von Teunis 332 Sport P,  davor wiederum eine sterpreferente Stute von Feitse 293 P. Darauf folgt die bekannte Berbertsje Ster Pref (v. Tsjalling 235 P), welche die Mutter von Sierk 326 ist. Somit sprechen wir vom bekannten Plantinga-Stamm – einer prädikatreichen Linie, in der Bewegung verankert ist.

Gebrauchsempfehlung

Tiede 501 kann das Model, die Geschmeidigkeit, die Arbeitseinstellung und Rittigkeit verbessern.

 

CO-Rapport Tjebbe 500

Hengst: Tjebbe 500

CO Tjebbe 500

Exterieur

Rassetyp
Tjebbe 500 ist ein jugendlich wirkender Hengst mit ausreichendem Rassetyp. Der Kopf ist klein und durchschnittlich ausdruckstark. Die vertikal gestellte Halsung ist gut geformt, aber etwas kurz. Der Hengst verfügt über ausreichend Behang und ist tiefschwarz gefärbt.

Gebäude
Tjebbe 500 verfügt über ausreichend lange Linien. Die Halsung sollte etwas länger sein, der Nacken ist ausreichend lang. Der Rücken ist leicht gesunken mit einer gut entwickelten Lendenpartie. Der Widerrist könnte etwas ausgeprägter entwickelt sein und etwas besser in den Rücken verlaufen. Die Schulter ist ausreichend lang und durchschnittlich gut gewinkelt. Die Krupp ist einigermaßen abfallend mit ausreichender Länge. Tjebbe 500 ist leicht abwärts gebaut.

Fundament
Das Fundament strahlt ausreichende Qualität aus. Die Vorhand ist korrekt gestellt, die Hinterhand ist einigermaßen steil gefesselt und steht recht eng. Die Hufe lassen etwas Format vermissen.

Veterinärmedizinische Anmerkungen
keine

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Tjebbe 500 hat sich im Zuge der HLP gut entwickelt. Er beweist Körpergebrauch und Geschmeidigkeit bei überdurchschnittlicher Schulterfreiheit. Die Reiter und Fahrer wussten Gutes über seine Einsatzbereitschaft, Bearbeitbarkeit, seine Fähigkeiten in der Rahmenerweiterung, seine gute Einstellung und seine starke Hinterhand zu berichten, welche mit viel Beugung im Sprunggelenk gut unter den Körper tritt. Er vermittelt seinen Reitern und Fahrern ein gutes Gefühl.

Schritt
Der Schritt ist raumgreifend und kräftig, der Hengst schreitet mit ausreichender Schulterfreiheit gut durch den Körper.

Trab
Tjebbe 500 zeigt im Trab überdurchschnittliche Geschmeidigkeit und verfügt über viel Technik im Gebrauch der Hinterhand, welche viel Beugung im Sprunggelenk aufweist. Er beweist viel Vermögen zur Rahmenerweiterung im Trab. Tjebbe 500 hat im Trab eine gute Selbsthaltung und verfügt über überdurchschnittliche Schulterfreiheit. Außerdem beweist er viel Vorwärtsdrang.

Galopp
Der Galopp hat sich im Zuge der HLP gut entwickelt. Der Hengst ist auch in dieser Gangart gut zu arbeiten und hat gelernt, seinen Körper dabei mehr zu gebrauchen. Er zeigt gutes Sprungvermögen mit einer guten Selbsthaltung. Die Hinterhand wird weit unter den Körper gebracht.

Veranlagung als Reitpferd
Tjebbe 500 beweist viel Talent unter dem Sattel. Er zeigt viel Einsatzwillen, ist gut zu arbeiten und gibt seinen Reitern ein gutes Gefühl. Er kann sich gut im Rahmen erweitern und verfügt über einen gut steuerbaren Galopp.

Veranlagung als Fahrpferd
Als Gebrauchsfahrpferd hat Tjebbe 500 durch seine sehr gute Bewegungstechnik viel Talent, wobei der starke Hinterhandgebrauch auffällt. Er kann seinen Rahmen gut erweitern und zeigt als Menpaard eine gute Haltung. In der Showanspannung ist seine Veranlagung durchschnittlich, er sollte in dieser Disziplin mehr Selbsthaltung zeigen und sich dadurch mit mehr Aufrichtung bewegen. Trotzdem fällt auch vor dem Showwagen sein starker Hinterhandgebrauch positiv auf.

Examen Tjebbe 500

Beurteilung Leistungsprüfung
Tjebbe 500 hat im Zuge der HLP in allen drei Disziplinen viele Fortschritte sehen lassen. Sein Vermögen zur Rahmenerweiterung und seine Bewegungstechnik fallen dabei positiv auf. Er lässt sich gut arbeiten und ist in allen Disziplinen fein zu steuern.

Endbeurteilung

Tjebbe 500 verfügt über eine gute Abstammung, sein Exterieur ist gut und er hat eine gute Leistungsprüfung abgelegt. Auf Basis davon wird er in das Stammbuch eingeschrieben.

Mutterrapport

Allgemein
Femke van Stal Zadelhoff ist eine jugendlich wirkende und ansprechend rassetypische Stute, die ausreichend im Rechtecksmodell steht. Der Kopf ist ansprechend, die vertikal platzierte Halsung ist ausreichend lang und schön geformt. Die Oberlinie ist stark, der Widerrist könnte etwas besser in den Rücken verlaufen. Die Krupp zeigt Länge und ist abfallend in ihrer Lage. Die Stute ist aufwärts gebaut. Das Fundament strahlt ausreichende Qualität aus und ist korrekt gestellt, die Hufe sind gut entwickelt. Der Schritt ist raumgreifend und aktiv, die Vorhand könnte dabei etwas weiter nach vorne greifen. Der kräftige Trab zeigt eine Hinterhand, die mit viel Beugung im Sprunggelenk weit unter den Körper gesetzt wird, Femke beweist im Trab eine gute Selbsthaltung.

Mutterlinie
Tjebbe 500 hat eine sehr gute Abstammung. Er kommt aus einer sehr starken und prädikatreichen Mutterlinie, in der viel Zuchtpotential liegt: aus der Synaeda-Linie. Seine Mutter ist eine 1. Prämie-Sterstute von Dries 421, davor steht eine Kroonstute von Tsjerk 328 Sport P. Diese Frigga fan Synaeda kommt wiederum aus der bekannten Pyrrha fan Synaeda Model Pref Prest (v. Opeke 266).

Gebrauchsempfehlung

Tjebbe 500 kann die Bewegungstechnik, Arbeiteinstellung und Bearbeitbarkeit verbessern.

Quelle: KFPS Hengsteninformatie 2018, S. 43

Grand Prix-Hengst Tietse 428 Sport verstorben

Wie seine Mitbesitzerin auf Facebook mitteilte, ist der 2011 abgekörte Sporthengst Tietse 428 (Reyert 337 x Oepke 266) im Alter von 20 Jahren verstorben.

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Tietse 428 Sport – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der 1998 geborene Tietse 428 Sport war der erste KFPS-Deckhengst, der aufgrund seiner sportlichen Erfolge in der Dressur die verkürzte Hengstleistungsprüfung (VO) erfolgreich durchlaufen hat, er war auch der erste KFPS-Deckhengst, der in der Dressur auf Grand Prix-Level Erfolge erzielen konnte.

Tietse 428 war der einzige in den Deckdienst berufene Sohn von Reyert 337 (Reitse 272 P x Oege 264 P), seine Mutter war die berühmte Bontjse Ster Pref (Oepke 266 x Ritske 202 P), zu deren bekanntesten Nachkommen auch der Preferente Leffert 306 zählt.

Während seiner 6 aktiven Jahre im KFPS-Deckdienst brachten die Züchter Tietse 428 großes Vertrauen entgegen und setzten ihn für mehr als 950 Deckungen ein. Auch seine Fohlenjahrgänge zeigten sich durchaus erfolgreich und erreichten zu knapp 75% 1e und 2e Prämien. Trotzdem wurde Tietse 428 Sport im Zuge seiner Abstammungskörung 2011 abgekört. Als Grund dafür gab das KFPS unzureichende Leistungen seiner Nachkommen in den Gebrauchsprüfungen (insbesondere in den Grundgangarten) sowie Gebäudemängel hinsichtlich Linierung und Kruppform an.

Wikke 404 ebenfalls verstorben

Gerade trauert die Friesenszene noch um den kürzlich verstorbenen Ielke 382 Sport, da erreicht uns schon die nächste traurige Nachricht – auch Wikke 404 (Ritse 322 x Gerlof 294) ist verstorben.

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Wikke 404 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der 1999 geborene Wikke 404 wurde 2002 als echter Allrounder gutgekört, in seiner Karriere wurden rund 1000 Nachkommen von ihm registriert, darunter auch sein einziger Sohn im KFPS-Deckdienst, der kürzlich gutgekörte Aarnold 471. Wikke 404 brachte auch genetisch interessantes Blut in die Friesenzucht – er war der einzige Deckhengst unter den Söhnen von Ritse 322.

Unter seinen Töchtern finden sich 7 Kroonstuten und die CK-Kampioene 2009, Trudi Model. Daneben tragen 8 seiner Nachkommen das Sportprädikat sowie einer das Elite-Sportprädikat.

Wikke 404 wurde 19 Jahre alt.

Nach Anton 343 P, Bearend 347 und Ielke 382 ist Wikke 404 bereits der vierte KFPS-Hengst, dessen Leben im Januar 2018 endete.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 3)

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Nach dem 2. Weltkrieg steuerte die Population des KFPS-Friesenpferdes zunehmend in eine krisenhafte Entwicklung – mehr und mehr verschwand die Rasse aus dem Alltag der friesischen Bevölkerung und die Populationsgröße schrumpfte auf ein besorgniserregendes Maß zusammen. Dies veranlasste die Reitvereinigung “De Oorsprong” dazu, ab 1967 einen Werbefeldzug für das Friesenpferd zu starten, welcher der Rasse in den folgenden Jahrzehnten zu unerwarteter Popularität verhelfen sollte.

Die Ankörung moderner, typvoller Hengste und die vermehrte Selektion auf die Eignung für den immer populärer werdenden Freizeitsportbereich veränderten den in den Kriegszeiten etablierten Typ des schweren “Landbouwpaard” zunehmend zurück zu den Wurzeln des Friesenpferdes, einem eleganten Karrossier- und Reitpferd mit imposanter Erscheinung und kadenzierten, leichtfüßigen Gängen. Diese Blütezeit der Friesenzucht ebnete den Weg für einige heute noch wohlbekannte Stempelhengste, deren Einfluss die Friesenzucht der Gegenwart formgebend mitprägte.

Mark 232 Preferent
17.04.1964 – 24.06.1986, Tetman 205 x Ritske 202 P, Stam 067

Ausgerechnet ein 1964 abgekörter KFPS-Deckhengst sollte zwei Söhne liefern, die die Friesenzucht so maßgeblich prägen sollten, dass das moderne Erscheinungsbild der Rasse ohne den Beitrag dieser Hengstlinie heute kaum vorstellbar wäre. Es handelt sich um den 1956 geborenen Tetman 205 (Ewold 181 x Age 168), der 1964 abgekört wurde. Seine beiden so einflussreichen Söhne sind der 1962 geborene Jarich 226 (Tetman 205 x Lutsen 192) und der 1964 zur Welt gekommene Mark 232 P.

Mark 232 P zeugte in seinen 22 Lebensjahren 11 gekörte Söhne, darunter die nicht minder einflussreichen Preferenthengste Hearke 254 (aus dessen direkter Linie Hengst-Größen wie Teunis 332 P, Brandus 345 P und Jasper 366 P entstammen)  und Jochem 259 (Vater von Feitse 293 P, Großvater von Leffert 306 P), sowie Ygram 240, dessen direkte Linie vor allem durch seinen Urenkel Maurits 437 und seine 3 gekörten Söhne ebenfalls bis heute weiterbesteht. Als Muttervater von weiteren fünf KFPS-Deckhengsten und Vater unzähliger Prädikatsstuten ist Mark 232 P heute in beinahe jedem Friesenpapier zu finden und gilt somit als einer der maßgeblichsten Stempelhengste der jüngeren KFPS-Geschichte.

Seine Popularität bei den Züchtern wurde zusätzlich durch seine Erfolge bei der Hengstenkeuring befeuert – zwischen 1969 und 1975 wurde der Ausnahmehengst 3-facher Kampioen sowie 4 mal Reserve-Kampioen der HK.

Tsjalling 235 Preferent
21.03.1967 – 07.09.1995, Hotse 223 x Bouke 174 P, Stam 050

Der 166 cm große Sohn des 3-fachen HK-Kampioens Hotse 223 wurde 1970 in den Deckdienst berufen und deckte 18 Jahre lang erfolgreich. Seine Vererbungsleistung bescherte ihm 7 gekörte Söhne, unter denen Ferdinand 252 und Jelmer 297 seine direkte Linie bis in die Gegenwart weiterführen sollten. Seine Töchter brachten ihm wiederum 6 gekörte Enkelsöhne, darunter den abgekörten Sportpionier Adel 357 und den kürzlich verstorbenen Ielke 382.

Tsjalling 235 P selbst wurde 1979, am Höhepunkt seiner Beliebtheit bei den Züchtern, Kampioen der Hengstenkeuring und lieferte im Laufe seiner Deckkarriere eine ganze Reihe einflussreicher Zuchtstuten, darunter z.B. die 1980 geborene Whita Model Pref, die eine wichtige Rolle in der “goldenen” Boszorg-Linie spielte.

Tsjalling 235 P verstarb im Alter von 28 Jahren und wurde 2008 posthum mit dem Preferentprädikat geehrt.

Wessel 237 Preferent
*13.05.1968, Jarich 226 x Ritske 202 P, Stam 044

Wessel 237 P, ein Enkel des abgekörten Tabe 203, wurde ab 1971 in der KFPS-Zucht eingesetzt und deckte bis 1987.
In dieser Zeit wurden 6 seiner Söhne vom KFPS gekört, unter ihnen einflussreiche Vererber wie Oepke 266, Oege 267 P und Djurre 284. Als Muttervater von weiteren 10 Deckhengsten kann man ihn als einen der “Mutterväter der modernen Friesenzucht” bezeichnen, zumal unter diesen Wessel-Enkeln Hengste wie Jurjen 303, Rypke 321 und Folkert 353 P auftauchen.

Sein überaus großer Einfluss auf die Friesenzucht zeigte sich auch im Erfolg seiner Töchter – mindestens 19 von ihnen trugen das Modelprädikat, unzählige weitere wurden mit dem Sterprädikat ausgezeichnet.

Äußerst erfolgreich verlief auch seine Karriere in der Körbahn – Wessel 237 P ist mit großem Abstand der amtierende Rekordhalter in Sachen HK-Kampioenschap. Zwischen 1973 und 1980 wurde der Hengst ganze 6 Mal zum Kampioen ernannt, 1976 und 1979 war er HK-Reservechampion.

Hearke 254 Sport Preferent – “König der Friesen”
07.04.1973 – 19.09.1994, Mark 232 P x Tabe 203, Stam 043

Wer “KFPS-Friese” sagt, muss auch “Hearke 254 P” sagen – kaum ein anderer Hengst hat sich so in das kollektive Gedächtnis der Friesenszene gebrannt, wie der 1973 geborene Mark 232 P-Sohn aus der Gelbrich Model Pref (Tabe 203 x Held 140 P) Der von M. Brouwer gezogene Hearke 254 wurde 1976 als Deckhengst eingetragen und dominierte die Friesenzucht vor allem in den 1980er-Jahren wie kaum ein anderer vor ihm. 9 gekörte Söhne, 13-facher Muttervater von KFPS-Deckhengsten wie Onne 376, Dries 421 und Norbert 444 P, mindestens 19 Modeltöchter und eine schier unüberblickbare Anzahl an Prädikatsnachkommen brachten dem auch im Tuigsport erfolgreichen HK-Champion von 1985 den Beinamen “König der Friesen” ein. Er trug vor allem über seinen Sohn Reitse 272 P maßgeblich zur Modernisierung der Rasse hinsichtlich Sporteignung bei – ein Umstand, der sich auch heute noch in den dominierenden Vererbern der gegenwärtigen Zucht, Jasper 366 P, Beart 411 P und Norbert 444 P wiederfindet, welche allesamt in direkter oder indirekter Linie sein Blut führen.

Ob seiner unschätzbaren Vererberqualitäten ehrte das KFPS den im Alter von 21 Jahren verstorbenen Hearke 254 P im Jahr 2007 mit dem Preferent-Prädikat.

Jochem 259 Sport Preferent
27.05.1974 – 27.03.1998, Mark 254 P x Gerke 220, Stam 045

Jochem 259 P hatte – wie sein Halbbruder Hearke 254 P – massiven Einfluss auf die moderne Friesenzucht. Auch er war erfolgreich im Tuigsport und übertrumpfte seinen Halbbruder mit Erfolgen in der Körbahn – 1982 wurde er Kampioen der Hengstenkeuring, in den Jahren 1981 und 1983 wurde er zum Reserve-Champion ernannt. Trotzdem blieb er in der Gunst der Züchter in seiner 21 Jahre dauernden Deckkarriere zumeist hinter seinem Halbbruder zurück – nichtsdestotrotz hinterließ der im Alter von 24 Jahren verstorbene Stempelhengst eine beeindruckend erfolgreiche Nachkommenschaft. Unter seinen 5 gekörten Söhnen sollten vor allem Feitse 293 P und dessen Nachkommen eine tragende Rolle in der weiteren KFPS-Zucht spielen, doch auch die Hengste Tjimme 275, Tamme 276 und Jillis 301 trugen die direkte Linie bis in die Gegenwart. Auch als Muttervater konnte er reüssieren, 4 KFPS-Deckhengste tragen ihn auf diese Weise im Stammbaum.

Lammert 260 Preferent
09.01.1975 – 20.01.2003, Bjinse 241 x Evert 216, Stam 043

Lammert 260 P, geboren 1975 bei J. Grijpstra im niederländischen Ederveen, ist eine der tragenden Säulen, die das Überleben der unverwandten Hengstlinie von Age 168 bis in die Gegenwart sicherten. Der 1978 zum Deckdienst zugelassene Hengst war Anfang bis Mitte der 1980er-Jahre äußerst beliebt bei den Züchtern, er deckte bis zu seinem Tode im Alter von stattlichen 28 Jahren und dank Gefriersperma (in sehr kleinem Umfang) noch mehr als ein Jahrzehnt darüber hinaus – seine letzte Deckung wurde 2016 registriert. Trotz seiner unerreicht langen Aktivzeit als Deckhengst und seiner 5 gekörten Söhne, konnte nur einer seiner gekörten Hengstnachkommen – nämlich Frans 289 – die direkte Linie bis in die Gegenwart retten. Deutlich erfolgreicher war der Einfluss von Lammert 260 P auf Muttervaterseite – unter seinen 10 gekörten Enkeln in indirekter Linie finden sich die überaus bedeutsamen Preferenthengste Olof 315 und Teunis 332. Von seinen über 400 im Erwachsenenalter gekörten Töchtern wurden 39% mit Ster oder höheren Prädikaten ausgezeichnet, 4 Modelstuten stammen von ihm ab und 39 Stuten konnten durch ihre Leistungen in das Zucht das Preferentprädikat erwerben.

Über die frühen Stempelhengste der KFPS-Zucht wurde bereits in Teil 1 und Teil 2 berichtet, im nächsten Teil der Serie möchte ich mich den Preferenthengsten widmen, die dem modernen Friesenpferd zum großen internationalen Durchbruch verhalfen.

Ielke 382 Sport verstorben

Wie friesenwiki.de gestern vermeldete, ist der 1994 geborene Stammbuchhengst Ielke 382 Sport verstorben. Der Sohn von Nykle 309 aus der Imkje Ster Pref Prest (Tsjalling 235 P x Ewoud 250, Stam 028) wurde 2001 mit der Auflage einer strengen Beschränkung von maximal 50 Deckungen pro Jahr gekört. 2006 bestand er seine Abstammungskörung, wodurch auch seine Deckbeschränkung aufgehoben wurde. 2007 wurde ihm das Sportprädikat für seine Leistungen in der Dressur verliehen.

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Ielke 382 Sport – Foto: Manfred Link / friesenwiki.de

Ielke 382 Sport wurde trotz seiner 14 Jahre dauernden Karriere im aktiven Deckdienst züchterisch nur wenig genutzt, insgesamt wurden rund 500 Deckungen von ihm registriert. Zu seinen bedeutendsten Nachkommen zählen der Elite-Sporthengst Thorben 466 (*2007, Ielke 382 x Sape 381), die 2006 geborene Tynke Hester H. Model Sport (Ielke 382 x Olof 315 P) und Jetske H.D. Kroon Sport (Ielke 382 x Leffert 306 P). Darüber hinaus erreichen seine Stutnachkommen einen Steranteil von ca. 25%, mindestens 5 Nachkommen tragen außerdem das Sportprädikat.

Ielke 382 verbrachte seinen letzten Lebensjahre bei Margriet und Obe v.d. Weide im niederländischen Ansum, seit 2014 war er nicht mehr als Deckhengst aktiv.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 2)

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Nach einem Streifzug zu den Ursprüngen der KFPS-Zucht in Teil 1, möchte ich in Teil 2 der Reihe “FriesenFokus: Preferenthengste” auf die prägenden Vererber der Kriegs- und Nachkriegszeit eingehen. Diese Zeit war geprägt von einer regelrechten Krise in der Friesenzucht – die zunehmende Mechanisierung der bäuerlichen Betriebe in Friesland in den Nachkriegsjahren mündete in einer existenzbedrohenden Verkleinerung der Friesenpopulation – 1965 waren nur noch 500 Friesenstuten im Stammbuch registriert. Umso stärker und wichtiger war der Einfluss der bedeutenden Stempelhengste dieser Ära, trugen sie doch maßgeblich zum Erhalt der Rasse bei.

Mengelberg 145 Preferent
17.06.1932 – 01.03.1954, Arend 131 P x Danilo 137 P, Stam 033

1932 in enger Linie als Sohn von Arend 131 P aus der Danilo 137-Tochter Haitske Model Pref gezogen, wurde der 154 cm große Mengelberg 145 im Jahre 1935 als Deckhengst zugelassen. Trotz des harscher werdenden politischen und wirtschaftlichen Klimas im Angesicht des heraufziehenden 2. Weltkrieges, körte das KFPS vier seiner Söhne, darunter den oft als Linienbegründer zitierten Age 168, auf den die kleinste und damit züchterisch wertvollste, heute noch existierende Hengstlinie zurückgeht. Aus dieser spielen in der modernen Friesenzucht vor allem der kürzlich verstorbene Fabe 348 P und dessen Söhne Sape 381, Jorn 430 und Alke 468 eine bedeutende Rolle.
Auch als Muttervater von 4 weiteren KFPS-Deckhengsten prägte Mengelberg 145 P der Friesenzucht seinen Stempel auf, darüber hinaus erreichten 5 seiner Töchter das Modelprädikat.

Nammele 147 Preferent
*14.04.1933, Held 140 P x Theunis 125, Stam 029

Nammele 147 P wurde 1933 im Stall von L.W. Annema in den Niederlanden geboren, seine Mutter war die modelpreferente Aafke (*1921), die zuvor bereits den gekörten Elius 138 (*1925, v. Us Heit 126) gebracht hatte. Der 1937 mit einem Stockmaß von 159 cm gekörte Nammele 147 P zeugte in seiner Deckkarriere 4 gekörte Deckhengste, von denen aber nur einer – Lutsen 192 – seine Abstammungskörung bestand. Trotz der beachtlichen Anzahl an gekörten Söhnen starb die direkte Linie von Nammele 147 P aus, seine Vererbungsleistung gelangte aber durch seine vielen qualitätsvollen Töchter (9 Modelstuten, 5 Hengstmütter) zu prägendem Einfluss. Zu seinen wichtigsten Stutnachkommen zählen u.a. die zu Kriegsende 1945 geborene Eeldertsje Model Pref aus Stam 002, zu deren direkten Nachkommen neben dem Stb-Hengst Murk 196 auch 6 Modelstuten zählen, welche in den Mutterlinien einer ganzen Reihe von KFPS-Deckhengsten auftauchen.

Obscurant 150 Preferent
09.06.1934 – 01.01.1944, Danilo 137 P x Alva 113 P, Stam 019

Der bei J.J. de Vries geborene Danilo 137 P-Sohn Obscurant 150 spielte unter den Preferentengsten der Kriegszeit wahrscheinlich die bedeutendste Rolle. 1937 in den Deckdienst beordert, zeugte er trotz seiner verhältnismäßig kurzen Karriere 10 gekörte Söhne, darunter die später ebenfalls Preferent erklärten Hengste Aize 170 und Bouke 174, sowie Eelke 183, dessen Sohn Ritkse 202 P wiederum für den Fortbestand der direkten Hengstlinie bis in die Gegenwart sorgte. Mindestens 11 Töchter von Obscurant 150 P erhielten das Modelprädikat, zudem ist er der Muttervater von 3 KFPS-Deckhengsten. Seine Mutter Simontje Stb Pref brachte neben Obscurant 150 auch dessen abgekörten Vollbruder Nicolson 146 und den 1930 gutgekörten Fedde 139 (v. Theunis 125) zur Welt.

Stoffel 157 Preferent
*26.04.1937, Danilo 137 P x Arend 131 P, Stam 010

Wie viele Hengste dieser für das Friesenpferd schwierigen Ära, war auch der von S.M. Zonneveld gezogene Stoffel 157 P ein Produkt sehr enger Linienzucht. Seine 1931 geborene Mutter Lep Model war Arend 131 P x Alva 113 P gezogen und somit eine sehr nahe Verwandte des Vredestichter 127 x Alva 113 P gezogenen Danilo 137 P.
Stoffel 157 P wurde 1940 als Deckhengst lizenziert und war bis 1958 in der Zucht, in dieser Zeit lieferte er drei gekörte Söhne, die die direkte Linie aber nicht bis in die Gegenwart tragen konnten. Auch als Muttervater von Yke 206 (v. Aize 170 P) reichte sein Einfluss nicht übermäßig weit, seine Töchter waren jedoch als Zuchtstuten äußerst erfolgreich. Zu ihnen zählen z.B. Zierda Ster, deren Tochter Eeldertsje Model Pref bereits erwähnt wurde, aber auch Elagonda Model, deren Zweig des Stutstammes 118 bis heute fortbesteht. Seine Tochter Aaf II Model begründete einen bis in die Gegenwart wichtigen Zweig des Stammes 008, aus dem u.a. der heute noch aktive Deckhengst Haike 482 hervorging. Iekje Model wiederum begründete den einzigen noch heute bestehenden Zweig des Stutstammes 074 und ist damit eine direkte Vorfahrin der Stammbuchhengste Bente 412, Fridse 423 und Jerke 434.

Aize 170 Preferent
*07.06.1942, Obscurant 150 P x Cremer 136

Der inmitten des 2. Weltkrieges bei J.K. Tromp im niederländischen Harich geborene Aize 170 P stammt aus einer für die damalige Zeit relativ unverwandten Anpaarung. Seine Mutter, die 1927 geborene Modelstute Gepke wurde als Tochter von Cremer 136 aus einer Stammbuchstute von Friso 117 P gezogen und brachte, trotzdem sie 26 Jahre alt wurde, nur 4 im KFPS registrierte Fohlen zur Welt. Aize 170 P, als Deckhengst zu Kriegsende 1945 gekört, brachte im Laufe seiner Karriere 5 gekörte Söhne und einen gekörten Enkelsohn in direkter Linie. Mit diesem – Gauke Lientje 224 (v. Yke 206) – starb seine direkte Linie aus. Die Anpaarung der Töchter von Aize 170 P mit Noldus 198 brachte offensichtlich besonders gute Pferde, wurden aus dieser Blutkombination doch gleich 3 Hengste gekört. Insgesamt waren seine Töchter sehr erfolgreich – mindestens 19 Model- und viele Sterstuten stammen von Aize 170 P ab, welche die nicht zu unterschätzende Vererbungsleistung dieses Prefetrenthengstes bis in die Gegenwart nachwirken lassen.

Bouke 174 Preferent
*10.05.1943, Obscurant 150 P x Elius 138, Stam 040

Ein Jahr nach seinem Halbbruder Aize 170 P wurde 1946 Bouke 174 P in den Deckdienst berufen. Der von J.W. Boersma gezogene Hengst wurde mit 161 cm eingemessen und deckte bis in die 1960er-Jahre erfolgreich. Trotz drei gekörter Söhne und weiteren drei Enkelsöhnen in direkter Linie überlebte auch seine Direktlinie nicht bis in die Gegenwart, Bouke 174 P nahm aber vor allem als Muttervater von 7 KFPS-Hengsten erheblichen Einfluss auf die Friesenzucht. Als solcher steht er z.B. im Stammbaum des ausgesprochen bedeutenden Tsjalling 235 P und auch die Mutter des Sporthengstes Peke 268 stammt von Bouke 174 P. Damit nicht genug, wurde an mindestens 24 seiner Töchter das Modelprädikat verliehen – darunter finden sich bedeutende Zuchtstuten wie Claartje Model Pref, Landsdochter Model und die Doppelhengstmutter Stynke Model Pref.

Ritske 202 Preferent
04.05.1955 – 01.09.1976, Eelke 183 x Tiemen 159, Stam 30

Ritske 202 P ist der erste Preferenthengst in der Geschichte des KFPS, dessen Name bis in die Gegenwart vielen Liebhabern des Friesenpferdes noch ein Begriff ist. Der 1955 bei C.M. van den Akker geborene Eelke 183-Sohn wurde 1958 als Deckhengst gekört und gelangte vor allem in den 60er-Jahren als mehrmaliger Kampioen der Hengstenkeuring (1962, 1964 & 1965) zu Ruhm und Ehre. Doch auch als Vererber ist Ritske 202 P aus der modernen Friesenzucht nicht mehr wegzudenken – über seine 10 gekörten Söhne begründete er eine regelrechte Hengstendynastie (die gerne zitierte Ritske-Linie), aus der u.a. die Preferenthengste Tsjalling 253 und Naen 264 stammen. Noch größer aber ist sein Einfluss als Muttervater – als solcher ist er Teil der Abstammung von nicht weniger als 13 KFPS-Deckhengsten, unter ihnen die an Bedeutung kaum zu überbietenden Stempelhengste Mark 232 P und Wessel 237 P. Dazu gesellen sich ca. 50 von ihm gezeugte Modelstuten und eine große Anzahl Sternachkommen. Bis zu seinem Tod im Alter von 21 Jahren wurden rund 1600 Decksprünge von Ritske 202 P registriert, was ihn in seiner Ära zum wohl bedeutendsten Vererber der KFPS-Zucht macht.

Durch die Bemühungen der Reitvereinigung “De Oorsprong” ab dem Jahre 1967 trat ein Wandel in der Friesenzucht ein – der Friese wurde mehr und mehr als Kulturgut der Niederländer erkannt und geschätzt, und die Zucht erfuhr einen Aufschwung, der sich im sprunghaften Wachstum der Population über die nächsten 20 Jahre niederschlug. Auf die bedeutenden Vererber dieser Blütezeit des KFPS möchte ich in Teil 3 des “FriesenFokus: Preferenthengste” näher eingehen.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 1)

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

In dieser Reihe möchte ich einen kompakten Überblick über all die Hengste geben, die bis zum heutigen Zeitpunkt aufgrund ihres prägenden Einflusses mit dem Preferent-Prädikat ausgezeichnet wurden.

Ulbe 100 Preferent
*28.04.1894, Nemo 51 x ?

Ulbe 100 ist der erste KFPS-Hengst im Stammbaum aller heutigen Friesen, der mit dem Preferentprädikat ausgezeichnet wurde. Der 1897 gekörte Hengst war der dritte in den Deckdienst beorderte Sohn des Hengststammbaumbegründers Nemo 51 und ist der einzige Hengstnachkomme dieses Vererbers, dessen direkte Linie heute noch fortbesteht. Geboren wurde der 158 cm kleine Hengst vor über 120 Jahren im niederländischen Hemrik bei Friesenzüchter E.P. van der Sluis.
Seinen größten Einfluss auf die Friesenzucht machte Ulbe 100 P zweifelsohne über seine gekörten Söhne Victor 110 und Friso 117 P geltend.

Sultan 105 Preferent
09.04.1897 – 27.05.1910, Drenthe I 91 x De Regent 32

Der 1900 gekörte Sultan 105 P war ein Abkömmling aus der mittlerweile ausgestorbenen Hengstlinie des Landzoon 46. Der in der Stoeterij de Oorsprong gezüchtete Hengst konnte zwar keine eigenen Söhne in den Deckdienst beisteuern, schlägt aber als Muttervater von Us Heit 126 zu Buche, welcher wiederum als Muttervater (u.a. von Knilljes 141) großen Einfluss auf die moderne Friesenzucht nehmen konnte.

Prins 109 Preferent
*27.03.1898, Frits 95 x Onsta II 79

In Siegerswoude, NL bei E.S. van den Bosch geboren, gilt Prins 109 P heute als Begründer einer eigenen Hengstdynastie, deren direkte Linie in den 1950er Jahren ausstarb. Vor allem über seinen Sohn Us Heit 126 konnte er seinen Einfluss auch auf die heutige Friesenzucht geltend machen, darüber hinaus bewies er seine prägende Vererbungsleistung als Muttervater von Paulus 121, Theunis 125, Bisschop 132 und Louw 142.

Alva 113 Preferent
*05.06.1899, De Regent 32 x Graaf Adolf 21, Stam 001

Der 1899 geborene Alva 113 stammte aus der mittlerweile ausgestorbenen Hengstlinie des Prins Hendrik 24. Der in der “Stoeterij de Oorsprong” zur Welt gekommene Alva 113 wurde 1902 vom KFPS gekört und zeugte in seiner, bis zu seiner Abkörung 1915 dauernden Karriere zwei gekörte Söhne – Oom 119 und Stefanus 124 – die gleichermaßen den Endpunkt der direkten Prins Hendrik-Linie darstellen. Zu immenser Bedeutung gelangte Alva 113 P indes als “Stutenmacher”. Seine Töchter (darunter 3 Modelstuten) bescherten ihm 8 gekörte Enkelsöhne, seine  1915 geborene Tochter Olga Hb begründete den  Stutenstamm 032. Im Besonderen war auch die von ihm gezeugte Rienkje Model (*1914) als Hengstmutter von Ynte 130 von großer Bedeutung für die Friesenzucht.
Noch existierende Aufnahmen von Alva 113 P dienen heute oftmals als Beleg dafür, dass der Typ des Friesenpferdes in seinen Ursprüngen keineswegs dem oft zitierten “schweren Schlag” entsprach, sondern deutliche Gemeinsamkeiten mit dem heute gezüchteten, “modernen” Friesentyp aufwies.

Friso 117 Preferent
*1901, Ulbe 100 P x Drenthe I 91

Friso 117 P ist wie sein Vater Ulbe 100 P und dessen Vater Nemo 51 ein Hengst, der sich im Stammbaum aller heute noch lebenden KFPS-Friesen wiederfindet, gehen auf ihn doch alle noch aktiven Deckhengste zurück. Der 1901 bei G.G. de Jong geborene Hengst wurde 1904 gekört und mit 164 cm eingemessen – ein für damalige Verhältnisse ungewöhnlich großes Stockmaß. Friso 117 P konnte sich als Qualitätsvererber sehr gut durchsetzen, fünf seiner Söhne wurden in den Deckdienst berufen, darunter auch der 1913 geborene Paulus 121, der über seine Söhne, die Vollgeschwister Vredestichter 127 und Arend 131 P heute einen “Gabelpunkt” der großen, noch existierenden Hengstlinien darstellt. Als Muttervater von Beint 134 konnte er seinen Einfluss auch in indirekter Linie bis in die heutige Zeit erhalten.

Arend 131 Preferent
*12.04.1921, Paulus 121 x Aäron 114, Stam 013

Der aus der modelpreferenten Irma gezogene Arend 131 P war ein Sohn des bereits erwähnten Paulus 121. Er wurde 1924 in den Deckdienst beordert und war zu diesem Zeitpunkt 162 cm groß, gezogen wurde er von J.W. Hoogterp im niederländischen Deersum.
Arend 131 P ist der Vater der Preferenthengste Held 140 und Mengelberg 145 (neben drei weniger bedeutenden KFPS-Hengsten), zusätzlich festigte er seinen Einfluss auf die KFPS-Zucht als Muttervater von 7 weiteren Deckhengsten, unter welchen der ebenfalls preferente Stoffel 157 besonderer Erwähnung bedarf.

Danilo 137 Preferent
09.04.1924 – 24.12.1948, Vredestichter 127 x Alva 113 P, Stam 032

Der Sohn der Begründerin des Stutenstammes 032, Olga Hb, wurde 1927 durch das KFPS gekört und gelangte in seinen 21 Dienstjahren als Deckhengst zu unschätzbarem und bis heute nachreichendem Einfluss in der Friesenzucht. Der 160 cm große Danilo 137 P aus der Zucht von R. Zonneveld ist heute vor allem als Vater von acht gekörten Deckhengsten ein Begriff, darunter die Preferenthengste Obscurant 150 und Stoffel 157, darüber hinaus ist er als Muttervater von nicht weniger als 10 KFPS-Vererbern eingetragen. Doch auch als “Stutenmacher” konnte Danilo 137 P sich mehr als beweisen – 22 Modelstuten wurden von ihm gezeugt und auch eine der wichtigsten und bekanntesten Linienbegründerinnen des Stammes 050, die 1928 geborene Marianne Hb Pref stammt von diesem Hengst ab.

Held 140 Preferent
25.02.1928-01.12.1950, Arend 131 P x Paulus 121, Stam 013

Wie sein Vater Arend 131 P wurde auch Held 140 P von J.W. Hoogterp im niederländischen Deersum gezogen. Seine Mutter Clasina Model war eine Vollschwester von Arend 131 P und Vredestichter 127, diese unter heutigen Gesichtspunkten extrem enge Inzuchtanpaarung war nichtsdestotrotz von Erfolg gekrönt. Der nur 154 cm große Held 140 P wurde 1931 als Deckhengst gekört und lieferte die beiden Stmmbuchhengste Nammele 147 P und den 1945 abgekörten Waling 161, welcher trotz seiner nur 2 Jahre dauernden Deckkarriere den Grundstein für eine der erfolgreichsten Hengstlinien der modernen Frisenzucht legte – er ist der Stammvater der Preferenthengste Wessel 237, Mark 242 und Jochem 259. Doch auch die Töchter von Held 140 P gelangten zu großem Einfluss – unter ihnen finden sich 5 Modelstuten, darunter Hinke Model Pref (*1948), die über ihre berühmte Tochter Gelbrich Model Pref (*1961, v. Tabe 203) die Großmuuter des großen Hearke 254 P ist. Über seine Stertochter Roozien ist Held 140 P außerdem der Muttervater von Ytsen 166.

In Teil 2 der Reihe “Friesenfokus: Preferenthengste” möchte ich mich den Hengsten widmen, deren Einfluss als Vererber die Rasse durch das dunkelste Kapitel Europas – den 2. Weltkrieg – manövrierte.