Hengstlinien in Wort und Bild

Für Züchter von Friesenpferden ist es essentiell, die Abstammung der von ihnen gewählten Zuchttiere genau zu studieren und in den Stammbäumen nach Kriterien und Merkmalen zu suchen, die ihrem persönlichen Zuchtziel entsprechen. Doch auch für interessierte Laien kann es höchst interessant sein, sich intensiver mit den Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnissen der Friesen auseinanderzusetzen, ergibt sich dadurch doch oft ein neuer Blickwinkel auf den eigenen Geschmack in Sachen Friesentyp.

Das KFPS macht es uns dabei leicht – zumindest für die Deckhengste wird jedes Jahr ein (abgespeckter) Hengststammbaum publiziert, der die direkte Abstammung (die Hengstlinie) aller aktiven Deckhengste über mehrere Generationen hinweg grafisch darstellt. Darauf fehlen aber größteils abgekörte und verstorbene Hengste sowie “blinde Zweige”, also Hengstlinien, aus denen kein Vererber mehr am Leben ist. Dieser Umstand ist der besseren Übersichtlichkeit geschuldet, vermittelt dadurch aber auch einen etwas verzerrten Eindruck des Stammbaums in seiner Gesamtheit.

Ich habe mir schon vor langer Zeit die Mühe gemacht, einen vollständigen Stammbaum der Hengstlinien (beginnend mit dem Vorfahren aller heute noch aktiven Deckhengste – Nemo 51) grafisch anzulegen, den ich heute mit meinen lieben Lesern teilen möchte (Achtung – Riesengrafik im Anmarsch! 😉 ).

Farblegende: grau = verstorben / rotbraun = abgekört / orange = preferent / blau = aktiv

Hengstlinien 04-05-2017

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Im Folgenden möchte ich gerne etwas näher auf die 6 Hengstlinien eingehen, die in der KFPS-Zucht unterschieden werden. Dazu ist allerdings vorab zu sagen, dass in der Betrachtung der einzelnen Hengstlinien nie vergessen werden darf, dass diese Einteilung nur die direkten Vaterlinien berücksichtigt, nicht jedoch die Abstammungslinien der Mutterstuten. Würde man diese miteinbeziehen, wären die Hengststammbäume so groß, dass sie kaum noch überschaubar und verständlich wären (ich habe ein Gesamtexemplar inklusive Muttervätern angefertigt, welches sich aus eben diesen Gründen nicht als Grundlage für einen Artikel eignet 🙂 ). Insofern muss man bedenken, dass die Hengstlinien in der Realität weitaus enger verflochten und verzweigt sind, als das aus dieser vereinfachten, nur auf der Vaterlinie basierenden Darstellung hervorgeht. Dabei gebe ich auch zu bedenken, dass man zumindest hinterfragen kann, ob man überhaupt vom “Aussterben” mancher Hengstlinien (z.B. der Gerke-Linie) sprechen kann, weil die “Gründerhengste” sich häufig auch über ihre Töchter sehr dominant in andere Hengstlinien einbringen.

Die Ritske-Linie

Hengststammbaum - Ritske

Die Ritske-Linie ist begründet durch den preferenten Ritske 202 (*1955, Eelke 183 x Tiemen 159) und in weiterer Folge durch seinen ebenso preferenten Enkelsohn Tsjalling 235 (*1967, Hotse 223 x Bouke 174 P), auf den alle heute noch aktiven Hengste dieser Linie zurückgehen.

Die Töchter von Ritske 202 P waren äußerst erfolgreiche Hengstmütter, er ist als Muttervater von imponierenden 13 Hengsten eingetragen (darunter Größen wie Mark 232P und Wessel 237 P).

In der direkten Linie ist vor allem der Preferenthengst Naen 264 (*1976, Ferdinand 252 x Kerst 190) zu nennen, welcher der modernen Friesenzucht durch erfolgreiche Nachkommen wie Barteld 292,  Jakob 302 und Doaitsen 420 einen beständigen Stempel aufgeprägt hat.
Aus einem Nebenzweig stammen darüber hinaus der im Dressursport hoch erfolgreiche Arjen 417 und dessen Söhne Wytse 462 und Haike 482.

13 Hengste aus dieser Linie sind beim KFPS als aktive Deckhengste geführt, der in der Grafik noch blau markierte Fede 350 befindet sich bereits seit Jahren in Rente und wird züchterisch nicht mehr genutzt.

Die Wessel-Linie

Hengststammbaum - Wessel

Die Wessel-Linie trägt den Namen des 1968 geborenen Wessel 237 Preferent (Jarich 226 x Ritske 202 P).

Die 10 heute noch aktiven Hengste dieser Linie stammen aus den beiden Wessel-Söhnen Oege 267 Preferent (*1977, Wessel 237 P x Hindrik 222) und Djurre 284 (*1982, Wessel 237 P x Nanne 197). Diese Linie erscheint relativ klein, hat aber in den letzten Jahren durch Thorben 466, Alwin 469 und Aarnold 471 drei sehr gefragte und qualitativ sehr gute Vererber dazu gewonnen.
Das preferente “Mähnenwunder” Anton 343 ist ein wichtiger, noch lebender Vertreter dieser Linie, genießt jedoch schon seit einigen Jahren seinen Ruhestand in den USA.

Die Ygram-Linie

Hengststammbaum - Ygram

Die Ygram-Linie ist eine relativ neue “Erfindung” in der Beschreibung der Hengstlinien. Noch vor wenigen Jahren wurden die Nachkommen von Ygram 240 gemeinsam mit den Nachkommen von Hearke 254 P und Jochem 259 P zur überdimensional großen “Mark-Linie” zusammengefasst (bezogen auf den Vater der drei vorgenannten, Mark 232 P). Durch die Aufspaltung dieser in drei Linien wurde der Stammbaum insgesamt übersichtlicher und leichter nachvollziehbar.

Ygram 240 (*1969, Mark 232 P x Ritske 202 P) war 20 Jahre als Deckhengst aktiv (von 1973 – 1993), seine Deckzahlen erreichten dabei aber nie nennenswerte Höhen. Von seinen 4  Hengstnachkommen konnte sich nur Sierk 326 (*1989, Ygram 240 x Tsjalling 235 P) in nennenswerter Weise durchsetzen, dessen Enkelsohn Maurits 437 in den letzten Jahren 3 Junghengste in die Linie einbringen konnte.

Mit 7 aktiven Deckhengsten gehört diese Linie mit zu den kleinsten, wenngleich sie durch die Ankörung von Eise 489, Markus 491 und Jurre 495 durchaus zukunftsträchtige Vererber beinhaltet.

Die Hearke-Linie

Hengststammbaum - Hearke

Mit 20 aktiven Deckhengsten ist die Hearke-Linie ein überaus starker Zweig mit ausgesprochen hochkarätigen Vererbern. Hearke 254 P (*1973, Mark 232 P x Tabe 203) gilt als einer der einflussreichsten Friesen-Deckhengste der letzten 50 Jahre – als erfolgreiches Tuigpaard posthum mit dem Sportprädikat geehrt, gab der gerne als “König der Friesen” bezeichnete Hengst nicht nur seine Sportbegabung, sondern auch sein hervorragendes Exterieur an 9 gekörte Söhne, als Muttervater an sagenhafte 13 Enkelsöhne und an unzählige weitere Nachkommen weiter.

Die großen Namen dieser Linie sprechen für sich: Reitse 272 P, Teunis 332 P, Brandus 345 P, Jasper 366 P und Beart 411 P! Besonders über die Linie von Jasper 366 und dessen Sohn Beart 411 konnte sich die Hearke-Linie zum wichtigsten Einfluss in der modernen Friesenzucht entwickeln, auch der viel zu früh verstorbene Teunis 332 prägte den modernen Friesen hinsichtlich Rassetyp und vor allem Stockmaß mit.
Mit Jouwe 485, Meinte 490 und dem jungen Siert 499 wurden auch in den letzten Jahren Junghengste aus dieser Linie angekört.

Die Jochem-Linie

Hengststammbaum - Jochem

40 aktive Deckhengste laut KFPS zählt die größte der 6 Hengstlinien, die auf den 1974 geborenen Jochem 259 Preferent (Mark 232 P x Gerke 220) zurückgeht. Dieser auch im Tuigsport erfolgreiche Stempelhengst brachte mit Feitse 293 Preferent (*1983, Jochem 259 P x Bjinse 241) einen der einflussreichsten Deckhengste der jüngeren KFPS-Geschichte. Besonders dessen ebenfalls preferenter Sohn Tsjerk 328 (*1990, Feitse 293 P x Nanne 197) konnte eine wahre Dynastie erfolgreicher Nachkommen hinterlassen, die bis heute die Friesenzucht mit dominieren – besonders zu nennen ist hier sicherlich der dreimalige HK-Kampioen Norbert 444, von dem in den letzten Jahren 5 Söhne gekört wurden und der seit Anfang 2016 seine Erfolgskarriere in den USA fortführt.

Auch der preferente Leffert 306 (*1986, Tamme 276 x Oepke 266) entspringt der Jochem-Linie – seine zahlreichen Nachkommen zeichnen sich bis heute in vielen Fällen durch einen unverwechselbaren, “halsbetonten” Look aus, der in der Friesenszene viele Liebhaber gefunden hat. Über seinen 2015 verstorbenen Sohn Mintse 384 ist Leffert 306 P darüber hinaus der Großvater des in den letzten Jahren überaus erfolgreichen Tsjalle 454, der sich anschickt, Norbert 444 den Rang als regierender “Vererbungskönig” abzulaufen.

Die Gerke-Linie

Hengststammbaum - Gerke

Nur noch durch Fabe 348 P und seine drei Söhne Sape 381, Jorn 430 und den jungen Alke 468 ist die Gerke-Linie repräsentiert, zu deren wichtigsten Vertretern der über lange Zeit populäre Lammert 260 Preferent (*1975, Bjinse 241 x Evert 216) zählt, der neben 5 gekörten Söhnen auch 12 Enkelsöhne als Muttervater hinterließ (darunter z.B. Olof 315, Teunis 332 P und Mintse 384).

Der Gründerhengst Gerke 220 (Age 168 x Wouter 162) wurde 1961 geboren und war zwischen 1964 und 1979 als Deckhengst aktiv. Zu seinen wichtigsten Nachkommen zählen kurioserweise nicht seine beiden Söhne, sondern vielmehr die Stute Ottsje Ster Pref, welche als Mutter von Jochem 259 P sozusagen die Gründerstute der oben beschriebenen Jochem-Linie ist.


Über die Hengstlinien gäbe es noch sehr viel mehr zu erzählen, das würde aber die Lesbarkeit des Artikels und damit die Geduld meiner lieben Leser etwas überstrapazieren. Darüber hinaus brauche ich ja auch noch Material für spätere Artikel ;), insofern belasse ich es bei diesem oberflächlichen Überblick. Wer die Muße hat, kann sich natürlich gerne in die grafische Aufarbeitung vertiefen, für Fragen / Beschwerden / Wünsche dazu stehe ich wie immer gerne via E-Mail oder PN auf meiner Facebook-Seite zur Verfügung.

Hochdekorierte Qualitätsmütter – Teil 2

Viele warten schon seit geraumer Zeit auf eine Fortsetzung der Portraitreihe “Hochdekorierte Qualitätsmütter”, deren erster Teil im Februar 2017 erschienen ist.
Das Warten hat nun ein Ende, hier kommt Teil 2!

Stuten sind in der öffentlichen Wahrnehmung der Pferdezucht-Szene leider immer wieder etwas unterrepräsentiert, das Hauptaugenmerk liegt auf den “Stempelhengsten”, also jenen männlichen Vererbern, die die Zucht durch die Quantität und Qualität ihrer Nachkommen maßgeblich prägen bzw. prägten. Stuten können an diese Erfolge in quantitativer Hinsicht schon aus den gegebenen biologischen Gründen nicht anknüpfen – selten bringen es selbst äußerst fruchtbare Mütter in ihrer Karriere auf mehr als 15 Nachkommen. Qualitativ betrachtet steht so manche Stute aber einem “Stempelhengst” um nichts nach und insofern ist es mir ein Anliegen, in einer kleinen Serie solche “Qualitätsmütter” zu beleuchten.

Els F.T. Kroon Sport Pref*5 Prest

Els F.T. ist interessierten Zuschauern der Hengstenkeuring als Pferd des Jahres 2015 bekannt – diese besondere Ehrung wurde der Ausnahmestute aufgrund ihrer außergewöhnlichen Vererbungsleistung zu teil. Und außergewöhnlich ist diese wirklich!

Els F.T. wurde am 05.03.2001 im niederländischen Terwispel bei F. van der Velde geboren. Die Fabe 348 P-Tochter stammt aus der wohlbekannten Hengstmutter Olcha Model Pref Prest (Feitse 293 P x Naen 264 P, Stam 050), zu deren Nachkommen auch der in den USA stationierte KFPS-Deckhengst Sape 381 (*1997, v. Fabe 348 P – Vollbruder von Els F.T.) zählt.

Als Fohlen nicht vorgestellt, erhielt Els F.T. im Jahr 2004 in Garijp eine 2. Prämie und wurde Ster erklärt. Im Jahr 2009 nahm die sportlich geförderte Stute an einer IBOP teil und erreichte schöne 76 Totalpunkte. Ein Jahr später, 2010, erhielt sie auf der Körung in Garijp eine 1. Prämie und erreichte kurz darauf die erforderlichen Ergebnisse, um das Sportprädikat zu erhalten. Noch im selben Jahr wurde die zu diesem Zeitpunkt 9-jährige Els Kroon erklärt.

Ihr erstes Fohlen brachte Els F.T. im Jahr 2005 bei Roelof Tjeerdsma (Friesenzucht “fan ‘e Boppelannen”) – die Doaitsen 420-Tochter Sinne T. fan ‘e Boppelannen erhielt ausschließlich 1. Prämien, wurde bereits 4-jährig Kroon erklärt (mit einem IBOP-Ergebnis von sagenhaften 88 Punkten!) und trägt seit 2012 wie ihre Mutter das Sportprädikat. Daneben wird diese Stute auch züchterisch genutzt – ihre bisher 6 geborenen Fohlen zeigen sich vielversprechend, die älteste Tochter wurde selbst bereits mit dem Sterprädikat ausgezeichnet.

2006 brachte Els F.T. ein Hengstfohlen von Andries 415 zur Welt, 2007 folgte die Gjalt 426-Tochter Wende T. fan ‘e Boppelannen, die ihrerseits mittlerweile die Prädikate Ster und Sport trägt.
2008 wurde Alger T. fan ‘e Boppelannen Rb Ster Sport (v. Gjalt 426) geboren, der unter Heleen de Haas äußerst erfolgreich im Dressursport reüssiert und mittlerweile auf Intermediaire-Niveau vorgestellt wird.
Ebenfalls von Heleen de Haas im Sport herausgebracht wurde der 2009 geborene Fonger T. fan ‘e Boppelannen Ster Sport (v. Loadewyk 431).
Nach einem Jahr Pause brachte Els F.T. 2011 und 2012 jeweils ein Hengstfohlen von Tjalbert 460, 2013 brachte sie ihre bislang letzte Stertochter zur Welt – Rikst T. fan ‘e Boppelannen (v. Beart 411 P). Ein 2014 geborener Hengst von Norbert 444 sowie zwei Stutfohlen (*2015 v. Beart 411 P, *2016 v. Tsjalle 454) wurden bislang noch nicht vorgestellt.

Yasmijn R. Ster Pref*8 Prest

Auch diese Stute schaffte es bereits einmal ins Rampenlicht der Hengstenkeuring – sie war nominiert für den Titel “Pferd des Jahres 2016”. Der Titel ging zwar an den Deckhengst Eise 489, die züchterischen Hochleistungen von Yasmijn R. bleiben aber überaus bemerkenswert.

Die 1999 bei der Fam. Ruiter in Nij Beets geborene Yasmijn R. war das zehnte Fohlen der sterpreferenten Elsje (* 1983, Meindert 263 x Ritske 202 P). Ihr Vater Teunis 332 P zählte zum damaligen Zeitpunkt bereits mit zu den beliebtesten Deckhengsten aller Zeiten und führte über Jahre hinweg die Statistik der Deckzahlen an. Nichtdestotrotz ging Yasmijn R. aus ihrer ersten Körung im Jahr 1999 ohne Prämie hervor. Ein Jahr später konnte sie als Enter in Drachten eine 2. Prämie erreichen, 2002 wurde sie schließlich als 3-jährige ebenfalls in Drachten mit einer 2. Prämie zur Sterstute erklärt.

Im Jahr darauf brachte Yasmijn R. ihren ersten Sohn zur Welt, den Sape 381-Sohn Jorn S.R. Vb Ster. 2004 folgte ein weiteres Hengstfohlen von Sape 381 (Meint S.R. Vb Ster), 2005 wurde die Stute Sterre S.R. (v. Doaitsen 420) geboren, die später ebenfalls das Sterprädikat erhalten sollte.
2006 kam ein außergewöhnlich schönes Stutfohlen von Folkert 353 P zur Welt – Tinka S.R. wurde bereits 5-jährig mit dem Kroonprädikat ausgezeichnet und erreichte noch im selben Jahr (2011) das Prädikat Sport.
Die 2007 geborene Ypie S.R. (v. Doaitsen 420) wurde ebenfalls Ster erklärt, die 2008 geborene Annemieke S.R. (v. Onne 376) erreichte als zweite Tochter von Yasmijn R. die Prädikate Kroon und Sport.
2009 brachte Yasmijn R. ihre bislang letzte Stertochter, Fenne S.R. (v. Loadewyk 431) zur Welt und wurde im selben Jahr mit dem Preferentprädikat ausgezeichnet.
2010 und 2011 folgten zwei weitere Stutfohlen von Maurus 441 resp. Norbert 444, der 2012 geborene Folkert 353 P-Sohn Nozem S.R. erhielt als bislang letzter Hengstnachkomme von Yasmijn R. das Sterprädikat.
Ein weiteres Stufohlen von Thorben 466 (*2015) sowie ein 2016 geborener Sohn von Haike 482 warten noch auf ihre Körungen im Erwachsenenalter.

Mit bisher 8 Sternachkommen ist Yasmijn R. somit eine der wenigen “dubbelpreferenten” Zuchtstuten – es bleibt abzuwarten, welche Leistungen ihre Nachkommen weiterhin bringen werden und in welche Sphären die Zuchtleistung dieser Ausnahmestute noch vorzudringen vermag!

Mooi van Setse v.d. Hommershoeve Model Sport Pref*4

Mit sehr jungen Jahren reiht sich Mooi van Setse v.d. Hommershoeve in die ehrenvollen Ränge der Elite-Zuchtstuten ein. Die 2004 geborene und 2011 zur Modelstute erklärte Fabe 348-Tochter stammt aus der Zucht De Hommers Hoeve in Gameren, ihre Mutter ist die modelpreferente Setse Boszorg (v. Fetse 349, Halbschwester von Stendert 447!). In den vier ersten Generationen ihrer Mutterlinie (Stam 050) stehen ausschließlich Modelstuten – eine wahre Ausnahme in Sachen Zuchtsicherheit!

Mooi erhielt als Fohlen in Esbeek eine 2. Prämie, 2007 wurde sie mit einer 1. Prämie in das Sterregister eingeschrieben. Nach Absolvierung einer IBOP mit 79,5 Totalpunkten wurde die Stute im Jahr 2009 Kroon erklärt, 2011 erreichte sie das Sportprädikat und wurde schließlich als Modelstute ausgezeichnet.

Obschon erst 13 Jahre alt, brachte Mooi bislang 9 Fohlen, von denen bereits 4 mit dem Sterprädikat bedacht wurden. Dazu zählen die 2009 geborene Extra Mooi fan Dulve Ster Sport (v. Maeije 440), die 2010 geborene Gloria v. Mooi Ster Sport (v. Maurus 441), der Dries 421-Sohn Keimpe van de Demrostables Vb Ster (*2011) sowie dessen 2012 geborener Vollbruder Mazel Tov v. Mooi van de Demrostables Vb Ster. 2010 und 2012 wurden dabei via Embryotransfer jeweils 2 Fohlen dieser hervorragenden Zuchtstute geboren. 2015 brachte sie darüber hinaus ein Stutfohlen von Epke 474 zur Welt, im Vorjahr hatte sie ihr bisher letztes Fohlen von Tsjalle 454 (ebenfalls eine Stute).

Die Zuchtkarriere dieser noch recht jungen Stute ist jedoch noch nicht vorbei und es würde mich nicht wundern, wenn ihr Name noch größere Bekanntheit in den Annalen des KFPS erlangen würde.

 

 

Start der NL-Körungen in Harich und Kronenberg

Am vergangenen Wochenende startete in den Niederlanden die Körungsaison mit zwei großen Körveranstaltungen in Harich (29.04) und Kronenberg (30.04.), in deren Verlauf insgesamt 81 Pferde beurteilt und prämiert wurden.

Überaus erfreulich waren dabei die Fohlenrubriken, im Zuge derer zwei 1. Prämien und acht 2. Prämien an die 10 gestarteten Fohlen vergeben wurden. Einen vielversprechenden Einstand lieferte dabei der junge Nane 492, dessen erster gekörter Sohn Freark D.S. (x Wierd 409) in Harich gleich zu einer 1. Prämie lief. Auch Doekele G. fan ‘e Oasterein (Thorben 466 x Tsjalle 454) erhielt eine orangene Schleife.

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Prima Einstand in die Körungssaison – Nane 492! – Foto: MArkus Neuroth / friesenwiki.de

Eine sehr große Gruppe von ingesamt 32 Vb-Stuten stellte sich auf den beiden Körungen der Stammbuchaufnahme. 13 dieser Stuten wurden aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Qualität mit dem Sterprädikat ausgezeichnet, für Saly fan ‘e Goengamieden (*2013, Tsjalle 454 x Andries 415) und Teunke fan de Slachtedyk (*2014, Wylster 463 x Olof 315) hagelte es darüber hinaus in Harich jeweils eine fantastische 1. Prämie und die damit einhergehende Anweisung zur CK 2017.

Besonders freue ich persönlich mich für Ursula Alig-Infanger aus der Schweiz, deren Zukunftshoffnung Sinne fan Synaeda (*2013, Pier 448 x Tsjerk 328 P) sich in Kronenberg ebenfalls das Sterprädikat verdienen konnte. Herzlichen Glückwunsch!

4 weitere Sterstuten brachten die Körungen der 19 gemeldeten Stammbuchstuten.

Bei den Wallachen wurden nur 2 Pferde gekört, beide erhielten dabei ein Sterprädkiat. Rb Ster mit 2. Prämie wurde der 2013 geborene Siemen van de Hofstad (Beart 411 P x Tsjerk 328 P), eine 1. Prämie wurde an den Uldrik 457-Sohn Tymon van de Kastanjehof (*2014, x Loadewyk 431) vergeben.

Abschließend stellten sich 18 junge Hengste in den separat durchgeführten Vb-Hengstenkeuringen der Stererklärung durch die Jury. 11 davon erhielten das begehrte Sterprädikat, davon jeweils 2 Nachkommen von Beart 411 P, Alwin 469 und Tsjalle 454.

In Kronenberg wurde neben der Körung eine IBOP mit 14 teilnehmenden Pferden (alle in der Rijproef) veranstaltet.

Mit satten 80,0 Punkten konnte in dieser Prüfung die 2013 geborene Pippa C. (Norbert 444 x Beart 411 P) reüssieren, die mit diesem tollen Ergebnis gleichermaßen ihr Kroon-Prädikat bestätigen konnte. Ebenfalls zum definitiven Kroon schaffte es darüber hinaus Jitske v.d.B. (*2011, Beart 411 P x Rypke 321) mit 77.0 Punkten.

Weitere beachtenswert gute Ergebnisse lieferten Lief fan Dulve Stb Ster (*2011, Gjalt 426 x Felle 422 – 78,5 Punkte) und Lobke M. Stb Ster (*2011, Pier 448 x Tetse 394 – 77,5 Punkte).
Als prominente Teilnehmerin startete die Kampioene der CK 2016, Pleun van ‘t Lansink. Die 4-jährige 1.Prämie-Sterstute (Norbert 444 x Onne 376) erreichte 73,0 Punkte und konnte damit ihr im Vorjahr erreichtes voorl. Kroon (noch) nicht in ein definitives Prädikat umwandeln.