Hengstenkeuring 2017 – Nachlese Vormittagsprogramm

Das war sie nun – die Hengstenkeuring 2017. Drei Tage Spektakel, Information, Show und natürlich KFPS-Friesen, drei Tage Emotionen, Freude und Tränen.

Über die 2. und 3. Besichtigung habe ich bereits hier und hier berichtet, heute möchte ich die eigentliche Hengstenkeuring vom 14.01.2017 nochmals Revue passieren lassen.

Der Vormittag stand traditionell im Zeichen der älteren Hengste, drei Rubriken wurden dabei gerichtet.

Rubrik 03 – auf Abstammung gutgekörte Deckhengste bis und mit 12 Jahren

In dieser Rubrik präsentierten sich 9 Hengste der Jury, darunter einige echte Publikumsmagneten wie der Kampioen 2016 Tsjalle 454.

Stendert 447
(Andries 415 x Piter 312)
Der Andries 415-Sohn machte den Anfang und zeigte sich in gewohnt solider Form mit gutem Schritt und Trab. Im Exterieur fällt er immer wieder mit seiner sehr vertikal gesetzten Halsung auf, die eine Tendenz zum Unterhals zeigt. Stendert 447 war über Jahre hinweg ein echter Liebling der Züchter, verlor in dieser Hinsicht in den letzten Jahren aber massiv an Vertrauen.

Pier 448
(Beart 411 P x Aiso 279)
Der ‘grutte Pier’ entlockte dem Pubilkum schon beim Betreten der Arena Applaus. Der mit 177 cm Stockmaß größte KFPS-Deckhengst ist eine beeindruckende Erscheinung mit langer Halsung und viel Behang, zeigte sich in der Bewegung mit sehr gutem Schritt aber träger Hinterhand im Trab und deutlichen Taktproblemen.

Sake 449
(Doaitsen 420 x Rypke 321)
Sake 449 zeigte sich mit solidem Schritt, ließ im Trab aber einige Taktprobleme erkennen.

Sipke 450
(Teade 392 x Ulke 338)
Der aus interessanten Blutlinien gezogene Hengst besticht durch sein außergewöhnlich schönes Exterieur mit einer kompakten Oberlinie und viel Behang. In der Bewegung ließ er viel Aktion in Schritt und Trab sehen und zeigte im Trab viel Knie.

Reinder 452
(Aan 416 x Sierk 326)
Der einzige Aan 416-Sohn bewies in der Bewegung viel Raumgriff mit gut untertretender Hinterhand und schönem Takt. Durch seine lange Mähne und stolze Haltung ist er immer wieder ein Hingucker.

Tsjalle 454
(Mintse 384 x Brandus 345 P)
Der Kampioen des Jahres 2016 wurde vom Publikum zu Recht frenetisch bejubelt. Er gehört sicherlich zu den schönsten Hengsten des Stammbuchs mit seiner bilderbuchartigen Oberlinie und Halsung, seiner großartigen Haltung und Statur sowie seinem reichen Behang. Im Trab zeigte er sich auch in diesem Jahr mit fantastischer Aktion in Vor- und Hinterhand, wenngleich dabei sein etwas hoher Bewegungsrhythmus ins Auge fällt. Dabei bewies er wiederum unglaublich viel Antritt aus der Hinterhand, die Vorhand schien den Boden kaum zu berühren. Im Schritt zeigte er sich weniger begabt.

Take 455
(Jakob 302 x Oltman 317)
Der gelassene Jakob 302-Sohn überzeugte mit sehr gutem Schritt, einem schönen Exterieur mit viel Behang und einer durchaus ansehnlichen, raumgreifenden Aktion im Trab.

Tymon 456
(Andries 415 x Leffert 206 P)
Tymon 456 ist ein mächtiger Hengst mit auffallend viel Hals und sehr schöner Statur. Er zeigte einen aktiven Schritt mit gutem Einsatz der Hinterhand, im Trab riss er das Publikum mit seiner tollen Front und seinem spektakulären und dabei gleichmäßigen Bewegungsablauf zu Begeisterungsstürmen hin.

Uldrik 457
(Dries 421 x Tsjerk 328 P)
Für mich persönlich einer der schönsten Hengste des Stammbuchs mit seinem auffallend edlen Kopf, viel Behang und einer überaus korrekten Oberlinie mit viel Behang. Im Schritt präsentierte sich Uldrik 457 in den letzten Jahren mit mehr Raumgriff als 2017, im Trab machte er durch eine fantastische Haltung und seinen explosiven Vorhand-Einsatz auf sich aufmerksam.

Die Jury reihte in dieser Rubrik den Altkampioen Tsjalle 454 an die Kopfposition, gefolgt von Tymon 456. Diese beiden Hengste wurden in die Kampioenskeuring weiterverwiesen.
Platz 3 ging an den Beart 411-Sohn Pier 448, ihm folgten auf den Plätzen Stendert 447 (4.), Sipke 450 (5.), Uldrik 457 (6.), Take 455 (7.), Reinder 452 (8.) und Sake 449 (9.).

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Tsjalle 454 (l.) und Tymon 456 (r.) – Fotos: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Rubrik 04 – auf Abstammung gutgekörte Deckhengste aus den Körjahrgängen 2010/11

In der Rubrik 04 präsentieren sich 7 Hengste den Körmeistern, von denen einige erst kürzlich ihre Abstammungskörung abgelegt haben.

Tonjes 459
(Anton 343 x Ulke 338)
Der in den USA gezogene Hengst war 2016 ‘op wacht’ und durfte nach seiner vorläufigen Gutkörung erst dieses Jahr wieder an der HK teilnehmen. Er zeigte einen etwas kurz getretenen, aktiven Schritt und eine gleichmäßige, solide Trabaktion.

Wimer 461
(Hinne 427 x Heinse 354 P)
Der auffallend schöne, kalibrige Wimer 461 wollte bereits bei der Aufstellung vor den Körmeistern beweisen, was in ihm steckt und piaffierte insofern lieber, als ruhig zu stehen. Entsprechend viel Spannung ließ er dann auch im Schritt sehen. Im Trab überraschte der fahlschwarze Hinne 427-Sohn mit überraschend viel Mechanik, sehenswerter Vorhand-Aktion und überaus gleichmäßigem Takt.

Wytse 462
(Arjen 417 x Oege 267 P)
Wytse 462 präsentiert sich als etwas gedrungen wirkender Hengst mit kurzen Linien.
Im Schritt ließ er deutlich viel Anspannung sehen, der Trab war von viel Knieaktion und einer aktiven Hinterhand geprägt, dabei konnte sich der Hengst aber nur wenig über den Boden heben.

Wylster 463
(Rindert 406 x Rypke 321)
Der Tuigkampioen fällt durch seine sehr schöne Halsung auf. In der Bewegung an der Hand zeigte er insgesamt eine etwas träge Hinterhand, insbesondere im Trab fiel sein weggedrückter Rücken mit weit nach hinten hinaustretender HH auf. Seine explosive Vorhand war dafür wieder einmal spektakulär und entlockte dem Publikum bewundernde Jubelschreie.

Thorben 466
(Ielke 382 x Sape 381)
Der im Tuigsport äußerst erfolgreiche Thorben 466 zeigt sich mit ausgesprochen schöner Halsung und langen Linien im Gebäude, lässt aber durch seinen wenig ausgeprägten Behang und die fahlschwarze Farbe etwas Rassetyp vermissen.
Er zeigte einen passablen Schritt, im überaus temporeichen Trab fielen seine aktive Hinterhand und seine raumgreifende Vorhand auf.

Wolfert 467
(Felle 422 x Jakob 302)
Wolfert 467 erweist sich mit seiner schönen Statur und seiner prächtigen Mähne als Hingucker. Er ließ einen passablen Schritt sehen und trabte mit viel Gummi gut ausbalanciert und aktiv, ohne dabei übermäßiges Aufsehen zu erregen.

Alwin 469
(Felle 422 x Tsjerk 328 P)
Als letzter Hengst der Rubrik betrat Alwin 469 die Arena. Der kleine Felle 422-Sohn wurde vom Publikum gebührend empfangen, schickt er sich doch seit einiger Zeit an, zum absoluten Züchter-Liebling aufzusteigen. Er zeigt sich trotz seines geringen Stockmaßes (162 cm) als lang liniert, seine auffallend schöne Oberlinie, die prächtige Mähne und sein hübsches Gesicht zeichnen ein Bild von einem überaus schicken Hengst.
In der Bewegung zeigte sich Alwin 469 als echter Topper – im Schritt viel Aktion, im Trab überaus gleichmäßig mit sehr guter Hinterhand und einer beeindruckenden Front. Seine Präsentation riss das Publikum förmlich von den Stühlen und brachte ihm tosenden Applaus ein.

Der klare Publikumsfavorit Alwin 469 setzte sich schließlich an die Spitze dieser Rubrik, gefolgt von Wimer 461, der sich wirklich hervorragend präsentierte und verdient in die Kampioenskeuring weiterverwiesen wurde. Auf den Plätzen folgten Wylster 463 (3.), Thorben 466 (4.), Wolfert 467 (5.), Tonjes 459 (6.) und Wytse 462 (7.).

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Alwin 469 (l.) und Wimer 461 (r.) – Fotos: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Es folgte die Präsentation der 1. Gruppe der zum CO angewiesenen Junghengste, ehe die Körung ihren weiteren Verlauf mit der Königsklasse nahm, in der sich die Althengste im Ring präsentierten.

Weiter zu Teil 2 >>>

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