Änderungen im KFPS-Reglement

Am 18.11.2016 traf sich der Ledenraad (quasi der Vereinsvorstand) des KFPS zu seiner jährlichen Herbstversammlung.

Neben organisatorischen Fragen, Bestellungen und Verabschiedungen von Vorstandsmitgliedern und der Rechnungslegung wurden auch mehrere Abstimmungen betreffend Körungsreglement und Zucht durchgeführt.

Besonders nennenswert ist dabei die Einführung eines zusätzlichen Prädikats für besonders erfolgreiche Sportpferde.
Diese als “Elite-Sportprädikat” bezeichnete Auszeichnung soll zukünftig an Pferde verliehen werden, die in der Dressur mehr als 5 Gewinnpunkte auf dem Level Prix St. Georges oder höher erhalten haben (dies würde meines Wissens auch einige österreichische Sporthengste, namentlich der Fam. Prexl betreffen. Gewinnpunkte werden vergeben für absolvierte Prüfungen mit einem Ergebnis über 60%) oder an jene Pferde, die die Voraussetzungen für das herkömmliche Sportprädikat in allen drei möglichen Disziplinen (Dressur, Mennen und Tuigen) erfüllen.

Desweiteren werden in Zukunft auf Körveranstaltungen auch Rubriken für Enter- und Twenter-Hengste eingeführt werden, in denen ebenfalls Prämien vergeben werden sollen.
Bislang konnten diese Junghengste auf Körungen des KFPS zwar der Jury vorgestellt werden, erhielten jedoch keine Prämierung.

Die Nachkommenskörung der nordamerikanischen Hengste wurde durch einen Beschluss auf das Ende der 7. Decksaison verlegt und findet somit nicht mehr wie bisher am Ende der 6. Decksaison statt. In Anbetracht der geringeren Nachkommenzahlen der nordamerikanischen Hengste wird es somit leichter, die entsprechend geforderten Teilnehmerzahlen für den Nakomelingenonderzoek zu erreichen.

Ebenfalls wird ein verkürzter ABFP-Test für Pferde eingeführt, die das 4. Lebensjahr bereits beendet haben und deshalb entsprechend vortrainiert wurden.

Auch die Regeln für die Herkansing zur Hengstkörung wurden etwas aufgelockert – Hengste, die bereits zum CO angewiesen und später auf Ratschlag der Jury ausgesondert wurden oder nicht zu diesem antreten konnten, dürfen nun zur Herkansing antreten.

(Noch) nicht angenommen wurde ein Vorschlag zur verpflichtenden Veröffentlichung des Trägerstatus bzgl. Zwergwuchs- und Wasserkopfgen aller aktiven Stammbuchhengste. Dieser Punkt soll im Frühjahr abermals diskutiert und abgestimmt werden, allerdings soll dann auch eine Regelung für das Testen von Zuchtstuten an die Reglementsänderung gekoppelt werden.

Diskutiert wurden auch Maßnahmen, um die Verleihung eines Kroon-Prädikates transparenter zu gestalten. Bislang hörte man desöfteren Klagen von Züchtern und Stutbesitzern, dass die Vergabe bzw. Verweigerung dieses Stutprädikats in mehreren Fällen nicht nachvollziehbar wäre. Der auf der Sitzung diskutierte Vorschlag beinhaltet ein interessantes Beurteilungsschema, welches es ermöglicht, etwaige Schwächen im Exterieur durch Leistungen im Zuge der IBOP/ABFP abzufedern und vice versa – selbstverständlich innerhalb fest definierter Grenzen.
In Bezug auf das Exterieur gibt es bisher keine klar definierten Kriterien, die die Vergabe des Kroon-Prädikats regeln (die Voraussetzungen dafür entsprechen denen für die Vergabe einer 1. Prämie).

Die niederländische Originalpubilkation ist hier zu finden.

Darüber hinaus ist das schriftliche Programm der Sitzung auch auf Englisch abrufbar:

SONY DSCRalph Buchberger auf dem Grand Prix-Hengst Wirdmer fan ‘e Boppelannen Ster Sport (*2007, Beart 411 P x Jillis 301 – Friesen Exklusiv / Fam. Prexl) – möglicherweise bald einer der ersten Träger des Elite-Sportprädikats?

 

 

Deckzahlen 2016

Die Friesenlovecoach von Petra S. von Känel hat gestern einen hochinteressanten Artikel mit vorläufigen Deckzahlen aus dem Jahr 2016 publiziert.
Zwar sind bei Weitem noch nicht alle Deckungen im KFPS erfasst, trotzdem scheint Tsjalle 454 (v. Mintse 384) auch 2016 wieder der beliebteste Deckhengst zu sein. Bislang verbucht er 236 Deckungen und steht damit zahlenmäßig weit vor der No. 2 der Rangliste, Alwin 469 (v. Felle 422) mit 188 Bedeckungen.
Mit 183 Deckungen belegt Jehannes 484 derzeit den 3. Platz und macht seinem Vater Tsjalle 454 damit nochmals alle Ehre.

Die 2015 gekörten Junghengste hatten in ihrer ersten Decksaison zum Großteil sehr guten Zulauf von Züchterseite, lediglich Walt 487 (dessen Befruchtungsprobleme bereits bekannt sind und sich lt. Hengsthalter in veterinärmedizinischer Abklärung befinden) und der klassisch gebaute Sporthengst Erryt 488 wurden bislang wenig nachgefragt.

Auch die Althengste Beart 411 P (70 Deckungen) und Tsjalke 397 (65 Deckungen) stießen 2016 auf ungebrochenes Interesse.

Die umfangreiche und detaillierte Statistik dazu findet ihr im Original-Artikel von Petra.

Bisherige Stammbuchhengste über den VO (Verkorte Onderzoek)

Im Jahr 2006 hat das KFPS die Möglichkeit eingerichtet, Hengste, welche sich durch besondere sportliche Leistungen hervortun, über eine verkürzte Hengstleistungsprüfung zu kören. Die Pferde werden dabei lediglich 14 Tage lang begutachtet (die reguläre HLP dauert 70 Tage) und legen am Ende eine Prüfung in der Disziplin ab, in welcher sie sich für den VO qualifiziert haben.

Bisher wurden 8 Hengste über dieses Verfahren in das Stammbuch eingeschrieben.

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CO 2016 – Robyn O. ausgeschieden

Nun ist es leider offiziell, der Alwin 469-Sohn Robyn O. (MV Beart 411 P) wird aufgrund einer Verletzung seine Reitpferdeprüfung in diesem Jahr nicht ablegen können. In Abstimmung mit den Eigentümern wurde beschlossen, dem Hengst als Instromer in der CO 2017 eine neue Chance zu geben.

Die 5 übrigen Hengste werden ihre erste Besichtigung in den gefahrenen Disziplinen am 25. November ablegen, an diesem Tag werden auch die Hengste für den verkürzten Untersuch (VO) angeliefert. Dies betrifft die beiden Dressurhengste Djorn van de Demro Stables (*2009, Jorn 430 x Maiko 373) und Lex oet Oale Kloosterveen (*2003, Brandus 345 P x Nikolaas 310).

Djorn van de Demro Stables scheiterte bereits zwei Mal auf regulärem Weg in der CO, wurde aufgrund seiner großen Sporterfolge unter Marc-Peter Spahn (bis Prix St. Georges) und seiner ausgezeichneten Präsentation unter dem Sattel in diesem Jahr aber für den VO zugelassen.

Lex oet Oale Klosterveen wurde bereits 2015 zum VO eingeladen, konnte aber aufgrund einer Sehnenverletzung und damit einhergehender Lahmheit nicht abschließend beurteilt werden. Der inzwischen 13-jährige Sporthengst feierte unter Ingeborg Klooster beeindruckende Erfolge bis in die Inter, mittlerweile wird er von Jean van Deventer im Sport vorgestellt.

CO 2016 – nur 5 Hengste in der heißen Phase

Am heutigen 11.11 fanden die Endexamen in der Disziplin Reitpferd statt – 13 Hengste nahmen teil, der Alwin 469-Sohn Robyn O. musste aufgrund gesundheitlicher Probleme leider in die Tierklinik und konnte deshalb nicht starten. Er wird seine Reitpferdeprüfung eventuell nachholen.

Von den 13 Teilnehmern wurden schließlich nur 5 junge Hengste in die “heiße Phase” der CO weitergewiesen.

Jorbert fan ‘e Suderleane (Maurits 437 x Jasper 366 P) – 80.0 Pkt.
Menno fan Oostenburg (Norbert 444 x Beart 411 P) – 79.5 Pkt.
Mees van Rijnwoude (Tymon 456 x Dries 421) – 81.0 Pkt.
Rick v.d. Noeste Hoeve (Norbert 444 x Jasper 366 P) – 79.0 Pkt.
Siert fan Wadway (Dries 421 x Sape 381) – 80.0 Pkt

Abstammungstechnisch zeigt sich diese Auswahlgruppe recht homogen, alle Hengste tragen starke Blutanteile des beliebten Jasper 366 P (auch über seine Söhne Beart 411 P und Dries 421).

Bemerkenswert ist durchaus, dass alle 3 Tsjalle 454-Söhne mit relativ niedrigen Noten ausgeschieden sind. Auch Haiko van’t Lansink musste bei seinem 3. Anlauf im CO in der Reitpferdeprüfung die Waffen strecken – 72,5 Punkte waren leider nicht genug für den Maurus 441-Sohn, um weiterhin im Untersuch bleiben zu können.

Weitere Infos findet ihr im Newsblog des KFPS.

friesenlovecoach.ch hat darüber hinaus einen (wie immer) sehr lesenswerten Blogeintrag – u.a. mit einem genaueren Blick auf die Abstammung der verbleibenden Hengste – veröffentlicht.

Mutterlinien – Interessante Details

Interessiert man sich für den Kauf eines Friesen, so ist man gut beraten, sich intensiv mit dessen Papier zu beschäftigen. Ist man in der Friesenzucht halbwegs sattelfest, lassen sich aus einem solchen Abstammungsnachweis allerlei wichtige und interessante Informationen – sowohl das Exterieur als auch das Interieur betreffend – herauslesen. Neben Vater, Muttervater und Muttermuttervater, die im Normalfall hinreichend bekannte Stammbuch-Hengste sind, den bisherigen Ergebnissen auf Körungen, dem Inzuchtkoeffizienten und vielen anderen wichtigen Daten, enthält ein KFPS-Papier auch eine Information, die insbesondere für Züchter von allergrößter Bedeutung ist – die Mutterlinie.

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Doppel-Hengstmütter – Qualitätsstuten mit Seltenheitswert

Für die Zuchtstuten im KFPS gelten bekanntermaßen strengste Qualitätskriterien und die wirklichen Juwelen der Zucht werden mit wertvollen und selten vergebenen Prädikaten für ihre eigenen Leistungen, aber auch für die Leistungen ihrer Nachkommen gewürdigt. So schafft das KFPS eine mitunter einzigartige Basis an Stutenqualität und wirkt der gerne sehr auf die Leistungshengste bezogenen Sichtweise der Allgemeinheit entgegen.

Eine Krönung für jede Zuchtstute ist es sicherlich, wenn einer ihrer Söhne erfolgreich den strengsten Körvorgang der Welt durchläuft und als Stammbuchhengst in die Register der KFPS-Friesenzucht aufgenommen wird – doch es gibt den äußerst seltenen Fall, in dem diese Ehre einer Stute tatsächlich doppelt zu Teil wird.
Diese seltenen Fälle möchte ich in diesem Artikel etwas näher beleuchten.

Sientje van de Oostwal Ster Preferent
Geboren 1989 als Tochter des “Königs der Friesen” Hearke 254 Pref. aus einer Sterpreferenten Chrytzen 246-Tochter (Stam 25).
2003 wurde ihr Sohn Wisse van de Oostwal als Wisse 408 (v. Heinse 354 Pref.) gekört, der leider nach nur 2 Jahren im Deckdienst verstarb.
2013 dann die große Überraschung – über den verkürzten Untersuch in Nordamerika wurde ihr Sohn Casper van de Oostwal (v. Jasper 366 Pref.) als Alert 475 in die erlesenen Reihen der Deckhengste aufgenommen. Auch er verstarb bedauerlicherweise schon nach 2 Jahren im Deckdienst.

Jeldau fan ‘e Wigeri Modell Preferent Prestatie
Diese Tochter von Rypke 321 stammt aus einer Modellstute von Lute 304 und wurde 1995 geboren (Stamm 115).
Ihr 2002 geborener Sohn Haitse fan ‘e Wigeri (v. Jasper 366 Pref.) wurde 2005 als Haitse 425 mit fantastischen Noten im Endexamen in das Stammbuch aufgenommen und 2008 zum Kampioen der Hengstkörung ernannt.
2010 wurde ein weiterer ihrer Söhne als Deckhengst anerkannt – Wylster fan ‘e Wigeri, heute bekannt unter dem Namen Wylster 463 (*2007, v. Rindert 406).

Bontsje Ster Preferent
Die 1981 geborene Bontsje (Oepke 266 x Ritske 202 Pref.) aus Stamm 128 brachte 1986 ein Hengstfohlen von Tamme 276 zur Welt, das der Friesenzucht im Laufe seines langen Lebens einen nachhaltigen Stempel aufdrücken sollte. 1990 wurde der junge Hengst gekört und erhielt den Namen Leffert 306. 1992 und 1993 wurde Leffert zum Kampioen der HK erkoren, über Jahre hinweg gehörte er zu den beliebtesten Deckhengsten des KFPS – 5 seiner Söhne wurden ebenfalls als Deckhengste im Stammbuch des KFPS registriert und 2006 wurde er schließlich selbst mit dem höchsten Hengstprädikat geadelt, das das KFPS zu vergeben hat – der Preferentschaft. Bis zu seinem Tod mit 26 Jahren (2012) erfreute sich dieser Stempelhengst großer Beliebtheit bei den Züchtern.
Doch für Bontsje blieb dies nicht der einzige Erfolg in ihrer Zuchtkarriere – denn 2006, 16 Jahre (!) nach der Körung von Leffert 306 Preferent wurde ihr Sohn Tietse D. (* 1998, v. Reyert 337), der sich durch Erfolge im Dressursport einen Namen gemacht hatte, über den verkürzten Untersuch ebenfalls in das Stamboek eingeschrieben und durfte fortan im Deckdienst wirken.
Tietse 428 konnte an die Erfolge seines Halbbruders aber leider nicht anschließen und bestand seine 2011 angesetzte Nachkommensuntersuchung nicht, was in seiner Abkörung endete.

Lobke Y. Ster Preferent
Lobke Y. wurde 1995 geboren, ihre Mutter war eine Stertochter des preferenten Jochem 259 aus Stamm 74, ihr Vater der 1994 in vielen Augen zu Unrecht abgekörte Nammen 308.
2000 brachte sie einen Sohn namens Abe von Heinse 354 Pref. zur Welt, 2001 folgte Fede, ein Sohn des Stempelhengstes Teunis 332 Pref..
Die beiden Halbbrüder erhielten jeweils eine 2. Fohlenprämie, Abe erreichte 2003 den CO und wurde schließlich als Bente 412 in das Stammbuch eingeschrieben.
Nur 2 Jahre später – 2005 – gelang dieses Kunststück auch dem jüngeren Fede, seither ist er bekannt unter dem Namen Fridse 423.
Beide Hengste konnten ihre Nachkommensuntersuchung erfolgreich abschließen und stehen bis heute erfolgreich im Deckdienst – Bente 412 in den Niederlanden, Fridse 423 in den USA.

Sita B. Ster
1989 aus einer sterpreferenten Tochter von Rients 270 geboren, sollte diese Oege 276 Pref.-Tochter aus Stamm 103 durch zwei ihrer Söhne von sich Reden machen.
1995 und 1998 bringt sie jeweils einen Sohn von Tamme 276 zur Welt, der 1995 geborene Liekele B. wird 1998 als Liekele 364 in das Stammbuch eingeschrieben, nach nicht bestandener Abstammungskörung 2003 aber wieder abgekört.
Der 1998 geborene Tony wird 2001 als Tonis 392 angekört und kann auch in seiner Abstammungskörung 2006 überzeugen. Leider stirbt er bereits 2008, erst 10-jährig und nach nur 7 Jahren im Deckdienst an Herzversagen.

Mefrou Modell Preferent
Diese 1987 geborene Stute von Wessel 237 Pref. ist eine der Töchter der berühmten Doet Ster Preferent (v. Lammert 260 Pref.) aus Stamm 50.
1991 brachte sie ein Hengstfohlen von Hearke 254 Preferent zur Welt, das 1994 mit dem Namen Warn 335 in das Stammbuch eingeschrieben wurde. Warn 335 wurde in die USA verkauft und deckte dort bis 2006, die letzten Jahre vor seinem Tod lebte er ab 2008 in Österreich bei E. Schneeweiss auf der Nockalm. Er verstab 2014 im Alter von 23 Jahren.
Der 1996 geborene Ocke (v. Dirk 298) wurde 5 Jahre nach Warn, 1999, als Otte 375 in das Stammbuch eingeschrieben. 2004 wurde der Hengst abgekört und verstarb nur ein Jahr später.

Fabiolaa Ster Preferent Prestatie
Fabiolaa wurde 1983 geboren, sie war eine Tochter von Reitse 272 Preferent aus einer Sterpreferenten Stute von Ygram 240.
1990 gebar sie den Tjimme 275-Sohn Ulke, der 1993 als Ulke 338 in das Stammbuch eingeschrieben und bald als höchst erfolgreiches Tuigpaard gefeiert wurde.
Der 1995 geborene Karel (v. Nammen 308) wurde 1999 unter dem Namen Karel 370 registriert. Er verbrachte sein gesamtes Leben bei seinem Züchter und Besitzer Obe Mous in den Niederlanden und verstarb 2014 im Alter von 19 Jahren.
Sein Halbbruder Ulke 338 erfreut sich noch bester Gesundheit und gilt mit seinen 26 Jahren als der älteste, noch lebende Hengst des KFPS-Stammbuchs.

Gertruda Ster Preferent
Gertruda wurde 1984 geboren (Lammert 260 Pref. x Tsjalling 235 Pref.), ihre Mutter Waltrude Ster stammt aus dem alten Stamm 28. Gertruda brachte 1990 den Gerlof 294-Sohn Valco zur Welt, 1992 folgte Bendert. Obwohl beide Hengste Vollbrüder zueinander waren, hätten sie unterschiedlicher nicht sein können. Valco ein großrahmiger (167 cm Stockmaß), kalbiriger Hengst von imposanter Erscheinung, Bendert eher klein und zierlich (161 cm). Nichtsdestotrotz sollten beide Hengste in den Deckdienst geholt werden.
Valco wurde 1994 unter dem klingenden Namen Teunis 332 gekört und war schon bald einer der beliebtesten Hengste des Stammbuchs, bei Züchtern und Rasseliebhabern gleichermaßen bekannt und verehrt. 1996 und 1997 holte er den Reservetitel auf der HK, doch schon 2002, im Alter von nur 12 Jahren, ereilte ihn das Schicksal – er starb an einer Magenruptur. Trotz seiner relativ kurzen Deckkarriere hatte Teunis 332 großen Einfluss auf die Friesenzucht, vor allem im Süden der Niederlande. 4 seiner Söhne wurden gutgekört und Teunis 332 schließlich im Jahr 2010, 8 Jahre nach seinem Tod, posthum Preferent erklärt.
Bendert wurde 1995 gekört und unter dem Namen Bonne 341 in das Stammbuch eingeschrieben. Zwar konnte er nicht an die Erfolge seines älteren Bruders anknüpfen, wurde aber 1999 gutgekört und wie sein Vater Gerlof 294 in die USA exportiert. Dort verstarb er leider ebenfalls jung bei einem Weideunfall im Jahr 2003, nur ein Jahr nach seinem Bruder Teunis.

Geht man in den Hengstdatenbanken noch weiter zurück, entdeckt man noch so einige Doppel-Hengstmütter. Viele der vor 30 und mehr Jahren gekörten Hengste sind heute nur mehr eingefleischten Fans ein Begriff, sind es doch immer nur wenige Hengste, die der Zucht ihren Stempel so aufprägen, dass sie über die Generationen hinweg bekannt bleiben und verehrt werden. Nichtsdestotrotz finden sich besonders unter den Hengstmüttern einige besondere Stuten, ohne die die Friesenzucht heute vermutlich anders aussehen würde.

Laukje Ster Preferent
Laukje wurde 1963 geboren, ihre Mutter Tjits war eine Modell-Tochter von Ewold 191, ihr Vater der preferente Ritske 202. Laukjes ein Jahr später (1964) geborene Vollschwester Mary sollte durch ihren Sohn Wessel 237 Preferent die spätere Friesenzucht ganz gewaltig mitprägen, doch auch Laukje selbst brachte gleich zwei Deckhengste hervor.
1970 wurde sie Mutter eines Hengstfohlens, welches 1973 unter dem Namen Bouwe 242 als Deckhengst eingetragen wurde. Dieser Sohn von Jarich 226 wurde 1977 gutgekört und verstarb im stolzen Alter von 23 Jahren 1993.
1971 brachte sie einen weiteren Jarich 226-Sohn zur Welt, der 1975 als Douwe 249 in den Deckdienst trat und ebenfalls gutgekört wurde (1978). Leider hinterließen beide Hengste keine gekörten Söhne oder Enkelsöhne.

Stynke Modell Preferent
Diese Stute mit dem eigenwilligen Namen wurde 1955 als Tochter des später preferent erklärten Bouke 174 geboren, ihre Mutter war eine Ster-Tochter von Nammele 147 Preferent.
1973, immerhin schon stolze 18 Jahre alt, brachte sie einen Sohn des damals ausgesprochen beliebten Mark 232 Preferent zur Welt, welcher 1977 an die Körung ging und als Deckhengst Herke 256 in die Register des KFPS eingeschrieben wurde. Zwar wurde Herke 256 1981 abgekört, hinterließ aber seinen gekörten Sohn Rinke 271 (später ebenfalls abgekört).
1977, mittlerweile 22 Jahre alt (!), brachte sie einen weiteren Hengst zur Welt. Dieser Sohn von Bjinse 241 wurde 1980 als Peke 268 in das Stammbuch eingeschrieben und 1984 gutgekört. Bis zu seinem Lebensende 1997 war er ein für damalige Verhältnisse gut frequentierter Deckhengst, der 2 Söhne (Doeke 287 und Tsjomme 329) sowie als Muttervater einen Enkel (Olrik 383) hinterließ.

Pauline (lt. anderer Quellen Pauliene) Ster Preferent
1965 geborene Tochter von Hotse 223 aus einer Modellpreferenten Stute von Eelke 183.
1978 und 1979 brachte Pauline zwei Vollbrüder von Hearke 254 Preferent zur Welt, die beide in das Deckhengstregister aufgenommen wurde.
Das 1978 geborene Hengstfohlen war niemand geringerer als der legendäre Stempelhengst Reitse 272 Preferent, der 1982 gekört wurde und bis zu seinem Tod 1995 (und durch Tiefgefriersperma darüber hinaus) eine äußerst erfolgreiche Deckkarriere durchlebte. Ganze 10 Söhne dieses Ausnahmehengstes wurden gekört, darunter Olof 315 (der Vater des Wunderhengstes Jasper 366 Preferent) und der mittlerweile ebenfalls preferente Brandus 345.
Sein 1979 geborener Vollbruder Tys 279 konnte an die Erfolge seines Bruders nicht anschließen, er legte nicht einmal eine Verrichtingsuntersuchung ab, da er bereits an einer nicht näher definierten Krankheit ohne Aussicht auf vollständige Genesung litt. Gekört wurde 1982 trotzdem und hinterließ in seiner kurzen Deckkarriere (er verstarb 1986 erst 7-jährig) den auch heute noch bekannten Falke 291.

Wijkje Modell Preferent Prestatie
Wijkje darf getrost als eine der erfolgreichsten Zuchtstuten in der Geschichte des KFPS bezeichnet werden. Geboren 1968 als eine Tochter von Nanne 197 aus einer Sterpreferenten Stute von Hylke 186 aus dem Stamm 38, wurde Wijkje selbst Modell erklärt und bewies im Laufe ihrer Zuchtkarriere (sie verstarb 1992 im stolzen Alter von 24 Jahren), mit welcher Kraft sie ihre eigene Qualität an ihre Nachkommen weitergeben konnte.
1982 brachte sie ein Hengstfohlen von Wessel 237 Preferent. Der junge Hengst wurde 1985 gekört und als Djurre 284 bekannt. 1991 wurde er Kampioen der HK und war bei den Züchtern überaus beliebt. Als er 2006 24-jährig verstarb, hinterließ er nicht weniger als 6 gekörte Söhne, weitere 6 Hengste haben ihn als Muttervater im Stammbaum.
Doch Wijkje bewies noch mehr Qualität – 1990, selbst bereits 22 Jahre alt, brachte diese Perle der Friesenzucht einen Sohn des überaus beliebten Feitse 293 zur Welt, der seinen Bruder Djurre im Verlauf seiner langen Deckkarriere noch toppen sollte. Der zierliche Junghengst mit dem edlen Kopf wurde 1990 mit der Nummer 328 in das Stammbuch eingetragen – Tsjerk 328!
Dieser Hengst erfreute sich nicht nur bis zu seinem Tod im Jahr 2011 allergrößter Beliebtheit bei den Züchtern, er wurde auch schnell bekannt für seine unglaubliche Vererbungskraft.
2009 wurde der Ausnahmevererber noch zu Lebzeiten Preferent erklärt und konnte sich seinen Titel selbst in Leeuwarden auf der Hengstkörung abholen. Auch Tsjerk 328 hinterließ 6 gekörte Söhne (darunter Größen wie Andries 415 und Norbert 444) als Muttervater scheint er bei 6 erlesenen Hengsten auf, darunter die Rising Stars der Friesenzucht Uldrik 457, Alwin 469 und Bartele 472.
Doch damit nicht genug, denn Wijkje brachte auch viele höchst erfolgreiche Töchter zur Welt, darunter die 3 Modellstuten Jelkje Modell Preferent (*1974 v. Ritske 202 Pref.), Metsje B. Modell (*1976 v. Ritske 202 Pref.) und Marrit B. Modell Preferent (*1987 v. Oege 267 Pref., die wiederum über ihre Tochter Anke S. Ster Preferent die Großmutter von Ludse 305 ist).

Zu guter letzt noch ein besonderer Leckerbissen:

Truus Modell Preferent
Die 1956 geborene Truus (Kerst 190 x Held 140 Pref., Stam 49) dürfte wohl die einzige Stute in den Annalen des KFPS sein, die nicht nur zwei, sondern sogar drei gekörte Hengstnachkommen brachte,
1969 brachte sie ein Hengstfohlen von Kasper 229 zur Welt, welches 1972 als Zjoerd 239 gekört wurde. Der Hengst wurde 1978 abgekört, ohne selbst gekörte Hengstnachkommen zu hinterlassen.
1971 gebar sie einen Tsjalling 235 Pref.-Sohn, der 1974 als Dagho 247 in das Hengstregister eingetragen wurde. Dagho bestand seine Nachkommensuntersuchung 1978 und deckte einige Jahre erfolgreich, was ihm am Ende zwei gekörte Söhne (Meindert 263 und Dimer 285) sowie als Muttervater vier gekörte Enkelsöhne bescherte.
1976 trug Truus 20-jährig einen Sohn des damals gerade frischgekörten Ferdinand 252 aus, der Nathan getauft wurde. Nathan lief 1979 auf der Körung und wurde unter dem Namen Naen 264 als dritter Sohn der Truus in das Stammbuch eingeschrieben. Naen 264 gehörte viele Jahre zu den beliebtesten Deckhengsten des KFPS, er verstarb 2002 im hohen Alter von 26 Jahren und wurde 2008 posthum Preferent erklärt.
Er hinterließ 6 gekörte Söhne (darunter u.a. Jakob 302) und als Muttervater 5 Enkelsöhne.

CO 2016 – noch ein Hengst weniger

Gestern verkündete das KFPS in seinem Blog, dass ein weiterer Hengst in Abstimmung mit den Besitzern aus dem CO zurückgezogen wurde. Der Alwin 469 x Doaitsen 420 gezogene Riemer van het Skar wird nicht an der Endbeurteilung in der Reitpferdedisziplin teilnehmen.

Der kürzlich ausgeschiedene Seiko van de Demro Stables (Thorben 466 x Tsjalke 397) wurde von der Jury für die CO 2017 angewiesen und hat somit ein Jahr Zeit, um in der Entwicklung voranzuschreiten.

Im aktuellen Onderzoek verbleiben somit 14 Hengste, darunter jeweils 3 Söhne von Norbert 444 und Tsjalle 454 sowie 2 Nachkommen von Dries 421. Auch ein Sohn des altgedienten Fabe 348 Pref. ist weiter unter den Körkandidaten, man darf also weiter hoffen, dass seine rare Blutlinie einen weiteren Vererber
erhält.

Besonders gespannt bin ich auf das Abschneiden des verbliebenen Tymon 456-Sohnes Mees van Rijnwoude (MV: Dries 421), der (nicht nur) mich schon bei seiner Anweisung zum CO sehr beeindruckt hat. Für Tymon 456 (Andries 415 x Leffert 306 Pref.) wäre dies der erste gekörte Sohn.

Und auch Haiko van’t Lansink (Maurus 441 x Maiko 373) ist immer noch im Rennen – diesen Hengst hatte ich bereits 2013 bei seiner ersten Anweisung auf meiner Liste und wünsche ihm sehr, dass es dieses Jahr, bei seinem nun schon 3. Versuch in der CO endlich klappt.

Auf Seite der Mutterväter wird die Hengstauswahl übrigens stark von Jasper 366 Pref. dominiert, der selbst 3 Enkelsöhne beisteuert. Sein legendärer Sohn Beart 411 Pref. bringt weitere 3 Hengste ins Feld, Dries 421 steuert als MV einen weiteren Hengst bei.

Zusammengerechnet tragen also mehr als 2/3 (!) der in der CO 2016 verliebenen Hengste Jasper-Blut in direkter Linie (als Väter 2 x Dries 421, 1 x Tjalbert 460; als MV 3 x Jasper 366 Pref., 3 x Beart 411 Pref., 1 x Dries 421).

1. Besichtigung 2016 – Anmeldefrist abgelaufen

Während im CO die Hengste aus der letztjährigen Auswahl gerade darum rittern, wer als Deckhengst in die Register des KFPS eingeschrieben wird, dreht sich das Hengstkörungsrad munter weiter, denn bereits im Dezember wird die nächste Generation von Junghengsten sich in der 1. Besichtigung den strengen Jury-Blicken stellen.

279 Teilnehmer sind dafür gemeldet und wieder sticht Tsjalle 454 als Vatertier heraus (34 gemeldete Söhne!), gefolgt von meinem persönlichen Liebling Bartele 472 (26) und dem überaus beliebten Epke 474 (24).

Die gesamte Liste ist auf kfps.nl abrufbar, auf friesenlovechoach.ch findet ihr darüber hinaus einen sehr lesenswerten Detailartikel.erste-besichtigung-2016