Hengstenkeuring 2017 – Nachlese Nachmittagsprogramm

Nach der Pause konzentrierte sich das Körgeschehen auf die jüngeren Deckhengste, deren Abstammungskörung noch aussteht.

Rubrik 05 – nicht auf Abstammung gutgekörte Deckhengste aus den Körjahrgängen 2011/12

8 junge Hengst stellten sich in dieser Rubrik den Körmeistern, die Gruppe präsentierte sich insgesamt sehr stark, sowohl bzgl. Exterieur als auch in der Bewegung.
Sehr großen Eindruck machte der ausnehmend schöne Epke 474 (Beart 411 P x Anton 343 P), der seinem Vater von Jahr zu Jahr ähnlicher sieht. Er zeigte einen fabelhaften Schritt und im Trab eine sehr aktive Hinterhand, ließ aber etwas Raumgriff in der Vorhand vermissen. Der kalibrige Bene 476 (Doaitsen 420 x Leffert 306 P) überzeugte mit seinem mächtigen Hengsthals und seiner imposanten Erscheinung. Auch er zeigte sich im Schritt recht gut und ließ das Publikum jubeln, als er im Trab sein ganzes Potential zeigte.
Bartele 472 (Onne 376 x Tsjerk 328 P) erinnert im Typ von Jahr zu Jahr stärker an seinen leider im Vorjahr verstorbenen Vater Onne 376. Seinen fantastischer Rassetyp mit prächtiger Mähne, sehr guter Oberlinie und starker Halsung (die bereits leicht zu kippen beginnt) ergänzte er mit einer sehr schönen Präsentation in der Bewegung. Im Trab zeigte er sich mit klarem und regelmäßigem Takt bei viel Hinterhandaktion.

Epke 474 und Bene 476 wurden von den Körmeistern in den Kampioensring verwiesen, auf den Plätzen folgten Bartele 472 (3.), Bikkel 470 (4.), Date 477 (5.), Aarnold 471 (6.), Alke 468 (7.) und Djoerd 473 (8.).

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Epke 474 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Die für 13:55 Uhr im Programm angekündigte Preferenterklärung fand nicht statt, was wahrscheinlich nicht nur mich persönlich sehr irritierte, da sich durchaus einige Hengste für diesen Titel qualifiziert haben.

 

Rubrik 06 – nicht auf Abstammung gutgekörte Deckhengste aus den Körjahrgängen 2013/14

Auch in dieser Rubrik wurden 8 Hengste der Körjury vorgestellt, darunter auch der extra rechtzeitig zur HK aus Nordamerika angereiste Julius 468, auf den wohl viele Fans bereits sehr gespannt waren.
Der kalibrige Norbert 444 x Beart 411 P gezogene Hengst zeigte sich mit toller Aufrichtung und leicht klassischem Einschlag im Gebäude als sehr schöner Rasseverteter und ließ auch im Schritt nichts zu wünschen übrig. Im Trab zeigte er sich zwar durchaus mit guter Aktion, wurde den hohen Erwartungen dann aber doch nicht ganz gerecht.
Ganz anders sein Halbbruder Hessel 480 (Norbert 444 x Jelke 367), der mit einer phänomenalen Trab-Performance die ganze Halle zum Beben brachte und sich den 1. Platz in der Gruppe und somit die Anweisung in den Kampioensring redlich verdiente. Der große Hengst präsentierte sich in überaus schöner Kondition und erinnerte mit seiner hervorragenden Oberlinie stark an seinen Vater, der 2016 in die USA exportiert wurde – leider wird Hessel 480 es ihm dieser Tage gleich tun, und sich in Kürze ebenfalls in die USA aufmachen.
Fonger 478 (Olgert 445 x Doeke 287) präsentierte sich im Schritt sehr angespannt, zeigte im Trab aber sehr viel Go und bemerkenswert viel Schub aus der Hinterhand – er wurde (für mich) überraschend von der Jury ebenfalls in den Kampioensring eingeladen.
Der Kampioen des Jahres 2015, Jehannes 484 (Tsjalle 454 x Oepke 266), bewies vor allem im Trab seine außerordentliche Qualität, den er mit phänomenal aktiver Hinterhand, sehr viel Haltung und einer explosiven Vorhand vorbrachte. Der wunderbar jettschwarze Hengst mit viel Behang konnte im Schritt allerdings nur mäßig überzeugen.
Mit Hette 481 war in dieser Gruppe noch ein dritter Norbert 444-Sohn (x Rindert 406) zugegen, der einen ganz anderen Typ verkörpert als seine beiden Halbbrüder Hessel 480 und Julius 486. Der eher filigran gebaute, elegante Hengst konnte im Schritt nicht besonders brillieren und hatte im Trab leider mit Taktproblemen zu kämpfen. Phasenweise zeigte er dabei eine sehr aktive Hinterhand und viel Gummi.

Wie bereits erwähnt setzte die Jury Hessel 480 auf den 1. Platz, den überraschenden 2. Platz sicherte sich Fonger 478. Auf den Plätzen folgten Jehannes 484 (3.), Hette 481 (4.), Julius 486 (5.), Jouwe 485 (6.), Haike 482 (7.) und Gerben 479 (8.)

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Hessel 480 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Rubrik 07 – nicht auf Abstammung gutgekörte Deckhengste aus dem Körjahrgang 2015

Die 2015 gutgekörten Junghengste präsentierten sich als sehr starke, 6-köpfige Gruppe von Bewegungskünstlern. Den Anfang machte der Meinse 439 x Sytse 385 gezogene Erryt 488, der sich bereits vor seiner Gutkörung als Reitpferd in Österreich profilieren konnte, und unter seinem Reiter Ralph Buchberger in sehr jungen Jahren bereits das Sportprädikat erreichte. Der schöne, klassisch gebaute Hengst zeigte sich in der Bewegung mit überaus viel Rhythmus und sehr geschmeidig, seine Hinterhand fiel durch eine sehr flotte Aktion und viel Antritt auf.
Tuigkampioen Eise 489 (Maurits 437 x Olof 315) war zwar im Schritt etwas verhalten, zeigte im Trab aber eine phänomenale Leistung mit extrem viel Gummi und einer spektakulären Vorhand. Leider wurde seine Präsentation immer wieder von Taktstörungen unterbrochen.
Sehr viel Trabaktion und Gummi bewies auch der Beart 411-Sohn Meinte 490, der sich im Schritt äußerst spannig präsentierte.
Markus 491 (Maurits 437 x Onne 376) präsentierte sich überlegen in Schritt und Trab, seine schöne Performance wurde nur noch von Nane 492 (Wimer 461 x Brandus 345 P) übertroffen, der mit überaus spektakulärer Vorhand durch die Halle flog, als gäbe es kein Morgen.
Der überaus schöne Nane 492 wurde schließlich auch von der Jury auf den 1. Platz gereiht und gemeinsam mit dem zweitplatzierten Markus 491 in die Kampioenskeuring verwiesen. Auf den Plätzen folgten Omer 493 (3.), Eise 489 (4.), Meinte 490 (5.) und Erryt 488 (6.).

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Nane 492 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Im Anschluss an die Rubrik wurde der “Zilver Bowl”, eine Auszeichnung für den erfolgreichsten Deckhengst des Jahres im Tuigsport, verliehen. Dieser ging an den von Jelmer Chardon vor der Sjees vorgestellten Eise 489, der neben der Deckhengst-Klasse auch noch die Ereklasse für sich gewinnen konnte. Zu allem Überfluss wurde dem erst 2015 gekörten Junghengst dann auch noch die Ehre zu Teil, als “Pferd des Jahres 2016” ausgezeichnet zu werden.

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Eise 489, Pferd des Jahres 2016 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Rubrik 08 – nicht auf Abstammung gutgekörte Deckhengste aus den Körjahrgängen 2015/16, welche den VO absolviert haben

Die beiden Sporthengste aus den Körjahrgängen 2015 und 2016 präsentierten sich in hervorragender Kondition und konnten beide eine hervorragende Trab-Performance abliefern. Im Schritt überzeugte Walt 487 (Gjalt 426 x Ulke 338) dann am Ende mehr als der Jorn 430 x Maiko 373 gezogene Elias 494 und wurde deshalb in den Kampioensring eingeladen.

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Walt 487 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Rubrik 09 – nicht auf Abstammung gutgekörte Deckhengste aus dem Körjahrgang 2016

Die 5 Hengste dieser Rubrik machten es der Jury zum Abschluss der Gruppenrubriken nochmals richtig schwer, präsentierte sich doch ein Hengst nach dem anderen in hervorragender Manier. Vor allem in der Bewegung bewiesen die 5 jüngsten Stammbuchhengste ein Übermaß an Qualität, auf das das KFPS mit Recht stolz sein darf.

Der sehr typische Norbert 444-Sohn Menne 496 (x Beart 411 P) legte einen passablen Schritt an den Tag, ehe er im Trab zur Hochform auflief und mit grandioser Aktion durch die Halle fegte.
Auch der imposante Mees 497 (Tymon 456 x Dries 421), eine Erscheinung bereits beim Betreten der Halle, ließ sich nicht lumpen und überzeugte mit sehr guter Schrittmechanik und viel Go im Trab.
Der erst als Dritter in die Halle gerufene Jurre 495 (Maurits 437 x Jasper 366 P) präsentierte sich mit passablem Schritt und bewies im Trab sehr viel Antritt aus der Hinterhand, guten Takt und außerordentliche Schwebephasen.
Der deutlich abwärts gebaute Rommert 498 (Norbert 444 x Jasper 366 P) war im Schritt noch etwas verspannt und kurztrittig, ließ im Trab aber viel Qualität mit hervorragender Hinterhandaktion sehen.
Als letzter Hengst betrat der noch sehr jugendlich wirkende Siert 499 die Körbahn und zeigte sich sichtlich beeindruckt von der aufgeheizten Stimmung im Publikum. Er präsentierte sich deutlich verspannt im Schritt und konnte auch im Trab noch nicht sein volles Potential zur Schau stellen.

Die Jury entschied sich schließlich, Jurre 495 (1.) und Menne 496 (2.) in den Kampioensring zu schicken, es folgten Mees 497 (3.), Rommert 498 (4.) und Siert 499 (5.) auf den Plätzen.

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Jurre 495 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Weiter zur Kampioenskeuring >>>

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